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We Will Rock You (Musical)
We Will Rock You ist ein Jukebox-Musical von Ben Elton und der britischen Rockgruppe Queen, benannt nach dem gleichnamigen Song und produziert unter der …
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Grundidee und Bedeutung
We Will Rock You ist ein englischsprachiges Jukebox-Musical, also ein Bühnenstück, dessen Handlung mit bereits bekannten Liedern verbunden wird. Das Buch schrieb Ben Elton; Musik und Liedtexte stammen von Queen, bei „Under Pressure“ gemeinsam mit David Bowie. Benannt ist das Musical nach dem Queen-Song „We Will Rock You“. Die Queen-Mitglieder Brian May und Roger Taylor wirkten an der Produktion mit und waren als Musical Supervisors am Casting der Darsteller und Musiker internationaler Inszenierungen beteiligt. Die Uraufführung fand am 14. Mai 2002 im Dominion Theatre im Londoner West End statt.
Die Geschichte spielt 50 Jahre in der Zukunft. Ein mächtiger Konzern hat Individualität, selbst geschaffene Musik und Musikinstrumente verboten. Die Menschen sollen gleich aussehen, gleich handeln und ausschließlich computergenerierte Musik hören. Dagegen kämpfen die Bohemians, eine Gruppe von Rebellen, für Gedankenfreiheit, persönliche Kleidung und echte Rockmusik. Zu den zentralen Figuren gehören Galileo, Scaramouche, die Konzernchefin Killer Queen, ihr Polizeikommandant Khashoggi sowie Bap, Britney und Ozzy.
Unterdrückte Welt und Beginn der Rebellion
Die Erde heißt inzwischen Planet eBay und gehört der Global Soft Corporation. Im Prolog zeigt ein Film wichtige Stationen der Rockmusik bis zu ihrem Tod im Jahr 2040. Der Althippie Bap sammelt Wissen über das frühere Goldene Zeitalter der Rockmusik. Er kennt eine Prophezeiung: Unter dem „Classic Rock“ am „Olymp der Champions“ liege das Heil verborgen; ein „heller Stern“ werde eines Tages den Weg dorthin zeigen. Kommandant Khashoggi, Leiter der Global-Soft-Geheimpolizei, nimmt Bap fest und lässt ihn ins „Seven Seas of Rhye“ bringen. Dorthin werden Rebellen nach der Löschung ihres Verstandes verbannt.
An einer Schule feiern äußerlich und im Verhalten völlig gleiche Gaga-Kids ihren Abschluss. Galileo Figaro unterscheidet sich von ihnen und hört in seinen Träumen rätselhafte Wörter und Klänge. Weil er eigene Musik machen und sich nicht anpassen will, denunziert ihn seine Lehrerin. Auch ein schwarz gekleidetes, unangepasstes Mädchen wird festgenommen. Nach dem Erwachen in einem Krankenhaus fliehen beide gemeinsam. Galileo nennt das Mädchen nach einem Wort aus seinen Träumen Scaramouche.
Killer Queen, die „Regierende Vorstandsvorsitzende“ von Global Soft, will jeden Widerstand vernichten. Als sie von der Prophezeiung und möglicherweise versteckten Instrumenten erfährt, befiehlt sie Khashoggi, sämtliche Steine des Planeten sprengen zu lassen. Die Suche bleibt erfolglos.
Die Flüchtlinge treffen auf Britney und Ozzy, zwei Bohemians. Galileo spricht unbewusst Wörter aus den geheimen Überlieferungen der Rebellen. Als er eine von Britney begonnene Zeile aus „Bohemian Rhapsody“ richtig fortsetzt, halten die Bohemians ihn für den angekündigten „Träumer“. Sie bringen Galileo und Scaramouche ins Heartbreak Hotel. Dort erklären sie, dass sie ihre Namen nach verstorbenen Rockhelden wählen und Musik als etwas verstehen, das aus Liebe entsteht und mit Leidenschaft geschrieben wird. Khashoggi lässt das Versteck stürmen. Britney ermöglicht Galileo und Scaramouche die Flucht, wird dabei aber getötet; die übrigen Bohemians werden gefangen genommen.
Suche nach den Instrumenten und Sieg der Musik
Galileo und Scaramouche entdecken nach ihrer Flucht Peilsender in ihren Körpern. Dadurch erkennen sie, dass sie Khashoggi unabsichtlich zum Heartbreak Hotel geführt haben. Sie entfernen die Mikrochips und gestehen sich ihre Liebe. Währenddessen foltert Khashoggi die Bohemians, doch auch sie verstehen die Prophezeiung nicht vollständig. Er lässt ihren Verstand löschen und bringt sie ins „Seven Seas of Rhye“.
Scaramouche findet durch einen manipulierten Peilsender heraus, dass das „Seven Seas of Rhye“ ein Pub am Genfer See ist. Nach einem Streit darüber, ob Galileo als angeblich auserwählter Mann allein handeln soll, setzen beide die Suche gemeinsam fort. Killer Queen erfährt unterdessen, dass Galileo und Scaramouche entkommen sind, und beseitigt den gescheiterten Khashoggi.
Im Pub treffen Galileo und Scaramouche auf Bap und die apathischen Bohemians. Bap berichtet, Queen habe Musikinstrumente versteckt, damit spätere Rebellen sie als Waffen gegen die musikalische Gleichschaltung einsetzen könnten. Eine aus dem Genfer See aufsteigende Statue Freddie Mercurys erweist sich als der „helle Stern“. Sie weist auf das Wembley Stadium als „Olymp der Champions“ hin.
Galileo, Scaramouche und Bap finden dort zunächst nur Trümmer. Scaramouche fordert Galileo auf, auch ohne Instrumente Musik zu machen. Er beginnt den Rhythmus von „We Will Rock You“ zu stampfen. Daraufhin erscheint die verborgene „mächtige Axt des Langhaarigen“, eine elektrische Gitarre. Galileo kann sie nicht spielen, Scaramouche dagegen sehr gut. Bap hackt das Computersystem von Global Soft und überträgt die Rockmusik über den gesamten Planeten. Die Musik besiegt Killer Queen; die Bohemians und Khashoggi werden befreit. Den Abschluss bilden unter anderem „We Will Rock You“, „We Are the Champions“ und „Bohemian Rhapsody“.
Musik und Unterschiede zwischen Inszenierungen
Die Titelliste besteht überwiegend aus Queen-Songs, die als Solonummern, Duette, Ensemblelieder oder Instrumentalstücke in die Handlung eingebaut sind. Zum ersten Akt gehören unter anderem „Innuendo“, „Radio Ga Ga“, „I Want to Break Free“, „Somebody to Love“, „Killer Queen“, „Under Pressure“, „I Want It All“, „Headlong“ und „Crazy Little Thing Called Love“. Im zweiten Akt erklingen unter anderem „One Vision“, „Who Wants to Live Forever“, „Hammer to Fall“, „Another One Bites the Dust“, „These Are the Days of Our Lives“, „We Will Rock You“, „We Are the Champions“ und „Bohemian Rhapsody“.
Internationale Produktionen unterscheiden sich meist nur geringfügig. In Australien wurde „Play the Game“ durch „Now I’m Here“ ersetzt. In Las Vegas trat „You’re My Best Friend“ an die Stelle von „Who Wants to Live Forever“; außerdem wurde die Aufführung für den dort üblichen 90-Minuten-Standard gekürzt. „Fat Bottomed Girls“ war in London zunächst nur kurz zu hören, wurde in späteren internationalen Inszenierungen vollständig gespielt und nach positiver Resonanz auch in die Londoner Produktion übernommen.
Figuren und Charaktereigenschaften blieben weitgehend gleich. Die weibliche Bohemian heißt je nach Bekanntheit von Meat Loaf oder Ozzy Osbourne entweder Meat oder Ozzy beziehungsweise Oz. In Köln wurde Britney nach Jeanette Biedermann in J.B. umbenannt. Weitere Bohemian-Namen wurden an örtlich oder zeitweise bekannte Personen angepasst. Für Stuttgart 2025 änderte man Commander Khashoggi in Commander Zuckermusk.
Der 2003 veröffentlichte Soundtrack der Londoner Originalbesetzung enthält aus Platzgründen „Crazy Little Thing Called Love“, „Fat Bottomed Girls“ und „Bicycle Race“ nicht. Auch in Spanien und Deutschland erschienen Aufnahmen der jeweiligen Originalbesetzungen; auf dem deutschen Soundtrack fehlt „Don’t Stop Me Now“.
Produktionen, Laufzeit und Auszeichnungen
Die Londoner Urfassung wurde von Queen Theatrical Productions gemeinsam mit Robert de Niros Tribeca Theatrical Productions und Phil McIntyre Entertainment produziert. Obwohl die Kritik sie zunächst ablehnte, wurde sie ein großer Publikumserfolg. Die für Oktober 2006 erwogene Absetzung oder Verlegung in ein kleineres Theater unterblieb wegen der hohen Ticketnachfrage. Die letzte Londoner Vorstellung fand am 31. Mai 2014 statt. In mehr als zwölf Jahren erreichte die Produktion über 6,5 Millionen Zuschauer in mehr als 4600 Aufführungen. Damit hatte sie die längste Spielzeit im 2000 Plätze umfassenden Dominion Theatre und war das am neuntlängsten aufgeführte Musical in der Geschichte des Londoner Theaterdistrikts.
Die deutschsprachige Erstaufführung war am 12. Dezember 2004 im Musical Dome in Köln; dort lief das Stück bis zum 28. September 2008. Jörn Ingwersen übertrug das Libretto, also den Bühnentext, ins Deutsche, Wolfgang Adenberg die Liedtexte. Die Schweizer Erstaufführung fand am 17. November 2006 im Theater 11 in Zürich statt, die österreichische am 16. Januar 2008 im Raimund Theater in Wien. Weitere längere Stationen waren das Apollo Theater Stuttgart von November 2008 bis September 2010 sowie das Stuttgarter Palladium Theater vom 17. Oktober 2025 bis zum 30. August 2026. Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz liefen von Oktober 2010 bis August 2015 und von Oktober 2020 bis Juli 2022.
Weitere Produktionen entstanden seit 2003 unter anderem in Spanien, Australien, den USA, Russland, Japan, Südafrika, Kanada, Neuseeland, Südkorea, Singapur, China, Thailand, Italien, den Niederlanden und mehreren nordeuropäischen Ländern. Internationale Tourneen führten beispielsweise durch Spanien, Großbritannien, Italien und Nordamerika; 2013 fand eine „10th Anniversary World Arena Tour“ statt.
Zu den Auszeichnungen zählen der BBC Radio 2 Audience Award bei den Olivier Awards 2011 und der Dora Award 2007 für „Outstanding Production of a Musical“. Bei den Theatergoers’ Choice Awards 2003 gewann das Stück unter anderem als „Best New Musical“; denselben Titel erhielt es 2003 bei den WhatsonStage Awards. Hinzu kam 2003 der Capital Gold Radio „Legends“ Award für die beste Live-Darbietung des Jahres.