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Trinity Evangelical Divinity School

Im Jahr 2023 umfasste das Seminar 15 Programme, wobei die Bereiche Theologische Studien, Bioethik, Praktische Theologie, Seelsorge und Beratung, Pädagogik …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Profil und Ausbildungsangebot
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Studentenzahlen und geplante Zukunft
  4. 4. Prägende Lehrende und Absolventen

Profil und Ausbildungsangebot

Die Trinity Evangelical Divinity School (TEDS) ist ein privates theologisches Seminar der Trinity International University in Bannockburn beziehungsweise Deerfield im US-Bundesstaat Illinois. Sie bildet vor allem evangelikal ausgerichtete Theologen, Pastoren, Missionare und kirchliche Mitarbeiter aus. Ihr Motto lautet „Entrusted with the Gospel“ („Beauftragt mit dem Evangelium“).

Im Jahr 2023 umfasste das Seminar 15 Programme. Zu den wichtigsten Bereichen gehören Theologische Studien, Bioethik, Praktische Theologie, Seelsorge und Beratung, Pädagogik sowie Interkulturelle Studien. Darüber hinaus werden unter anderem Altes und Neues Testament, biblische Theologie, Kirchengeschichte, Mission, Evangelisation, Kontextualisierung, interkulturelle Kommunikation, Leiterschaft, Predigtlehre und Gebet angeboten. Ein Studienzentrum ist das Carl F. H. Henry Center for Theological Understanding. TEDS gibt außerdem die Zeitschrift Trinity Journal heraus.

Außenstandorte befinden sich in Columbus und Hudson (Ohio), Fort Lauderdale und Miami (Florida), Milwaukee (Wisconsin) sowie Seoul (Südkorea). Mit der Trinity Law School in Kalifornien und weiteren Schulen besteht unter dem Dach der Trinity International University eine netzwerkartige Zusammenarbeit. 2024 studierten 813 Personen am Seminar; dies entsprach 403 Vollzeitstudenten. Es gab 30 Professoren. Präsident ist Kevin Kompelien.

Entstehung und Entwicklung

Die Geschichte der TEDS reicht bis 1897 zurück. Damals entstand ein zehnwöchiger Bibelkurs für schwedische Pastoren der Evangelical Free Church of America (EFCA). Von Beginn an vertrat die Einrichtung die Lehre der biblischen Irrtumslosigkeit. 1940 vereinigten sich das Schwedische Bibel Institut in Chicago und das Norwegisch-Dänische Bibel Institut in Minnesota zum Trinity Bible Institute in Chicago. Eine weitere Reorganisation erfolgte 1963.

Unter Kenneth Kantzer wurde das Seminar in den 1960er Jahren zu einer anerkannten evangelikalen Ausbildungsstätte für angehende Pastoren und Missionare umgestaltet. Kantzer verband eine solide biblische Lehre mit evangelikaler Frömmigkeit, Evangelisation, kulturellem Interesse, gesellschaftlichem Engagement und einem hohen akademischen Anspruch. Dadurch öffnete sich die Schule gegenüber der fundamentalistischen Enge und kulturellen Isolation. Gleichzeitig bot sie Raum für ein breites evangelikales Spektrum. In diesem Umfeld wurde sogar das alternative Sojourners Magazine um Jim Wallis gegründet. Das Seminar war und ist damit eine Ausbildungsstätte für unterschiedliche theologische Richtungen innerhalb der evangelikalen Bewegung.

Studentenzahlen und geplante Zukunft

Im 21. Jahrhundert nahm die Zahl der Studierenden, ähnlich wie an anderen theologischen Seminaren in den USA, deutlich ab. 2003 waren 872 Studenten eingeschrieben, zehn Jahre später 849. Für 2015 werden 1182 Teilzeitstudenten genannt, die 753 Vollzeitstudenten entsprachen. 2019 waren es 642 Studenten. 2024 wurden 813 Teilzeitstudenten beziehungsweise 403 Vollzeitstudenten angegeben. Die unterschiedlichen Angaben beruhen auf der Umrechnung in Vollzeitäquivalente.

Unter Nicholas Perrin musste TEDS von 2019 bis 2022 Lehrkörper und Löhne reduzieren, um Geld zu sparen und ein ausgeglichenes Budget zu erreichen. 2023 entstand dennoch ein Defizit von 17,3 Millionen US-Dollar. Deshalb stellte Perrin 2024 sein Amt zur Verfügung; ihm folgte Kevin Kompelien, der Präsident der Evangelical Free Church of America. Kompelien wollte das Seminar wieder stärker an die Kirche binden, aus der es ursprünglich hervorgegangen war. TEDS teilte bereits dasselbe Glaubensbekenntnis wie die EFCA. Die Ausbildung sollte wieder stärker auf den tatsächlichen Bedarf der Kirchen ausgerichtet werden.

Im April 2025 wurde bekannt, dass die Leitung wegen des Rückgangs der Studentenzahlen und der damit verbundenen Finanzprobleme beschlossen hatte, Trinity im Jahr 2026 zu schließen, zu verkaufen und in der Trinity Western University in Langley, British Columbia, Kanada, weiterzuführen.

Prägende Lehrende und Absolventen

Zu den bekannten Lehrenden und Professoren gehörten unter anderem Gleason Archer (Altes Testament und semitische Sprachen, 1965–1986), D. A. Carson (Neues Testament, seit 1978), Norman Geisler (Religionsphilosophie, 1970–1978), David J. Hesselgrave (Missiologie, 1965–1991), Kenneth Kantzer (Dekan 1960–1978), John Warwick Montgomery (Kirchengeschichte, 1964–1974), Douglas J. Moo (Neues Testament, 1980–2000) und Eckhard J. Schnabel (Neues Testament, 1998–2012). Weitere genannte Lehrende sind Wayne Grudem, Donald C. Guthrie, Carl F. H. Henry, Mihamm Kim-Rauchholz, David W. Pao, Clark H. Pinnock, Manuel Rauchholz, Kevin Vanhoozer, Bruce Ware und John D. Woodbridge.

Bekannte Absolventen sind unter anderem der Historiker Randall Balmer, die Neutestamentler Craig L. Blomberg und Scot McKnight, der Kirchenhistoriker Mark Noll, der Missionar Michael Oh, der Pastor und Sozialaktivist Jim Wallis sowie der Gründer der Willow Creek Community Church, Bill Hybels. Weitere Absolventen wurden als Fernsehmoderatoren, Journalisten, Pastoren, Evangelisten, Apologeten, Hochschullehrer oder kirchliche Leiter bekannt.

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