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Verteilungsprinzip
Während die Verteilungsprinzipien durch das Politikfeld der distributiven Politik vorgenommen wird, ist die Umverteilung Gegenstand der redistributiven Politik.
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Begriff und Bedeutung
Ein Verteilungsprinzip oder eine Verteilungsregel ist ein Grundsatz der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er legt fest, wie Einkommen und Vermögen auf Wirtschaftssubjekte verteilt werden sollen.
Für seine Verwirklichung sind besonders Gleichheitsprinzip, Leistungsprinzip, Bedarfsprinzip und Nicht-Diskriminierung wichtig. Verteilungsgerechtigkeit untersucht die moralischen Überlegungen hinter der Einkommens- und Vermögensverteilung. Verteilungsprinzipien wirken sich daher unmittelbar auf soziale Gerechtigkeit aus.
Davon zu unterscheiden ist die Umverteilung: Sie verändert eine bestehende wirtschaftliche Verteilung und soll ebenfalls nach Verteilungsprinzipien erfolgen. Verteilungsprinzipien gehören zur distributiven Politik, Umverteilung zur redistributiven Politik. Quotenregelungen verteilen nach festgelegten Anteilen bestimmter Gruppen. Auch die Spieltheorie behandelt oft die Verteilung von Gütern nach bestimmten Regeln.
Gleichheit und Leistung
Nach dem Gleichheitsprinzip erhalten alle die gleiche Menge an Gütern. Die Equity-Theorie beschreibt, dass Menschen in sozialen Beziehungen faire Gegenleistungen für ihren Einsatz erwarten. Fehlen diese, entsteht ein Ungleichgewicht, das Betroffene mit unterschiedlichen Reaktionen auszugleichen versuchen.
Das Gießkannenprinzip ist eine Zuschuss- oder Subventionsverteilung ohne eingehende Prüfung des tatsächlichen Bedarfs: Mittel werden gleichmäßig über die gesamte Zielgruppe verteilt, ohne unterschiedlich dringliche Einzelfälle zu gewichten. Beispiele für Verteilungen nach dem Gleichheitsprinzip sind Wahlgleichheit und in der Regel Benutzungsgebühren.
Beim Leistungsprinzip richtet sich die Verteilung nach der Leistung: Wer mehr leistet, bekommt auch mehr. Ein Beispiel ist die Entlohnung nach Arbeitsleistung, etwa Akkordlohn.
Verteilung nach Bedarf
Beim Bedarfsprinzip erhält die Person mit dem höchsten Bedarf die meisten Güter. Es steht damit in Zusammenhang mit Bedürftigkeit und Bedarfsgerechtigkeit.
Beispiele sind Kindesunterhalt, Wohngeld und Sozialhilfe in Deutschland.
Zugeschriebene Merkmale und Bestandsschutz
Bei der Verteilung nach askriptiven Merkmalen wird nach zugeschriebenen Eigenschaften verteilt, die ein Einzelner kaum verändern kann. Dazu zählen Geschlecht, Hautfarbe, Alter oder Kaste. Beispiele sind das Einheimischenmodell, der ethnische Proporz in Südtirol und das Besoldungsdienstalter.
Bestandsschutz ist kein eigenständiges Verteilungsprinzip, weil er keinen neuen Anspruch begründet. Dennoch ist er bei Entscheidungen wichtig und kann wie ein Verteilungsprinzip wirken: Eine einmal gewählte Verteilung soll erhalten bleiben. Ressourcen werden teilweise aufgrund von Bestandsschutz etwa im Gläubigerschutz, Kündigungsschutz und Mieterschutz verteilt.