Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Redistributive Politik
Als redistributive Politik wird eine Wirtschafts- oder Sozialpolitik verstanden, deren Staatsziel in der Umverteilung von Einkommen und Vermögen besteht.
Inhalt4 Abschnitte
Kernidee
Redistributive Politik ist eine Wirtschafts- oder Sozialpolitik, deren Staatsziel in der Umverteilung von Einkommen und Vermögen besteht. Sie verändert also, wie Einkommen und Vermögen zwischen Wirtschaftssubjekten oder Bevölkerungsgruppen verteilt sind. Das Gegenstück ist die distributive Politik, bei der Leistungen oder Ressourcen verteilt werden, ohne dass eine andere gesellschaftliche Gruppe benachteiligt wird.
Politiktypen
Die Unterscheidung zwischen distributiver, redistributiver und regulativer Politik wurde 1964 von Theodore J. Lowi eingeführt.
Distributive Politik verteilt neue Leistungen oder Ressourcen, ohne einen Umverteilungsprozess auszulösen. Das ist laut Politikwissenschaft eher selten.
Redistributive Politik ist häufiger und zielt ausdrücklich auf Umverteilung: Einige Wirtschaftssubjekte werden begünstigt, andere werden benachteiligt.
Regulative Politik versucht durch Gebote und Verbote, aber auch durch Anreize, Vorbildfunktion oder moralische Appelle, ein bestimmtes Verhalten von Wirtschaftssubjekten sicherzustellen.
Formen und Richtung der Umverteilung
Der Begriff „Umverteilung“ ist zunächst neutral. Umverteilung kann in Richtung größerer Gleichheit erfolgen, also „von oben nach unten“, oder in Richtung größerer Ungleichheit, also „von unten nach oben“.
Redistributive Politik betrifft besonders die Einkommensverteilung und die Vermögensverteilung. Typische Formen sind progressive Steuern, Sozialtransfers und die Rentenversicherung als Generationenvertrag.
Die Rentenversicherung zeigt, dass redistributive Politik nicht nur Unterschiede zwischen Armut und Reichtum oder zwischen Bildungsnähe und Bildungsferne betrifft. Sie kann auch zwischen Altersgruppen wirken.
Umsetzung und Konflikte
Der Politiktyp regulativ, distributiv oder redistributiv beeinflusst nicht nur den Entscheidungsprozess, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Maßnahme umgesetzt und akzeptiert wird.
Distributive Maßnahmen gelten als vergleichsweise leicht umzusetzen. Regulative und redistributive Maßnahmen stoßen dagegen häufig auf Hindernisse.
Bei redistributiver Politik ist mit teils intensiven gesellschaftlichen Konflikten zu rechnen, weil immer einige Gesellschaftsgruppen begünstigt und andere benachteiligt werden. Da einem Wirtschaftssubjekt bei der Umverteilung nur gegeben werden kann, was einem anderen genommen wurde, beschreibt der Artikel dies als Nullsummenspiel.