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Zürich

In den international gebräuchlichen Schulstufen-Einteilungen entspricht die Unter- und Mittelstufe der Primarstufe, die Oberstufe der Sekundarstufe 000001I.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Naturraum und Klima
  3. 3. Geschichte und Entwicklung
  4. 4. Bevölkerung, Sprache und Religion
  5. 5. Politik, Wirtschaft und Infrastruktur
  6. 6. Bildung, Kultur, Sport und Lebensqualität

Überblick und Lage

Zürich ist eine schweizerische Stadt, politische Gemeinde und Hauptort des Kantons Zürich; der Bezirk Zürich ist mit dem Stadtgebiet identisch. Mit 440'935 Einwohnern am 31. Dezember 2025 ist Zürich die grösste Stadt der Schweiz. Die Einwohnerdichte beträgt 5015 Einwohner pro Quadratkilometer, der Ausländeranteil 34,2 %. Im Kerngebiet der Agglomeration Zürich leben über eine Million Menschen, in der ganzen Agglomeration etwa 1,45 Millionen Menschen (Stand 2022), also rund ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung.

Die Stadt liegt im östlichen Schweizer Mittelland auf etwa 408 m ü. M. am nördlichen Ende des Zürichsees, wo die Limmat aus dem See fliesst. Die Sihl mündet nördlich der Altstadt beim Platzspitz in die Limmat. Zürich liegt zwischen dem Uetliberg im Westen und dem Zürichberg im Osten. Das Gemeindegebiet umfasst 91,88 km², davon 3,95 km² Zürichsee. Der niedrigste Punkt liegt an der Limmat bei Oberengstringen auf 392 m ü. M., der Uetliberg erreicht 870 m ü. M. und ist der Hausberg der Stadt.

Das Stadtgebiet ist stark bebaut, besonders im Limmattal, an bevorzugten Hanglagen und im Glattal. Wichtige Grünräume sind die Wälder von Adlisberg, Zürichberg, Käferberg, Hönggerberg und Uetliberg sowie Parkanlagen am Seeufer. Zürich besteht heute aus zwölf Stadtkreisen und 22 historischen Stadtquartieren; für statistische Zwecke werden 34 Quartiere unterschieden. Die heutige Stadt entstand durch grosse Eingemeindungen 1893 und 1934.

Naturraum und Klima

Geologisch liegt Zürich im Molassebecken des Schweizer Mittellandes. Besonders wichtig ist die Obere Süsswassermolasse, die vor etwa 16 bis 5 Millionen Jahren abgelagert wurde. Die heutige Landschaft wurde stark durch den Rhein-Linth-Gletscher geprägt. Während des sogenannten Stadiums von Zürich vor etwa 20'000 Jahren entstand der Moränenwall, der den Zürichsee im Norden abschliesst; Spuren davon sind etwa beim Lindenhof und am Burghölzli sichtbar.

Zürich liegt in der gemässigten Klimazone. Westwinde bringen häufig Niederschlag, die Bise aus Ost oder Nordost sorgt oft für kühlere Wetterlagen. Der Föhn hat normalerweise keine besonderen Auswirkungen auf Zürich. Für die Normalperiode 1991 bis 2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur an der Messstation Zürich-Affoltern 9,8 Grad Celsius; die kältesten Monatsmittel liegen im Januar bei 1,0 Grad Celsius, die wärmsten im Juli bei 19,2 Grad Celsius. Im Mittel gibt es rund 87 Frosttage, 16 Eistage, etwa 51 Sommertage und 11 bis 12 Hitzetage. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 1022 Millimetern, verteilt über das ganze Jahr, mit höheren Mengen im Sommerhalbjahr.

Der Artikel beschreibt den Klimawandel in Zürich als Erwärmung und stärkere Feuchtigkeit bei weniger Sonnenschein. Im Vergleich der Zeiträume 1940 bis 1950 und 2013 bis 2024 stiegen die Temperaturen im Juli um 1,77 Grad Celsius und im Dezember um 3,41 Grad Celsius. Der Schneefall im Februar nahm um 0,16 Millimeter ab, und im März verringerte sich die Sonnenscheindauer um 0,56 Stunden.

Geschichte und Entwicklung

Zürich entstand aus der römischen Siedlung Turicum. Bereits ab etwa 80 v. Chr. gab es ein keltisches Oppidum; später folgten eine römische Zollstation, ein Heiligtum im untersten Seebecken und ein spätantikes Kastell auf dem Lindenhof. Im Frühmittelalter war Zürich mit dem Herzogtum Schwaben sowie den geistlichen Stiftungen Grossmünster und Fraumünster verbunden. Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 konnte Zürich Reichsunmittelbarkeit erlangen; 1262 wurde die Reichsfreiheit der Bürgerschaft bestätigt. 1433 bestätigte Kaiser Sigismund die Rechte der Stadt, die damit weitgehende Autonomie als Reichsstadt gewann.

1336 veränderte die Zunftrevolution unter Bürgermeister Rudolf Brun die politische Ordnung: Stadtadel und Zünfte teilten sich fortan die Macht. 1351 trat Zürich der Eidgenossenschaft bei, um seine Unabhängigkeit gegenüber den Habsburgern zu sichern. Besonders wichtig wurde Zürich durch die Reformation. Unter Huldrych Zwingli wurde die Stadt seit 1519 zu einem Zentrum der Reformation. Die Zürcher Bibel entstand 1524 bis 1525 in der Prophezei unter Zwingli, Leo Jud und weiteren Mitarbeitern. Auch die Täuferbewegung nahm ab 1523 in Zürich ihren Anfang; Felix Manz wurde 1527 in der Limmat ertränkt. Heinrich Bullinger und Rudolf Gwalther festigten später die Reformation und pflegten europaweite Kontakte.

1798 endete mit dem Einmarsch der Franzosen die freie Republik der Stadt Zürich; Zürich wurde Hauptort des neuen Kantons Zürich. 1799 war die Stadt in den beiden Schlachten um Zürich umkämpft. Im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg Zürichs zum wirtschaftlichen Zentrum der Schweiz, zunächst durch Textilindustrie, dann unter anderem durch Banken und Versicherungen. 1847 eröffnete die Schweizerische Nordbahn die Strecke Zürich–Baden; damit begann in Zürich das Eisenbahnzeitalter. Mit der Eingemeindung von 1892 wurde Zürich zur ersten Grossstadt der Schweiz mit 121'000 Einwohnern.

Im 20. Jahrhundert prägten Arbeiterbewegung, Sozialdemokratie und Stadtplanung Zürich stark. 1928 erreichte die Sozialdemokratische Partei erstmals eine absolute Mehrheit in Stadtrat und Gemeinderat; das «Rote Zürich» wurde für den kommunalen Wohnungsbau bekannt. 1934 folgte die zweite Eingemeindung, wodurch die Bevölkerung auf 313'294 Personen stieg. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Zürich mehrfach irrtümlich von alliierten Bomben getroffen. Nach 1945 entstanden neue Bauten, moderne Schulhäuser und Diskussionen um Denkmalpflege. Die offenen Drogenszenen am Platzspitz und später am Letten wurden 1992 beziehungsweise 1995 geräumt; die staatliche, ärztlich kontrollierte Drogenabgabe wurde später gesetzlich verankert. Seit den 1990er Jahren wandelten neue Bau- und Zonenordnungen, die Liberalisierung des Gastgewerbes und Umgestaltungen in Zürich-West, Oerlikon und der Europaallee das Stadtbild.

Bevölkerung, Sprache und Religion

Die Bevölkerung Zürichs wuchs stark seit dem 19. Jahrhundert. 1634 wurden 8'222 Personen gezählt, 1836 waren es 14'243, 1880 bereits 27'644. Durch Eingemeindungen und Zuwanderung stieg die Zahl bis 1934 auf 315'864. Der höchste Endjahresbestand wurde 1962 mit 440'180 Personen erreicht; nach Stadtflucht sank die Einwohnerzahl bis 1989 auf 355'901. Am 31. Dezember 2025 lebten wieder 440'935 Menschen in der Stadt. Im November 2016 stammte die Bevölkerung aus 170 Nationen.

Amtssprache ist die schweizerische Variante des Standarddeutschen, oft Hochdeutsch oder Schriftdeutsch genannt. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch oder ein anderer Schweizer Dialekt gesprochen. Diese Zweisprachigkeit innerhalb des Deutschen wird als Diglossie bezeichnet: Standarddeutsch wird vor allem geschrieben und in formellen Situationen gesprochen, Dialekt vor allem im Alltag. Laut Volkszählung 2010 sprachen 69,3 % der Stadtzürcher zu Hause Schweizerdeutsch, 22,7 % Hochdeutsch, 8,8 % Englisch, 7,1 % Italienisch und 4,5 % Französisch; Mehrfachnennungen waren möglich. 20 % sprachen zu Hause zwei oder mehr Sprachen.

Religiös hat sich Zürich stark verändert. Seit 1970 nimmt der Anteil der Konfessionslosen deutlich zu. Bei der Stichprobenerhebung 2024 gaben 49,3 % der Befragten ab 15 Jahren an, keiner Religion anzugehören. 20,1 % waren römisch-katholisch, 15,2 % evangelisch-reformiert, 5,8 % gehörten islamischen Glaubensgemeinschaften an, 5,7 % anderen christlichen Kirchen und 1,2 % jüdischen Glaubensgemeinschaften. Zürich war historisch ein Zentrum des Protestantismus: Die reformierte Konfession und das Täufertum entstanden hier im 16. Jahrhundert. Weitere religiöse Gemeinschaften sind unter anderem orthodoxe Kirchen, Freikirchen, muslimische Zentren, jüdische Gemeinden, ein Hare-Krishna-Tempel und ein buddhistisches Zentrum.

Politik, Wirtschaft und Infrastruktur

Zürich hat ein kommunales Parlament und eine Stadtregierung. Die Legislative ist der Gemeinderat mit 125 Mitgliedern; er wird seit 2006 nach dem Verfahren des «Doppelten Pukelsheim» gewählt, einer doppeltproportionalen Divisormethode mit Standardrundung. Die Exekutive ist der Stadtrat mit neun Mitgliedern. Seit dem 27. Mai 2026 ist Raphael Golta (SP) Stadtpräsident. Die Stadtverwaltung ist in neun Departemente gegliedert, darunter Präsidialdepartement, Finanzdepartement, Sicherheitsdepartement, Hochbaudepartement, Gesundheits- und Umweltdepartement, Schul- und Sportdepartement sowie Sozialdepartement. Als Kantonshauptstadt ist Zürich ausserdem Sitz wichtiger kantonaler Behörden.

Zürich gilt als Wirtschaftszentrum der Schweiz und als internationale Weltstadt. Die Wirtschaft ist stark dienstleistungsorientiert: Knapp 90 % der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor, rund 10 % in der Industrie und weniger als 1 % in der Landwirtschaft. Wichtigster Zweig ist der Finanzdienstleistungssektor mit Zentrum am Paradeplatz. In Zürich sitzen unter anderem UBS, Zürcher Kantonalbank, Julius Bär, die Schweizerische Nationalbank, die Börse SIX Swiss Exchange sowie grosse Versicherungen wie Swiss Re, Swiss Life und Zurich Insurance Group. Der Finanzdienstleistungssektor generiert nahezu 50 % der Steuereinnahmen der Stadt. Bedeutend sind auch unternehmensbezogene Dienstleistungen, Informatik, Forschung, Handel und Tourismus. Jährlich empfängt Zürich rund neun Millionen Tagestouristen und zwei Millionen Übernachtungsgäste.

Der Wohnungsmarkt ist angespannt. 2024 lagen die durchschnittlichen Mietpreise bei 21,8 Schweizer Franken pro Quadratmeter. Eine Dreizimmerwohnung kostete im Durchschnitt 1'578 Franken Nettomiete, eine Zweizimmerwohnung 1'424 Franken, eine Vierzimmerwohnung 1'870 Franken. Am 1. Juli 2025 standen nur 235 Wohnungen leer; die Leerstandsquote betrug 0,1 Prozent.

Zürich ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Der Hauptbahnhof Zürich ist der grösste und wichtigste Verkehrsknoten der Schweiz; täglich verkehren dort 870 nationale und internationale Züge. Der öffentliche Nahverkehr wird vor allem von den Verkehrsbetrieben Zürich mit Tram-, Trolleybus- und Buslinien getragen und durch S-Bahn, Glattalbahn, Limmattalbahn, Polybahn und weitere Bahnen ergänzt. Alle Anbieter sind im Zürcher Verkehrsverbund eingebunden. Der Flughafen Zürich nördlich der Stadt ist der wichtigste Flughafen der Schweiz. Jeder Einwohner der Stadt Zürich legte 2024 im Durchschnitt 10'500 km per Flugzeug zurück; die dadurch verursachten Treibhausgase lagen fast 1,5-mal so hoch wie alle direkten Emissionen innerhalb des Stadtgebiets zusammen.

Bildung, Kultur, Sport und Lebensqualität

Zürich ist ein wichtiger Bildungsstandort. Die Volksschule umfasst neun obligatorische Jahre und ist in Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe gegliedert. Die Stadt ist in sieben Schulkreise eingeteilt. Nach der Primarstufe wechseln die meisten Kinder in die dreijährige Sekundarschule; leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können nach Aufnahmeprüfung ins Langzeitgymnasium eintreten. Auf der Sekundarstufe II gibt es Kantonsschulen, Handelsmittelschulen, Informatikmittelschulen, Fachmittelschulen und Berufsschulen. Besonders bedeutend sind die Universität Zürich, gegründet 1833, und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), gegründet 1855. Beide prägen das Hochschulquartier über der rechtsseitigen Altstadt. Die Zentralbibliothek Zürich ist zugleich Stadt-, Kantons- und Universitätsbibliothek.

Zürich ist auch ein Zentrum von Kunst, Kultur und Tourismus. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Altstadt beidseits der Limmat, Grossmünster, Fraumünster mit Fenstern von Marc Chagall, St. Peter mit dem grössten Turmzifferblatt Europas (8,7 Meter Durchmesser), Bahnhofstrasse, Hauptbahnhof, Schweizerisches Landesmuseum, Kunsthaus, Opernhaus, Tonhalle und Schauspielhaus. Moderne Stadtentwicklung zeigt sich besonders in Zürich-West und in der Europaallee. Wichtige Erholungsräume sind die Seeufer, der Uetliberg, Zoo Zürich, Botanischer Garten, Chinagarten, Belvoirpark und die Wälder an den Hügeln der Stadt.

Die Stadt verfügt über viele Museen, Theater, Konzertorte, Bibliotheken und Archive. Das Kunsthaus Zürich, das Museum Rietberg und das Schweizerische Landesmuseum gehören zu den wichtigsten Museen. Zürich besitzt eine hohe Galeriendichte und gilt als bedeutender Ort für zeitgenössische Kunst. 1916 entstand im Cabaret Voltaire der Dadaismus. Wichtige Veranstaltungen sind Sechseläuten, Knabenschiessen, Street Parade, Züri Fäscht, Zürcher Theater Spektakel und Zurich Film Festival. Das Nachtleben konzentriert sich unter anderem auf Langstrasse, Niederdorf und Zürich-West.

Sportlich ist Zürich durch Vereine wie Grasshopper Club Zürich, FC Zürich und ZSC Lions bekannt. Wichtige Sportstätten sind Letzigrund, Hallenstadion, Swiss Life Arena und Saalsporthalle. Zürich war unter anderem Spielort der Fussball-Weltmeisterschaft 1954, der Fussball-Europameisterschaft 2008 und wird Spielort der Fussball-Europameisterschaft der Frauen 2025 sein. Seit 1928 findet im Letzigrund das Leichtathletik-Meeting «Weltklasse Zürich» statt.

Zürich wird regelmässig mit sehr hoher Lebensqualität verbunden. In der Mercer-Studie stand Zürich bis 2008 siebenmal in Folge auf Platz eins, von 2009 bis 2023 auf Platz zwei hinter Wien und 2024 wieder auf Platz eins. Gleichzeitig gehört Zürich zu den Städten mit den höchsten Lebenshaltungskosten weltweit.

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