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Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde

In Baden-Württemberg gibt es seit der Bildungsplanreform 2004 an Realschulen den Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde (EWG), …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Bildungsstandards und Kritik
  3. 3. Unterricht, Bewertung und Projekte
  4. 4. Vergleich der Schularten und Schulbücher

Grundidee und Bedeutung

Der Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde (EWG) wurde in Baden-Württemberg mit der Bildungsplanreform 2004 an Realschulen eingeführt. Er entstand aus der Zusammenlegung der bisherigen Fächer Erdkunde und Gemeinschaftskunde.

In frühen Entwürfen hieß der Verbund Erdkunde-Politik-Wirtschaftskunde (EPW). Diese Bezeichnung wurde verworfen, weil das Fach Gemeinschaftskunde in der Verfassung des Landes Baden-Württemberg Verfassungsrang besitzt.

Wirtschaftskunde wurde im Namen besonders hervorgehoben, nachdem Vertreter der Wirtschaft ein eigenes Fach Wirtschaft gefordert hatten. Inhaltlich war dieser Bereich jedoch nur teilweise neu: Bereits vorhandene wirtschaftskundliche Themen aus Erdkunde und Gemeinschaftskunde wurden aktualisiert, um Themen wie Globalisierung ergänzt und als Kompetenzen beziehungsweise Bildungsstandards formuliert.

Bildungsstandards und Kritik

Der Bildungsplan 2004 beschreibt die Themen und Kompetenzen des Fächerverbunds in Form von Bildungsstandards. Bildungsstandards legen fest, welche Kenntnisse und Fähigkeiten Schülerinnen und Schüler erwerben sollen.

Der Heidelberger Politikwissenschaftler Anton Hauler kritisierte die Ausarbeitung dieser Standards. Er zeigte, dass gemeinschaftskundliche Inhalte teilweise deutlich aus dem früheren Bildungsplan von 1994 übernommen worden seien. Nach seiner Einschätzung erfüllten die Vorgaben außerdem zentrale Anforderungen an Bildungsstandards nicht.

Unterricht, Bewertung und Projekte

Seit der Bildungsplanreform 2004 erstellen die Schulen ihre eigene Stundentafel. Dabei müssen sie die Kontingenzstundentafel einhalten, die den verfügbaren Stundenumfang vorgibt. Für EWG sind insgesamt 15 Wochenstunden vorgesehen.

Trotz dieses großen Umfangs ist EWG nach der Versetzungsordnung der Realschule kein Kernfach. Damit unterscheidet es sich vom Fächerverbund Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA). Außerdem gibt es keine Schuljahre, in denen die Bestandteile von EWG als getrennte Fachmodule unterrichtet werden.

Bis zum Schuljahr 2007/2008 wurden in EWG Vergleichsarbeiten geschrieben. An vielen Schulen dient EWG zudem als Leitfach für die Themenorientierten Projekte Wirtschaften-Verwalten-Recht (TOP WVR) und Berufsorientierung in der Realschule (TOP BORS). Ein Leitfach übernimmt dabei eine zentrale Rolle bei der Organisation und inhaltlichen Anbindung eines solchen Projekts.

Vergleich der Schularten und Schulbücher

Am Gymnasium gibt es den verwandten Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde (GWG). Im Unterschied dazu wird EWG innerhalb einer Realschulklasse in der Regel von nur einer Lehrkraft unterrichtet.

An Hauptschulen sind Erdkunde und Gemeinschaftskunde mit Geschichte zum Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft (WZG) zusammengefasst. Wirtschaftliche Themen befinden sich dort dagegen hauptsächlich im Fächerverbund Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit (WAG). Kritiker sehen die unterschiedliche Zusammensetzung der Verbünde in den verschiedenen Schularten als Anzeichen für eine fehlende Systematik.

Für EWG gibt es fünf Schulbücher von Cornelsen, Klett, Schoeningh, Schroedel und Westermann. Sie unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrer Konzeption und in der Auswahl der behandelten Themen.

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