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Las Vegas

Die Wüstenstadt Las Vegas bezieht ihr Wasser sowie Trinkwasser zu 90 Prozent aus dem Lake Mead. ... 1999 war der Stausee zum letzten Mal vollständig gefüllt, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Aufstieg der Glücksspielstadt
  3. 3. Erneuerung und Stadtentwicklung
  4. 4. Klima und Bevölkerung
  5. 5. Wirtschaft, Wasser und Verkehr
  6. 6. Kultur, Sport und Umgebung

Überblick und Bedeutung

Las Vegas ist die größte Stadt des US-Bundesstaats Nevada und der Verwaltungssitz des Clark County. Sie liegt im Clark County auf etwa 610 Metern Höhe und wurde 1905 gegründet. Bei der Volkszählung 2020 hatte die Stadt 641.903 Einwohner, die Metropolregion 2.265.461. Das Stadtgebiet umfasst 340,0 km², davon 339,8 km² Land; die Bevölkerungsdichte betrug 1.889 Einwohner je km².

Las Vegas ist das kulturelle, wirtschaftliche und infrastrukturelle Zentrum Nevadas sowie eine der weltweit meistbesuchten Städte. Seit der Legalisierung des Glücksspiels 1931 entwickelte es sich zu einem internationalen Tourismus- und Unterhaltungszentrum. Charakteristisch sind große Hotelkomplexe, Casinos, Shows, Restaurants und weitere Freizeitangebote. Die besonderen Heiratsgesetze Nevadas förderten außerdem die Entstehung zahlreicher Wedding Chapels. Viele bekannte Hotels und Attraktionen liegen am Las Vegas Strip, der größtenteils außerhalb der eigentlichen Stadtgrenzen verläuft, sowie an der Fremont Street.

Entstehung und Aufstieg der Glücksspielstadt

Als erste nicht indigene Person im Gebiet des heutigen Las Vegas gilt Rafael Rivera. Der Mexikaner erreichte den Ort 1829 bei der Suche nach einer Alternativroute des Old Spanish Trail. Wegen der artesischen Quellen und der Vegetation in der trockenen Wüste nannte er ihn Las Vegas, spanisch für „Die Auen“ oder „Die Wiesen“.

1855 gründete die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine erste Siedlung, gab sie jedoch zwei Jahre später auf. Mitte der 1860er Jahre errichtete die US-Armee Fort Baker. Die Wasserquellen machten den Ort zu einem Zwischenstopp für Wagentrecks und Eisenbahnen zwischen Kalifornien und New Mexico. 1903 verkaufte Helen Stewart große Teile ihres Farmgeländes für 55.000 US-Dollar an die San Pedro, Los Angeles and Salt Lake Railroad. Nach Fertigstellung der Bahnstrecke Salt Lake City–Los Angeles wurden am 15. Mai 1905 Grundstücke für insgesamt 265.000 US-Dollar versteigert; dies gilt als offizielle Stadtgründung.

Der Bau des Hoover Dam von 1931 bis 1935 und die Legalisierung des Glücksspiels in Nevada 1931 beschleunigten das Wachstum. 1941 eröffnete das El Rancho Vegas als erstes Hotelcasino außerhalb der damaligen Ortschaft, 1942 folgte das New Frontier. Das Flamingo Las Vegas verband ein Hotelcasino mit einem Bühnensaal für Stars. Entgegen einer verbreiteten Legende war der Mobster Bugsy Siegel jedoch nicht der Erfinder dieses Konzepts.

In den 1950er Jahren kamen Besucher auch wegen der Atombombentests auf der nahe gelegenen Nevada Test Site. Zugleich kontrollierte die amerikanische Cosa Nostra zahlreiche Hotels und zweigte durch „Skimming“ Casinogewinne vor der Versteuerung ab. Ab 1960 wurden Casinobauten teilweise über den Pensionsfonds der Teamsters-Gewerkschaft finanziert. Die illegalen Vorgänge wurden später aufgedeckt; 1979 löste die Festnahme eines Geldkuriers mit zwei Paketen zu je 40.000 US-Dollar weitere Ermittlungen aus. Howard Hughes führte ab 1967 neue Geschäftsmodelle ein und drängte den Einfluss organisierter Kriminalität allmählich zurück. In den 1970er und 1980er Jahren galt die Stadt dennoch als zunehmend heruntergekommen.

Erneuerung und Stadtentwicklung

Eine Trendwende begann 1989 mit der Eröffnung des Mirage durch Steve Wynn. Aufwendige Angebote wie die Siegfried-&-Roy-Show zogen wieder zahlungskräftige Gäste an. Das Las Vegas Convention Center, eine der größten Messehallen der Welt, erschloss mit Kongressen und Tagungen ein weiteres Publikum. Seit der Jahrtausendwende versucht die Stadt, ihr Image von der „Sin City“ zur familienfreundlicheren „City of Entertainment“ zu verändern. Gleichzeitig sank der Anteil der Hoteleinnahmen, der unmittelbar aus dem Glücksspiel stammt, zugunsten anderer Freizeitangebote.

Seit den 2010er-Jahren wird Downtown, das gegenüber dem Strip an Bedeutung verloren hatte, erneuert. 2012 eröffneten dort unter anderem das Smith Center for the Performing Arts, vier Museen und das von Frank Gehry entworfene Cleveland Clinic Lou Ruvo Center for Brain Health. Am Strip entstand 2009 das CityCenter mit Hotels und Wohnungen in mehreren Hochhäusern. An seiner Planung waren unter anderem die Architekturbüros von Norman Foster, Helmut Jahn und Daniel Libeskind beteiligt; es gilt als teuerstes privat finanziertes Bauprojekt der US-Geschichte. 2016 folgte die T-Mobile Arena.

Am 1. Oktober 2017 wurden bei einem Musikfestival gegenüber dem Mandalay Bay 58 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt. Später stärkten große Sport- und Bauprojekte den Tourismus: Die Vegas Golden Knights nahmen 2017 den Spielbetrieb auf, die Raiders zogen 2020 nach Las Vegas. Ihr Allegiant Stadium bietet 72.000 Plätze und war bei seiner Eröffnung mit rund zwei Milliarden US-Dollar Baukosten das teuerste Stadion der Welt. 2021 eröffnete Resorts World Las Vegas als teuerstes Hotelprojekt der Stadt. 2023 wurde im Vorort Paradise die Sphere fertiggestellt, das größte kugelförmige Gebäude der Welt; mehr als 90 Prozent ihrer Fassade lassen sich mit LED-Technik animieren.

Klima und Bevölkerung

Las Vegas besitzt ein heißes Wüstenklima der Klimaklasse BWh. Die Sommer sind lang, sehr heiß und trocken, die Winter kurz und kühl. Für den Zeitraum 1961 bis 1990 lag die mittlere tägliche Höchsttemperatur im Juli bei 41,1 °C, die mittlere Tiefsttemperatur bei 24,6 °C. Im Januar betrugen die entsprechenden Werte 14,1 °C und 0,9 °C. Im Jahr fielen durchschnittlich nur 104,8 mm Niederschlag an 17,4 Regentagen; die mittlere Sonnenscheindauer lag bei 10,5 Stunden täglich.

Die Einwohnerzahl stieg von 5.165 im Jahr 1930 über 64.405 im Jahr 1960 und 258.295 im Jahr 1990 auf 641.903 im Jahr 2020. Zwischen 1990 und 2016 verdoppelte sie sich mehr als. Da das eigentliche Stadtgebiet inzwischen dicht besiedelt ist, findet ein wachsender Teil der Entwicklung in den Vororten statt.

Las Vegas ist stark durch Zuwanderung geprägt. 2008 waren 78 Prozent der Einwohner außerhalb Nevadas geboren. Der Anteil der im Ausland Geborenen stieg von ungefähr einem Zehntel im Jahr 1990 auf fast ein Viertel; viele Zuwanderer kamen aus Mexiko. 2009 wurde Las Vegas zu einer „Majority-Minority City“: Damit ist eine Stadt gemeint, in der nicht-hispanische Weiße weniger als die Hälfte der Bevölkerung bilden. Ihr Anteil lag bei 47,9 Prozent, der Anteil der Hispanics bei 31,5 Prozent; 1980 hatte dieser noch 7,8 Prozent betragen. Für zwei Drittel der Einwohner ist Englisch die Hauptsprache, ein Viertel spricht zu Hause Spanisch. 16 Prozent der Befragten gaben an, nicht sehr gut Englisch zu sprechen.

Wirtschaft, Wasser und Verkehr

Tourismus, Hotels, Casinos, Messen und Unterhaltung bestimmen die Wirtschaft. 2017 brachte der Tourismus etwa 60 Milliarden US-Dollar ein; die Casinos erzielten insgesamt ungefähr 4,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Die Stadt verfügt über rund 150.000 Gästebetten. 2014 kamen erstmals mehr als 40 Millionen Touristen. Die COVID-19-Pandemie ließ die Besucherzahl von 42,52 Millionen im Jahr 2019 auf 19,03 Millionen 2020 fallen; 2021 stieg sie wieder auf 32,23 Millionen.

Außerhalb von Glücksspiel und Tourismus sind die städtischen Behörden mit 20.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber. Weitere Arbeitsplätze bieten unter anderem die University of Nevada, die Post und 30 Krankenhäuser. Das Pro-Kopf-Einkommen lag bei 27.988 US-Dollar und damit leicht über dem damaligen US-Durchschnitt von 27.466 US-Dollar; die offizielle Arbeitslosenquote betrug rund 5,5 Prozent. Die Metropolregion erwirtschaftete 2018 insgesamt 122,4 Milliarden US-Dollar und belegte damit Platz 36 unter den US-Großräumen.

Die Wasserversorgung ist wegen der Wüstenlage besonders wichtig. Las Vegas bezieht 90 Prozent seines Wassers und Trinkwassers aus dem Lake Mead. Der Stausee war zuletzt 1999 vollständig gefüllt; danach sank sein Wasserspiegel um mehr als 30 Meter. Als Ursachen der Knappheit nennt der Artikel Wasserverschwendung, starkes Bevölkerungswachstum und den expandierenden Tourismus. Zur Kontrolle setzte der Wasserdistrikt drei sogenannte Water-Waste-Investigators ein.

Der Harry Reid International Airport verzeichnete 2019 rund 52 Millionen Passagiere und stand 2021 weltweit an zehnter Stelle nach Passagieraufkommen. RTC Transit betreibt ein Busnetz mit 38 Linien auf 1.732 km²; außerhalb der Hauptlinie The Deuce sind die Takte oft lang und nicht aufeinander abgestimmt. Die Las Vegas Monorail fährt seit 2004 in 14 Minuten vom MGM Grand zum Sahara Las Vegas. Auf der Bahnstrecke zwischen Salt Lake City und Los Angeles findet seit 1997 nur noch Güterverkehr statt. Seit Januar 2024 ist es auf den 15 Fußgängerbrücken am Strip verboten, etwa zum Fotografieren stehen zu bleiben; möglich sind bis zu sechs Monate Haft oder 1.000 US-Dollar Geldstrafe.

Kultur, Sport und Umgebung

Las Vegas ist für dauerhaft in Hotels oder Casinos aufgeführte Shows bekannt. Solche Engagements heißen „Residencies“. Seit den 1940er-Jahren traten dort Orchester, Big Bands und bekannte Künstler auf. Zu prägenden Namen gehörten Liberace, Nat King Cole, Ella Fitzgerald, Marlene Dietrich, Frank Sinatra, Wayne Newton und Elvis Presley. Presley gab in den 1970er Jahren 837 Konzerte am Stück im damaligen International Hotel. Später wurden Zaubershows von David Copperfield sowie Siegfried & Roy bedeutend. Im 21. Jahrhundert machten erfolgreiche Auftritte von Céline Dion, Britney Spears, Jennifer Lopez, Lady Gaga und Adele die Residency erneut attraktiv.

Wichtige Einrichtungen sind das 2012 eröffnete Mob Museum, das Marjorie Barrick Museum of Art, das Las Vegas Natural History Museum und das Neon Museum. Die Bellagio Gallery of Fine Art zeigt wechselnde Ausstellungen. Im Arts District zwischen Downtown und Strip liegen kleinere Galerien und Ausstellungsräume; dort findet monatlich das Kunstfestival First Friday statt.

Im Profisport spielen die Vegas Golden Knights seit der Saison 2017/18 in der National Hockey League und gewannen mit der T-Mobile Arena eine moderne Heimstätte. Die früher in Oakland ansässigen Raiders treten seit 2020 in der National Football League im Allegiant Stadium an. Hinzu kommen das Minor-League-Baseballteam Las Vegas Aviators und die seit 2004 jährlich veranstaltete NBA Summer League. Eine dauerhafte NBA-Mannschaft kam bisher auch wegen der lockeren Glücksspiel- und Wettgesetze nicht zustande.

Las Vegas dient außerdem als Ausgangspunkt für Ausflüge. Nahe Ziele sind der Hoover Dam am Colorado River und der Lake Mead, der Red Rock Canyon, das etwa 80 Kilometer entfernte Valley of Fire sowie die Spring Mountains um Mount Charleston und Lee Canyon. Dort liegt auf 2.600 Metern das Las Vegas Ski and Snowboard Resort. Weitere Ziele sind das ungefähr 200 Kilometer entfernte Death Valley, der Grand Canyon in Arizona und die frühere Goldgräberstadt Rhyolite, heute ein Freilichtmuseum.

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