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Wirtschaftsprozess
Der Wirtschaftsprozess ist die sich wiederholende Interaktion und Interdependenz zwischen Wirtschaftssubjekten untereinander und zwischen …
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Begriff und Bedeutung
Der Wirtschaftsprozess ist die sich wiederholende Interaktion und gegenseitige Abhängigkeit zwischen Wirtschaftssubjekten sowie zwischen Wirtschaftssubjekten und Wirtschaftsobjekten durch Transaktionen. Wirtschaftssubjekte sind Unternehmen, Privathaushalte und der Staat mit seinen Untergliederungen. Wirtschaftsobjekte sind die Gegenstände, auf die sich wirtschaftliche Handlungen beziehen.
Die Wirtschaftsordnung legt die Rahmenbedingungen und „Spielregeln“ fest; die einzelnen Wirtschaftsprozesse entsprechen den „Spielzügen“. Der Wirtschaftsprozess entsteht aus den beobachtbaren wirtschaftlichen Handlungen und Entscheidungen der Beteiligten. Er umfasst alle Marktformen sowie die Zahlungsströme innerhalb eines Wirtschaftskreislaufs. Der Anteil des Staates am Wirtschaftsprozess kommt in der Staatsquote zum Ausdruck.
Arbeitsteilung, Transaktionen und Ströme
Mit zunehmender Arbeitsteilung und Spezialisierung wird der Wirtschaftsprozess komplexer. Arbeitsteilung zerlegt ihn in spezifische Tätigkeiten und Bereiche, beispielsweise Produktionseinheiten, Produktionsgattungen, Berufe, Berufsgruppen und soziale Klassen. So entstehen Absatzketten, Fertigungstiefen, Handelsstufen, Lieferketten, Produktionsketten und Verarbeitungsstufen.
Innerhalb dieser Strukturen finden zahlreiche Transaktionen statt, darunter Beschaffung, Finanzierung, Handel, Investition, Konsum, Lagerhaltung, Produktion, Vertrieb und Weiterverarbeitung. Auch Arbitrage, also das Ausnutzen von Preisunterschieden, und Spekulation gehören dazu. Auf Märkten treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
Der Realwirtschaft mit ihren Güterströmen steht die Finanzwirtschaft mit ihren Geldströmen gegenüber. Die Gesamtheit dieser Vorgänge und der vielen Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte bildet den Wirtschaftsprozess.
Organisation, Störungen und Wirtschaftspolitik
Der Wirtschaftsprozess kann in zwei Organisationsformen ablaufen: Märkte und Bürokratien. Außerhalb dieser beiden Formen herrscht nach der Darstellung des Artikels Chaos. Bürokratien beeinflussen den Ablauf durch Marktregulierung oder Staatsinterventionismus, also staatliche Eingriffe in die Wirtschaft.
Störungen können als Marktungleichgewichte sowohl auf Güter- als auch auf Finanzmärkten auftreten. Dazu gehören Angebotsüberhang und Nachfrageüberhang sowie Angebotslücke und Nachfragelücke. Auf Ungleichgewichte, die nicht nur vorübergehend bestehen, kann die Wirtschaftspolitik mit Prozesspolitik reagieren, also mit Maßnahmen, die unmittelbar auf laufende wirtschaftliche Abläufe einwirken.
Grenzüberschreitende Wirtschaftsprozesse
Wirtschaftsprozesse sind nicht auf einzelne Staaten begrenzt. Im Außenhandel laufen sie durch Exporte und Importe grenzüberschreitend ab. Die dazugehörigen monetären Vorgänge sind der Auslandszahlungsverkehr und die Außenhandelsfinanzierung.
Internationale Wirtschaftsprozesse setzen Freihandel und Kapitalverkehrsfreiheit voraus. Globale Wertschöpfungsketten verbinden die Produktions- und Handelsstufen verschiedener Länder. Dadurch sind viele Unternehmen untrennbar in internationale Wirtschaftsprozesse eingebunden und entwickeln sich zu multinationalen Unternehmen.