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Wirtschaftskunde
Es vermittelt Grundlagen über die Arbeits- und Wirtschaftswelt und bildet die Basis der Berufsorientierung, -vorbereitung und -ausbildung.
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Bedeutung und Aufgabe
Wirtschaftskunde, auch Wirtschaftslehre genannt, ist ein Unterrichtsgebiet der schulischen Bildung. Sie vermittelt Grundlagen über die Arbeits- und Wirtschaftswelt. Damit schafft sie eine Basis für Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Berufsausbildung.
Je nach Schulform und Land ist Wirtschaftskunde ein eigenes Fach, Teil eines Fächerverbunds oder in andere Fächer integriert. In berufsbildenden Schulen hat sie besonders große Bedeutung, weil wirtschaftliche Fachkenntnisse dort mit praktischer Ausbildung verbunden werden.
Wirtschaftslehre an Schulen in Deutschland
In Deutschland gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Fachbezeichnungen und Zusammenstellungen:
- An Realschulen in Baden-Württemberg gehört Wirtschaftskunde zum Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde.
- An Gymnasien in Baden-Württemberg heißt das Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung.
- In Bayern und Thüringen lautet die Bezeichnung Wirtschaft und Recht.
- Im Saarland und in Nordrhein-Westfalen gibt es Wirtschaftslehre.
- In Mecklenburg-Vorpommern heißt der Bereich Arbeit-Wirtschaft-Technik.
In Nordrhein-Westfalen wurde Wirtschaft ab dem Schuljahr 2020/20201 an allen Schulformen als Schulfach Wirtschaft beziehungsweise „Wirtschaft-Politik“ eingeführt.
Wirtschaftskunde in Österreich
In Österreich ist Wirtschaftskunde in der Allgemeinbildung häufig in andere Fächer eingebunden. In der Volksschule werden wirtschaftliche Inhalte im Sachunterricht und Werkunterricht vermittelt. In der Unter- und Oberstufe von Hauptschule und allgemeinbildender höherer Schule gehört sie zum Fach Geographie und Wirtschaftskunde, abgekürzt GW, GuW oder GWK.
In Polytechnischen Schulen sowie mittleren und höheren berufsbildenden Schulen ist Wirtschaftskunde ein zentraler Lehrinhalt. An Berufsschulen umfasst der betriebswirtschaftliche Unterricht unter anderem Wirtschaftskunde mit Schriftverkehr (WSV), Rechnungswesen (RW) und Wirtschaftsrecht im Rahmen von Politische Bildung (POL). WSV behandelt Grundlagen der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Wirtschaftspolitik sowie Informations- und Kommunikationstechniken, Dokumente, Urkunden, Verträge und Zahlungsverkehr. Rechnungswesen umfasst Einkommen, Finanzierung, Kauf und Verkauf sowie Geld und Währung. Wirtschaftsrecht behandelt Arbeitsrecht, Sozialrecht, Interessenvertretungen, Arbeitsmarkt und Personenverkehr in der EU.
An höheren technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen, etwa BHS, HTL und FS, gliedert sich der Unterricht in Wirtschaft und Technik sowie Recht und Politische Bildung. Zu den Unterrichtsgegenständen gehören Geographie und Wirtschaftskunde und Wirtschaft und Recht (WIR); außerdem wird angewandte Wirtschaftskunde in der jeweiligen Allgemeinen Fachtheorie vermittelt.
Praktisch ergänzt wird der Unterricht durch die verbindliche Übung Berufsorientierung (BO) an AHS und Hauptschulen, durch unverbindliche Übungen wie Berufsorientierung und Bildungsinformation (UBB) sowie durch Berufspraktika oder Schnupperlehren. Wirtschaft kann auch als berufliche Weiterbildung oder berufsbegleitende Bildung bei BFI, WIFI, Berufsverbänden, Kammern und Volkshochschulen besucht werden.
Wirtschaftlich ausgerichtete Schulen und Lehramt
Neben berufsbildenden Schulen mit fachorientierter Wirtschaftskunde und praktischer Ausbildung gibt es wirtschaftskundliche Schultypen. Dazu zählen die Handelsakademie, Handelsschule, Höhere Handelsschule, Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Fachschule für wirtschaftliche Berufe, die Fachoberschule im wirtschaftlichen Bereich in Südtirol, das Wirtschaftsgymnasium, das Wirtschaftskundliche Realgymnasium und Berufsschulen in Österreich.
Das österreichische Lehramtsstudium für Geographie und Wirtschaftskunde soll grundlegende inhaltliche und methodische Kenntnisse vermitteln, zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten befähigen und die Fähigkeit entwickeln, Kenntnisse und methodische Kompetenzen themenorientiert sowie fachdidaktisch mehrperspektivisch zu vernetzen. Zusätzlich werden fachwissenschaftliche und fachdidaktische Methoden und Arbeitstechniken vermittelt.
Nach Information der Universität Wien ist die Berufsaussicht für ein Lehramt in Wirtschaftskunde „nicht besonders gut“. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass als Generalisten ausgebildete Wirtschaftslehrer in dem zunehmend hochspezialisierten Bereich auch außerhalb des Unterrichtssektors Berufschancen haben; dies komme in der Praxis „gar nicht so selten“ vor.