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Wirtschaftsförderungsinstitut

Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) ist eine österreichische Organisation der beruflichen Erwachsenenbildung. Im Jahr 2010 waren 12.000 Trainer für das …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und gesetzliche Grundlage
  3. 3. Entwicklung und wichtige Meilensteine
  4. 4. Organisation des WIFI-Verbunds
  5. 5. Marke und Zertifizierungen

Aufgabe und Bedeutung

Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) ist eine österreichische Organisation der beruflichen Erwachsenenbildung. Es unterstützt Unternehmen, Arbeitnehmer und alle Menschen, die lebenslang lernen möchten. Die WIFIs gehören zu den Landeskammern der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Im Jahr 2010 waren österreichweit rund 12.000 Trainer für das WIFI tätig.

Zum Kern des WIFI gehören berufliche Aus- und Weiterbildung sowie Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft. Der gesetzliche Auftrag umfasst außerdem allgemeine, technische und betriebswirtschaftliche Wirtschaftsförderung, Messen, Ausstellungen und Musterschauen. Auch Bildungsmaßnahmen im Ausland können dazugehören.

Entstehung und gesetzliche Grundlage

Die Institutionalisierung der Gewerbeförderung begann 1945 auf Betreiben des damaligen Staatssekretärs Julius Raab. Zunächst wurde die Kammer für Handel, Gewerbe, Industrie, Geld- und Kreditwesen geschaffen. Wenige Wochen später entstanden die Wirtschaftsförderungsinstitute.

Am 8. Oktober 1945 wurde der erste WIFI-Kurs für Kaufmannsgehilfen eröffnet. In den folgenden Monaten wurde der Schulungsbetrieb schrittweise auf weitere Berufsfelder ausgeweitet. Das Handelskammergesetz, das der österreichische Nationalrat am 24. Juli 1946 verabschiedete, stellte die Wirtschaftsförderungsinstitute auf eine gesetzliche Grundlage. Am 8. und 9. Oktober fand außerdem die erste Institutsleiterkonferenz statt.

Der Aufgabenbereich wurde später in § 30 des Wirtschaftskammergesetzes geregelt. Er umfasst Aus- und Weiterbildung, allgemeine, technische und betriebswirtschaftliche Wirtschaftsförderung, Messen, Ausstellungen und Musterschauen sowie mögliche Bildungsmaßnahmen im Ausland.

Entwicklung und wichtige Meilensteine

Das WIFI entwickelte sein Bildungsangebot und seine internationale Tätigkeit schrittweise weiter:

  • 2003 starteten die ersten WIFI-Lehrgänge mit MBA-Abschlüssen in Zusammenarbeit mit der M/O/T School der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.
  • Ebenfalls 2003 gründete das WIFI acht Niederlassungen in Osteuropa sowie WIFI-Unternehmerakademien in Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol.
  • Ab 2006 wurden mehr als 300 Trainer zu eCoachs ausgebildet. Ein eCoach ist im Artikel als speziell ausgebildeter Trainer des WIFI bezeichnet.
  • 2009 wurden die Osteuropa-Aktivitäten in der WIFI International GmbH gebündelt.
  • Bis 2010 waren österreichweit rund 12.000 Trainer für das WIFI im Einsatz.
  • 2011 begann in der Tschechischen Republik eine Zusammenarbeit mit Tomáš Zdechovský und Commservis.com. Daraus entstand die WIFI Tschechische Republik.
  • 2014 gründete das WIFI gemeinsam mit der FHWien der WKW die Berufsakademie. Sie ermöglicht durchlässige Bildungswege vom Beginn einer Lehre bis zu einem Masterabschluss.
  • 2019 feierte die Berufsakademie ihren 1000. Absolventen.

Organisation des WIFI-Verbunds

Die Wirtschaftsförderungsinstitute der einzelnen Bundesländer sind unmittelbar der jeweiligen Kammeramtsdirektion zugeordnet. Bei der Planung ihrer Aktivitäten besitzen sie jedoch weitgehend innere Autonomie. Zusätzlich bestellt der Vorstand der Bundeswirtschaftskammer ein Kuratorium. Dieses berät das Wirtschaftsförderungsinstitut bei verschiedenen Maßnahmen.

Das WIFI Österreich ist die Dach-Organisation der neun Landes-WIFIs. Seine Arbeit ist in vier Teams gegliedert:

  • WIFI Learning Management & Services entwickelt und koordiniert Angebote für alle WIFIs und entwickelt neue Bildungsprodukte.
  • WIFI Marketing und Kommunikation betreut Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen für den WIFI-Verbund.
  • WIFI International ist für die Internationalisierung der WIFI-Services zuständig und entwickelt Seminare sowie Management-Lehrgänge weltweit.
  • Die WIFI-Zertifizierungsstelle ist ein neutrales und unabhängiges Prüfungskompetenzzentrum der Wirtschaftskammer.

Marke und Zertifizierungen

Die Marke WIFI war in Österreich stark bekannt. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Gallup/Karmasin bescheinigte für 2009 eine Markenbekanntheit von 94 %. Verwendete Werbe-Slogans waren 2008 „WIFI. Wissen ist für immer.“, 2017 „WIFI. Lern' dich weiter.“ und 2023 „WIFI. Bleib neugierig.“

Die WIFI-Zertifizierungsstelle ist als Personenzertifizierungsstelle der Wirtschaftskammer Österreich eingerichtet und durch das damalige BMWA akkreditiert. Eine Akkreditierung bestätigt, dass Zertifizierungen von Personen zuverlässig und qualitativ hochwertig durchgeführt werden dürfen. Dadurch soll auch die internationale Anerkennung der Zertifikate gesichert sein.

Das Zertifizierungssystem wurde nach den Kriterien des Österreichischen Akkreditierungsgesetzes eingerichtet und erfüllt die Anforderungen der ÖNORM EN ISO/IEC 17024 an Personenzertifizierungsstellen. Im Jahr 2010 gab es beim WIFI 28 verschiedene Zertifizierungsprogramme.

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