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Warum China so erfolgreich ist | ZDFinfo Doku

ZDFinfo Dokus & Reportagen43:41 352.691 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. China, eine Nation voll landschaftlicher Vielfalt. Von den Gipfeln des Himalaya bis zu den Dühnen der Wüste Gobi.
  2. Chinas Landkarte ist von Flüssen, Gebirgen und Wüsten geprägt. Die Geographie beeinflusst die Entwicklung des Landes.
  3. China ist faszinierend, denn [musik] es ist nicht nur ein Land, es hat eine Zivilisation und ein Imperium hervorgebracht.
  4. Chinas Geschichte ist von Machtkämpfen bestimmt im Inneren wie nach außen. Wie konnte China so viel Einfluss in der Welt gewinnen?
  5. Die Geographie ist eine Hälfte der Antwort, die andere menschliche Entscheidungen.
  6. Doch wie bestimmen Geographie und Natur den Lauf einer der ältesten Zivilisationen der Welt?
  7. [musik] China, ein Land der Superlative.
  8. China ist nach Russland, Kanada und den USA das viertgrößte Land der Erde. Seine über 22 000 km langen Grenzen berühren 14 Nachbarstaaten.
  9. Heute leben in China etwa 1,4 Milliarden Menschen. Sie gehören 56 anerkannten ethnischen Gruppen an. Davon stellen die Han mit
  10. 91% die Bevölkerungsmehrheit. Doch China zeichnet sich nicht nur durch seine Größe aus, sondern auch durch seine strategische Lage.
  11. China steht in der Mitte und die Satellitenstaaten befinden sich drum herum. Das ist die chinesische Ideologie, der Sinozentrismus, die alte
  12. Idee von China im Zentrum der Welt. Dieses Weltbild basiert auch auf Chinas Geographie, denn das Reich der Mitte ist von natürlichen Grenzen umgeben.
  13. [musik] Chinas Landkarte ist von Flüssen, Gebirgen und Wüsten geprägt.
  14. Geologisch gesehen gleicht China einer gigantischen Treppe mit drei Stufen. Die oberste Stufe im Westen bildet die Chinghai Tibet Hochebene.
  15. Die mittlere Stufe besteht aus zerklüftetem [musik] Berland, Plateaus und Becken. Die Ausläufer des Gebirges fallen von
  16. West nach Ost allmählich ab. Die unterste Stufe bis zu den Küsten bilden ausgedehnte Tiefebenen mit Chinas
  17. wichtigsten Flüssen und das südchinesische Bergland. So sind zwei große Klimazonen entstanden, [musik]
  18. die Chinas Entwicklung entscheidend prägen. [musik] Die sogenannte Hullinie teilt China in
  19. zwei klimatische Hälften. Im Osten sorgt der Regen für fruchtbare Ebenen zwischen den zwei großen Flüssen. Im Westen blockiert das Hochland von
  20. Tibet die feuchten Luftmassen vom indischen Ozean. Dadurch erhält der östliche Himalaya reichlich Niederschlag. Während der Nordwesten
  21. Chinas trocken bleibt. Im Osten sorgt der pazifische Monsun für feuchtwarmes Klima. Zusammen mit fruchtbaren Böden entlang des Janze ermöglicht das eine
  22. intensive Landwirtschaft. Die Chinesen sagen immer, dass wir die Kinder von zwei Flüssen sind. Das
  23. stimmt. Der gelbe Fluss im Norden und der Janze im Süden. Der Yangze ist mit 6300 km nicht nur der längste Fluss Chinas, sondern nach Nil
  24. und Amazonas auch der drittlängste weltweit. [musik]
  25. An den Flüssen entstehen die ersten Zivilisationen, die das Wasser für die Landwirtschaft nutzen.
  26. Amteze und an anderen Flüssen im Osten Chinas lassen sich vor ca. 9000 Jahren die ersten Menschen nieder. Im trockeneren Norden bauen sie zunächst
  27. Hirse an. Die nährstoffreichen Lehmöden entlang der Flüsse im Süden bieten dagegen ideale Voraussetzungen für den
  28. Reisanbau. Reis wird ab etwa 2500 vor Christus zum Hauptnahrungsmittel im frühen China.
  29. Wenn man in China jemanden begrüßt, sagt man nicht nur hallo, man fragt auch: "Hast du schon gegessen?" Das zeigt, wie wichtig das Essen in der
  30. chinesischen Kultur ist. Um Anbauflächen und Wasser effizienter zu nutzen, beginnen Reisbauern komplexe
  31. Terrassensysteme anzulegen. Neue Reissorten mit höheren Erträgen und kürzerer Anbauzeit beschleunigen das
  32. Bevölkerungswachstum zusätzlich. [musik]
  33. Während im Süden der Reisanbau [musik] vom Janze abhängt, spielt im Norden ein anderer Fluss eine wichtige Rolle in der Geschichte Chinas. Der Hang. Der gelbe
  34. Fluss. [musik]
  35. Der Name kommt vom hohen Anteil an Sedimenten, die der Fluss mit sich führt.
  36. Durch die langsame Strömung in der nordchinesischen [musik] Tiefebene lagern sich diese ab und bilden fruchtbare Böden.
  37. Das ist Segen und Fluch zugleich, denn die ständige Veränderung [musik] des Flussbettes führt immer wieder zu katastrophalen Überschwemmungen.
  38. Chinesische Herrscher mussten von vorne rein beweisen, dass sie in der Lage waren mit Wasser um zu gehen und Not Abhilfe zu schaffen, wenn irgendetwas
  39. schiefging. Das heißt, große Wasserbauprojekte zu organisieren und da muss eine Dynastie einiges dran setzen, ähm damit die Leute tatsächlich bei
  40. diesen Dingen mitmachen. Das heißt, eine Kultur, in der Wasserbau die entscheidende Kapazität eines Herrschers ist.
  41. Um etwa 2000 vor Christus entsteht Überlieferungen zufolge die erste Dynastie Chinas.
  42. [musik] Die Anfänge der chinesischen Zivilisation liegen in der sogenannten
  43. Sardynastie. Der Legende nach entstand sie nach einer kosmischen Flut. Wir glauben, dass es sich bei Jahr um
  44. einen frühen Stammesverband gehandelt hat. Ihrem sagen umwobenen Anführer König Jü gelingt es ein [musik] komplexes
  45. Kanalsystem anzulegen und den Ruang zu kontrollieren. [musik]
  46. Laut Legende legt er damit den Grundstein für die chinesische Kultur. Archäologen sind sich nicht einig, ob es sich bei der SIA wirklich um die erste
  47. Dynastie handelte, die große Teile des heutigen Chinas kontrollierte, oder nur um eine frühe Zivilisation neben anderen.
  48. Die Existenz der SIA Dynastie ist bis heute umstritten. Historisch belegt ist die Shang Dynastie unter ihrem Gründer König Cheng Tang.
  49. Das Erbe der Schang, [musik] die erste chinesische Schrift, gefunden auf Tierknochen und Schildkrötenpanzern.
  50. Die Shang beherrschen ab 1600 vor Christus ein ausgedehntes Gebiet zwischen Huanger und Janze. Doch um 1045 vor Christus werden sie von
  51. der Joynastie abgelöst. Es ist der Beginn großer politischer Umwälzungen im antiken China.
  52. In dieser unruhigen Zeit wird ein Mann geboren, der das Land bis heute prägt. Konfuzius. Während lokale Herrscher um die Macht
  53. ringen, entwickelt der Gelehrte eine andere Vision des Zusammenlebens. Harmonie und Tugend statt Gewalt lautet sein Credo. [musik]
  54. In seinen Lehren ist die Familie das Fundament der Gesellschaft und Bildung der Weg zur Weisheit. Ein gerechter Herrscher wacht über eine hierarchische
  55. Ordnung. Dieses recht flexible Konzept spielt in der chinesischen Gesellschaft bis heute
  56. eine Rolle und verkörpert den chinesischen Traum. Man muss nur an diese Idee des Konfuzius glauben, um Chinese zu sein.
  57. Die Lehren des Konfuzius finden zu seinen Lebzeiten keine breite Anerkennung. Erst in den folgenden Jahrhunderten
  58. werden sie zum Kompass der chinesischen Kultur. Ende des fünften Jahrhunderts vor Christus beginnt die Zeit der
  59. streitenden Reiche. Mehrere Fürstentümer kämpfen [musik] um die Vorherrschaft und treiben so die technische und militärische Entwicklung voran.
  60. Die rivalisierenden Herrscher liefern sich unzählige Schlachten. Krieg und Tod bestimmen den Alltag der Menschen.
  61. Erst im Jahr 221 vor Christus geht Chin Shireich aus 250 Jahren Krieg hervor und vereint als erster Kaiser das Reich.
  62. Einige Historiker gehen davon aus, dass der Name Chin zur Grundlage der heutigen Bezeichnung China wird.
  63. Mit einer Fläche von fast 3 Millionen Quadratkilometern erstreckt sich das [musik] Reich der Chin über ein riesiges Gebiet.
  64. Um es besser kontrollieren zu können, lässt Chinangi ein Straßennetz errichten. Außerdem führt er einheitliche Maße und
  65. Gewichte sowie ein Währungs und Schriftsystem ein. Der erste Kaiser Chinas, der gründet 36 Provinzen und schickt Beamte aus der
  66. Zentralmacht in diese einzelnen Staaten, sodass ein gewisser äh Standard äh ab dieser Zeit Voraussetzung ist dafür, dass die Politik in dem ganzen Reich
  67. tatsächlich funktionieren kann. Standards, die vom chinesischen Kernland ausgehen und zum Teil bis in die Moderne überdauern.
  68. Doch der erste Kaiser will mehr als Macht auf Erden. Für den Schutz im Jenseits lässt Shihuang die ein Heer von über 8000 Tonkriegern anfertigen.
  69. Die sogenannte Terracotta Armee gilt bis heute als Zeichen seiner autoritären Herrschaft und seines absoluten Machtanspruchs.
  70. China ist faszinierend, denn es ist nicht nur ein Land, es hat eine Zivilisation und ein Imperium hervorgebracht.
  71. Trotz seiner Größe sieht sich das Reich immer wieder von außen bedroht, vor allem durch Reiternomaden aus dem Norden.
  72. Um sich vor ihnen zu schützen, errichten Chinas erste Herrscher zahlreiche Verteidigungsanlagen.
  73. Chin Shiuangi lässt sie zu einer durchgehenden Befestigungsanlage verbinden. Die chinesische Mauer [musik] ist eine
  74. gewaltige Verteidigungslinie aus Stein, Erde und Holz, gebaut zum Schutz vor den sogenannten Barbaren aus dem Norden. Mauern ganz generell sind eben ein
  75. Ansatz, um mit gewissen Herausforderungen von Gegendern eben umzugehen.
  76. [musik] Und das sind ab dem 2. Jahrhundert vor Christus vor allem die Song Nu, ein
  77. Steppenvolk aus der heutigen Mongolei. An der Grenze zu China führen sie immer wieder gezielt [musik] Raubzüge durch. Also die Chinesen versuchten aus diesem
  78. Gebiet die nomadischsten Steppe des Nordens herauszuhalten. Nun war es so, dass chinesische Geschichte immer gekennzeichnet gewesen
  79. ist von einem Austausch zwischen Nomaden im Norden und Ackerbaukultur im Süden. Rinderzucht z.B. ist etwas, was in China nie wirklich betrieben worden ist. Dafür
  80. hatte man die Nomaden im Norden, aber trotz dieses wirtschaftlichen Austauschs hat es immer auch kriegerische Auseinandersetzung gegeben.
  81. Die Überfälle des Jungnu sind berüchtigt. Ohne Vorwarnung attackieren sie Dörfer, rauben Lebensmittel, Handelsgüter und Waffen.
  82. Doch das Grenzgebiet ist zu groß, um sich vor ihnen zu schützen. Deshalb lassen die Herrscher der Handynastie die chinesische Mauer ab dem
  83. 2. Jahrhundert vor Christus weiter ausbauen. Unter der Han Dynastie erreicht die Anlage mit über 10.000 km Länge ihre
  84. größte Ausdehnung. [musik] von der Wüste Gobi bis zur koreanischen Halbinsel.
  85. Abgeschlossen wird der Bau jedoch erst im 17. Jahrhundert, nach über 2000 Jahren.
  86. Mit einer Gesamtlänge von über 20.000 durchzieht die große Mauer heute das nördliche China und führt durch Peking Tienzin 10 Provinzen und drei autonome
  87. Regionen. Doch das hat seinen Preis. Extreme Arbeitsbedingungen, Unfälle und
  88. Angriffe fordern zahlreiche Opfer. Während die Handdynastie versucht, den Norden durch Mauern zu schützen, sind
  89. sie sonst durch Berge und Wüsten gut abgeschirmt. Mit den Ländern im Westen ist das antike China nur über wenige Straßen [musik]
  90. verbunden. Der Unterschied, den China wirklich gegenüber anderen alten Zivilisationen auszeichnet, ist diese Abgeschiedenheit
  91. gegenüber Mittelasien. Von Mittelasien aus sind die Beziehungen bis Europa einfach immer leichter gewesen als bis nach China hin.
  92. Die Isolation wird durch schlagkräftige Reitervölker wie die Song Nu, noch verstärkt. [musik]
  93. Erst die Expansion nach Westen unter Kaiser Wu ändert [musik] das. Eroberungen, aber auch Bündnisse mit anderen Reichen sollen Sicherheit und
  94. Handel garantieren. [musik] Einer der ersten Chinesen, der den Westen erkundet, ist der gesamte Chang Zien.
  95. Er durchquert [musik] Wüsten und Gebirge, bereist zahlreiche Länder und kehrt mit wertvollen Erkenntnissen [musik] aus Zentralasien zurück.
  96. Es ist der Beginn einer der wichtigsten Handelsrouten der Geschichte, der Seidenstraße.
  97. Die Seidenstraße ist in der Vorstellung Chinas und der Welt von enormer Bedeutung. Dort wurde nicht nur Seide gehandelt, es war ein Austausch von
  98. Waren und Ideen. So verbreitet sich der Buddhismus nach Osten. Wissen über Papier und
  99. Porzellanherstellung hingegen gelangt nach Westen. Den Chinesen ist bewusst, dass der Rest der Welt uns eingeschlossen noch in
  100. Lehütten haust, als sie bereits Seide und Schießpulver entwickeln. Im Laufe der Jahrhunderte entsteht zwischen Asien und Europa ein
  101. Handelsnetz mit einer Gesamtlänge von über 6400 km. Zahlreiche Städte, Stützpunkte und kulturelle Zentren [musik] entwickeln
  102. sich entlang der Route. Darunter Sie an Duen Huang oder Kashka. Im Spätmittelalter gehen Handel und Austausch entlang der Seitenstraße
  103. jedoch zurück. Zum einen erschwert der Aufstieg des Osmanischen Reiches ab dem Ende des 13.
  104. Jahrhunderts den wahren Austausch über Kleinasien. Die Osmanen kontrollieren wichtige Städte wie Bagdad, Damaskus und
  105. Jerusalem und verlangen hohe Zölle. Andererseits ebnen europäische Seefahrer wie der Portugies Vasco da Gama im 15.
  106. und 16. Jahrhundert den [musik] Weg für den Seehandel mit Asien. Das alles führte eben dazu, dass diese europäischen Nationen dann anfingen
  107. tatsächlich Präsenzen zu entwickeln in Ost und Südostasien. Bereits 157 gründet Portugal in Maao seine erste
  108. Niederlassung auf chinesischem Boden. Was als kleiner Stützpunkt beginnt, [musik] wird schnell zum Brückenkopf europäischer Expansion in Asien.
  109. Als sich die Ching Dynastie im 18. Jahrhundert den Europäern öffnet, [musik] beschränkt der Kaiser den Handel zunächst auf die Stadt Kanton. Dort
  110. gelten strenge Regeln für europäische Kaufleute, [musik] auch für die britische East India Company, die in China neue Märkte
  111. erschließen will. Für Tee, Porzellan und Seide akzeptiert das Kaiserreich von ihnen nur Silber. Weil das knapp und treuer ist, weichen
  112. sie auf ein anderes Zahlungsmittel aus. Und dies ist eigentlich der Anlass dazu gewesen, dass äh England begann in großem Maßstab Opium aus Indien,
  113. Nordindien den großen Mondanbau gebieten nach China zu exportieren und den Chinesen hat das nicht gefallen. Sie haben sehr wohl sehr schnell
  114. gesehen, was diese Droge anrichten konnte. Millionen Chinesen werden abhängig. Massive soziale [musik] und
  115. wirtschaftliche Probleme sind die Folge. Im Jahr 1839 lässt ein Gouverneur des Kaisers rund 1000 [musik] Tonnen Opium vernichten.
  116. Großbritannien sieht seine Interessen bedroht und entsendet Kriegsschiffe. Der erste Opiumkrieg beginnt und endet nach 3 Jahren mit der Kapitulation
  117. Chinas. Auch den zweiten Opiumkrieg zwischen 1856 und 1860 verliert das geschwächte Kaiserreich.
  118. Mit diesen Konflikten beginnt für China das sogenannte [musik] Jahrhundert der Demütigung.
  119. Ab da kamen immer mehr westliche Mächte nach China und versuchten sich Grenzregionen anzueignen, unfähre Handelsbedingungen durchzusetzen oder
  120. zusätzliche Gebiete zu erobern. Nach den Opiumkriegen wird Hongkong britische Kronkolonie.
  121. 16 Hafenstädte müssen ihre Märkte für den Westen öffnen. Zahlreiche europäische Handelsstützpunkte entstehen an der Küste und im Landesinneren.
  122. Nach und nach verliert die Ching Dynastie die Kontrolle über Wirtschaft und Handel. Eine Situation, die die Europäer zunehmend für ihre Interessen
  123. ausnutzen. In der Provinz Chandong führt das zu Spannungen in der Bevölkerung. Als beim sogenannten Gi Vorfall 1897
  124. zwei deutsche Missionare getötet werden, reagiert das deutsche Reich mit der Besetzung chinesischer Gebiete.
  125. Andere Großmächte sichern sich ebenfalls Rohstoffe und strategische Positionen. Großbritannien zwingt China die sogenannten [musik]
  126. New Territories, um die Kronkolonie Hong Kong für die nächsten 99 Jahre zu verpachten.
  127. Mit dem Verlust Hong Kongs und den New Territories war China nicht mehr das große Reich der Mitte, sondern nur noch der große Verlierer der Kolonialzeit.
  128. Im Jahr 1899 steht das Reich der Mitte am Abgrund. Dann wehrt sich der Geheimbund der Boxer, Kampfsportbegeisterte Bauern aus
  129. dem Nordosten gegen den wachsenden Einfluss des Westens. Es gibt eben also auch relativ schnell eben die Idee, wir nutzen diese Boxer,
  130. um eben gegen die Ausländer vorzugehen. Wenig später eskaliert der sogenannte Boxeraufstand. Die Kämpfer belagern Peking, greifen
  131. Christen und Ausländer an. Schließlich wird der Aufstand von einer internationalen Allianz, darunter Großbritannien, Deutschland und Japan,
  132. brutal niedergeschlagen. China wird zur Kapitulation und der [musik] Unterzeichnung des
  133. Boxerprotokolls gezwungen. Abkommen sieht hohe Reparationszahlungen und eine dauerhafte ausländische [musik]
  134. Militärpräsenz vor. Doch die erneute Niederlage der Ching Dynastie ist noch aus einem anderen
  135. Grund bedeutend. [musik]
  136. Der Übergang von den chinesischen Dynastien zur Republik war ein großer historischer Wendepunkt. Anfang des 20. Jahrhundert setzen
  137. westliche Mächte und eine hungernde Bevölkerung die herrschende Dynastie zunehmend unter Druck. Erst der Tod der umstrittenen
  138. Kaiserinwit Cersey 1908 beendet die jahrelange Misswirtschaft. Ihr Nachfolger ist der zweijährige Puji. Doch auch dessen Regenten können den
  139. Niedergang der Ching nicht mehr aufhalten. Nach fast 4000 Jahren endet das Kaiserreich Chinas durch eine
  140. Revolution. Am 1. Januar 1912 wird die Republik ausgerufen.
  141. Die nationalistische Partei der Kurintang, unter Führung von Sunzen Zen betritt die politische Bühne. Ihr Ziel: Der Wiederaufbau eines modernen und
  142. starken Nationalstaates. Während die Kurintang um die Vorherrschaft kämpft, entwickelt sich
  143. Shanghai zum wichtigsten Handels- und Finanzzentrum Chinas. Frankreich, [musik] Großbritannien und die USA verwalten in der Hafenstadt
  144. Konzessionsgebiete mit eigenen Gesetzen. Aber auch die Nationalisten erwirtschaften einen Großteil ihrer Einnahmen in Shanghai.
  145. Dem stehen extreme Armut und Ausbeutung der Landbevölkerung gegenüber. Die Bedingungen für die Existenz dieser Republik war natürlich extrem schwer.
  146. Inspiriert von der russischen Revolution und dem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit gründen Studenten und Intellektuelle 1921 die kommunistische
  147. Partei Chinas. Chiang Kaiek übernimmt ab 1925 die Führung der nationalistischen Chor
  148. Mintang und wird 1928 Staatsoberhaupt. Die Konflikte zwischen Nationalisten und Kommunisten und wirtschaftliche Krisen erschüttern die Republik.
  149. Das sieht Japan als Chance. Der ostasiatische Rivale hat es auf den Nordosten Chinas abgesehen. Der Grund: Japan braucht Rohstoffe für seine
  150. Expansionspläne und die wachsende Industrie. Die Manschurei ist reich an Kohle und Erdöl und verfügt über fruchtbare Böden.
  151. 1931 besetzt Japan die Region und errichtet den Marionettenstaat Manchu Chinas Situation wurde nicht nur durch den westlichen Kolonialismus schlimmer,
  152. sondern auch durch den der Japaner, der darauf folgte. Das war so, als würde man Salz in die Wunde streuen.
  153. 1937 greift Japan im zweiten japanischinesischen Krieg erneut nach der Macht in Asien
  154. und zwar mit allen Mitteln. Beim Massaker von Nanking ermorden japanische Truppen über 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangenen.
  155. Chinesische Nationalisten [musik] und Kommunisten kämpfen Seite an Seite gegen den gemeinsamen Feind Japan. Diese Ausgangslage führte ja letztlich
  156. dazu, dass ab 1937 dann in äh China der Zweite Weltkrieg begann, zwei Jahre bevor er in Europa begann.
  157. Japanische Truppen dringen immer weiter ins Landesinnere vor. Millionen Menschen sterben oder sind auf der Flucht.
  158. Erst mit den Atombombenabwürfen der USA auf Hiroshima und Nagasaki 1945 endet auch der japanische Expansionskrieg in China.
  159. [musik] Japan kapituliert bedingungslos. Eroberte Gebiete wie Taiwan und die Manschurei werden an China
  160. zurückgegeben. [musik] Nach dem Friedensschluss setzt sich der Bürgerkrieg zwischen den Nationalisten
  161. und den Kommunisten unter Mauzedung fort. Als dieser am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausruft, liegt ein
  162. halbes Jahrhundert voller Krisen, Kriege und Revolutionen hinter China. Doch die neue kommunistische Führung wirkt für Hoffnung.
  163. [musik] Ma glaubte, dass man zunächst alles zerstören müsse. Nur auf einem neuen
  164. Blattpapier lasse sich das schönste Bild malen. Doch nicht alle folgen Marus Vision. Ciang Kai Sheek, Führer der Kur in Tang,
  165. gesteht seine Niederlage ein. Mit ihm verlassen bis zu 2 Millionen Anhänger das Festland. Ihr Ziel: Taiwan.
  166. In Abgrenzung zur kommunistischen Volksrepublik gründet Xiang Kaisek dort 1949 die Republik China.
  167. Eine geteilte Nation mit geteilter Ideologie entsteht. Ein Konflikt, der bis heute anhält. Nach der Flucht Chianische richtet Mao Zitung seinen
  168. Blick zuerst nach Westen. Tibet soll Teil der kommunistischen Volksrepublik werden. Maus strategische Interessen folgen dabei einer
  169. geographischen Wahrheit. Wer die Quellen kontrolliert, kontrolliert auch die Flüsse. Den Yangze Hangha, aber auch der Ganges
  170. und der Mekong entspringen in Tibet. Bereits im Oktober 1950 marschieren Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Tibet ein.
  171. Ohne nennenswerten Widerstand sichert ein 17 Punkteabkommen China die volle Kontrolle über Tibet und über den Zugang zu Trinkwasser für
  172. mehrere hundert Millionen Menschen. Geopolitisch gestärkt wendet sich Mao der Innenpolitik zu
  173. und seinen bis datu größten Projekt wirtschaftlichen und sozialen Reformen. In der ganzen chinesischen Fläche war Industrie nicht wirklich vorhanden. Das
  174. versuchte Maus Dung damit zu drehen, dass er sagt, wir müssen die Bauern umerziehen, wo sie neben ihrer landwirtschaftlichen Arbeit dann auch in
  175. einer Art kollektiver Hochofenproduktion tätig werden sollten. [musik]
  176. Die erzwungene Modernisierung Chinas scheitert. Schwere Hungersnöte fordern bis zu 45 Millionen Menschenleben. Der große Sprung nach vorn treibt die
  177. Volksrepublik wirtschaftlich und sozial in den Abgrund und wird nach nur 3 Jahren abgebrochen.
  178. In den 1980er Jahren geht dening einen anderen Weg. Der neue kommunistische Parteichef stellt wirtschaftlichen Erfolg über
  179. ideologische Prinzipien und lenkt mit Wirtschaftsreformen den Blick zurück auf die Küstenregionen.
  180. 1980 werden vier Städte zu Sonderwirtschaftszonen erklärt. Shen Chen, Chuai, Chant und Siamen. 1984 öffnen sich 14 weitere Küstenstädte
  181. für ausländische Investitionen und den internationalen Handel. Ein Jahr später folgen drei Delta Regionen und ab 1988 die Insel Heinan als fünfte und größte
  182. Sonderwirtschaftszone. Die Küstenregion und das Landesinnere unterscheiden sich erheblich. An der Küste befindet sich heute die gesamte
  183. Industrie, die Elektronikbranche und alles, was mit Handel zu tun hat. Der größte Teil der wirtschaftlichen Aktivität konzentriert sich also an der
  184. Küste. Ausländische Unternehmen profitieren von günstigen Produktionsbedingungen,
  185. niedrigen Löhnen und geringen Umweltauflagen. China entwickelt sich zur Werkbank der Welt und produziert viele Waren
  186. ausschließlich für den Export. Die Sonderwirtschaftszonen werden zum Motor des wirtschaftlichen Erfolgs und
  187. sie ebnen den Weg für den Beitritt zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001. Ein Meilenstein für die chinesische
  188. Wirtschaft. Niedrige Zölle und klare Regeln sorgen für weiteres Wachstum. Die Strategie geht auf. Bis 2019 überholt die Volksrepublik China die USA
  189. als größte Handelsnation der Welt. Die meisten Länder sind heute wirtschaftlich eng mit China verflochten. Gleichzeitig werfen Kritiker China vor,
  190. die Regeln der WTO mit Subventionen und Währungsmanipulationen zu unterlaufen. 2013 kommt Ting Ping an die Macht. Der Parteiführer sieht sich in der Tradition
  191. chinesischer Herrschaft. Ein starker Führer für einen starken Staat. Seine Politik zementiert einen unausgesprochenen Gesellschaftsvertrag.
  192. Wohlstand für die Bevölkerung im Austausch für politische Volksamkeit. Sie Pings Ziele sind die wirtschaftliche Unabhängigkeit Chinas [musik] und die
  193. Neugestaltung der internationalen Ordnung mit China an der Spitze. Die sogenannte Belt and Road Initiative wird dabei [musik] zum zentralen Instrument.
  194. Die Idee eines neuen China gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein China, auf das man stolz sein kann. Das ist der Kern der Belt and Road Initiative, aber auch
  195. des chinesischen Traums einer Führungsrolle. Ein China, das sich neu definiert und die Demütigungen der Vergangenheit hinter sich lässt.
  196. Passt. Dabei beruft sich die Belt and Road Initiative ausdrücklich auf Chinas Geschichte.
  197. Wie ein die Seidenstraße verbindet das Megaprojekt die Kontinente und soll Chinas Rolle im Welthandel festigen. Häfen, Eisenbahnstrecken und
  198. Wirtschaftskorridore erstrecken sich von Asien über Afrika bis nach Europa. Doch Chinas Machtstreben ist umstritten. In der Autonomen Provinz Singang zeigen
  199. sich die Schattenseiten der autoritären Politik Sie Pings besonders deutlich. Zintiang verbindet China über zahlreiche Handelswege mit Zentralasien und Europa
  200. und ist mit Verkehrsknotenpunkten wie Kashka und Orumchi von wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung. Das Problem: Seit Jahrhunderten wird die
  201. Region mehrheitlich von muslimischen Turkvölkern bewohnt. Den kulturelle Eigenständigkeit ist der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge.
  202. Beobachter berichten von massiven Einschränkungen der Menschenrechte der muslimischen Bevölkerung bis hin zu Umerziehungslagern.
  203. Die innenpolitischen Spannungen in China sind undurchsichtig, weil es sich nicht um eine Demokratie, sondern um ein autoritäres System handelt. Dennoch
  204. sollten die politischen und wirtschaftlichen Konflikte innerhalb Chinas nicht unterschätzt werden. Die Folge: Aktivisten und Journalisten
  205. werden streng überwacht. Kritische Berichterstattung stark eingeschränkt. Darüber hinaus greift die staatliche Kontrolle tief in den Alltag ein. So
  206. bewertet ein Sozialkreditsystem das Verhalten der Bevölkerung, was bei Regelverstößen zu Reisebeschränkungen oder beruflichen Nachteilen führen kann.
  207. Angesichts dieser inneren und äußeren Spannungen sucht China neue Verbündete. Mit der Brickspartnerschaft will Peking ein Gegengewicht zur Dominanz des
  208. Westens schaffen. Kooperationen mit vier weiteren schwellen Ländern ab 2024, [musik]
  209. aber auch die geplante Abkehr vom US-Dollar als Weltwährung und [musik] internationale Infrastrukturprojekte alarmieren die anderen
  210. Industrienationen. [musik] Länder wie die USA und Japan sehen sich nicht nur in ihrer wirtschaftlichen
  211. Vormachtstellung bedroht. Im Augenblick ist es in der Tat so, dass China durch die großen wirtschaftlichen
  212. Erfolge, die sind in den vergangenen drei Jahrzehnten gehabt hat, in der Lage ist, die militärische Präsenz in den Gebieten, die es beansprucht, weiter
  213. auszudehnen. Dabei spielt für China vor allem das Meer eine zentrale Rolle.
  214. Mit zahlreichen Handels- und Militärstützpunkten sichert es seinen Einfluss. Chinas Auslegung des internationalen
  215. Seerechts ist dabei umstritten, denn das ist streng geregelt. Die ersten 22 [musik]
  216. km stehen unter Kontrolle der jeweiligen Nation. Weitere 348 km gelten [musik] als ausschließliche Wirtschaftszone mit
  217. Sonderrechten für Fischerei und den Abbau von Bodenschätzen. Dahinter beginnt die hohe See, auf die eigentlich kein Anspruch erhoben werden
  218. kann. Man muss wissen, dass äh diese Politik, die jetzt im Augenblick durchgeführt
  219. wird, durchaus keine neue Politik ist. Schon Joe in Lei, der in den 50er Jahren China auf internationaler Bühne vertreten hat, hat immer gesagt, dieses
  220. südchinesische Meer ist chinesisch. Das steht in alten chinesischen Quellen so drin. Da sind die und die Leute fischen gegangen. Auf den Inseln gab es Chinesen
  221. und deswegen sind die auf alten Karten verzeichnet mit chinesischen Namen. Also ist das alles chinesisches Gebiet.
  222. China beruft sich auf historische Karten, die dem Land Hohheitsrechte über weite Teile des südchinesischen Meeres zusprechen.
  223. Begrenzt [musik] durch die sogenannte neun Striche Linie umfasst das beanspruchte Gebiet rund 2 Millionen Quadratkilometer
  224. und damit [musik] ein Fünftel des heutigen chinesischen Staatsgebiets. Bis heute hat China zahlreiche Strategien entwickelt, um geschlossene
  225. Seerechtsabkommen zu umgehen. China baut nicht nur Häfen auf der ganzen Welt, sondern auch künstliche
  226. Inseln im südchinesischen Meer. Die Chinesen beanspruchen z.B. ein Riff, das von mehreren anderen Ländern beansprucht wird. Dann schütten sie dort mit
  227. genügend Beton eine Insel auf und erklären, das sei ein Teil von China. So schaffen sie physische Fakten im Meer, um ihre Ansprüche durchzusetzen.
  228. Viele so errichtete Militärstützpunkte verfügen über Raketen mit einer Reichweite von bis zu 400 km. Genug, um Schiffe und Flugzeuge in der
  229. gesamten Region zu bedrohen und die eigene Präsenz auszubauen. Die zunehmende Abkehr vom Westen offenbart einen fundamentalen Wandel.
  230. Mit Sijing Pings strategischer Neuausrichtung stärkt China seine globale Position. Doch die internen Machtstrukturen geraten zunehmend in den
  231. Fokus. Es ist alles eine Frage der Führung. Sie Ping ist Lininist durch und durch und er
  232. orientiert sich nicht mehr an irgendwelchen Experten, sondern an kommunistischen Ideologen. Das kann nichts Gutes für die Zukunft
  233. Chinas bedeuten, aber letztlich hängt nun alles von der Qualität und dem Wissen der Entscheidungsträger ab.
  234. Das Streben nach innerer Stabilität und außenpolitischer Unabhängigkeit hat die Geschichte Chinas geprägt. Mit Machtpolitik, wirtschaftlichem
  235. Erfolg und neuen Technologien überwindet das Land heute seine geographischen Grenzen. Doch Chinas rasanter Aufstieg sorgt auch
  236. für neue Spannungen und Konflikte. Der Kampf um die globale Vorherrschaft mit den USA hat das Potenzial, die internationale Ordnung grundlegend zu
  237. verändern.

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