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Miami
Miami [maɪˈæmɪ] (City of Miami) ist eine Stadt und der Verwaltungssitz des Miami-Dade County im US-Bundesstaat Florida mit 543.297 Einwohnern (Stand: 2025).
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Überblick und Lage
Miami, offiziell City of Miami, ist eine Stadt und der Verwaltungssitz des Miami-Dade County im US-Bundesstaat Florida. Sie liegt im Süden Floridas an der Ostküste, an der Mündung des Miami River in die Biscayne Bay, die zum Atlantischen Ozean gehört. Nach Jacksonville ist Miami die zweitgrößte Stadt Floridas. Das Stadtgebiet umfasst 143,1 km²; die Stadt liegt nur etwa 2 Meter über dem Meeresspiegel. Für 2025 nennt der Artikel 543.297 Einwohner. Miami gehört zu einer Metropolregion mit etwa 6,1 Millionen Einwohnern und gilt wegen ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen nach Lateinamerika als „Gateway to the Americas“ und „Capital of Latin America“.
Der Untergrund besteht aus Miami Oolith beziehungsweise Miami-Kalkstein. Er entstand in einer flachen Meereslagune, nachdem der Meeresspiegel vor etwa 130.000 Jahren infolge abschmelzender Gletscher 7,50 Meter über dem heutigen Niveau lag. Vor etwa 100.000 Jahren sank das Wasser wieder. Da der Kalkstein porös und wasserdurchlässig ist, lässt sich Miami gegen einen erwarteten Meeresspiegelanstieg nicht durch Dämme schützen.
Klima und Naturgefahren
Miami besitzt ein tropisches Monsunklima nach Köppen, Typ Am. Die Sommer sind feucht und heiß, die Winter trocken und warm. Die Regenzeit von Mai bis Oktober fällt mit der atlantischen Hurrikansaison zusammen; während der übrigen Monate herrscht Trockenzeit. Kaltfronten können zwischen Ende Oktober und März kühlere Luft und geringe winterliche Niederschläge bringen. Als jährliche Niederschlagssumme nennt der Text 1488 mm; die Klimatabelle weist 1.420,2 mm aus. Die Werte unterscheiden sich auch innerhalb der Region deutlich: Fort Lauderdale erreicht 1621 mm, Miami Beach 1227 mm.
Im Sommer liegen die Tageshöchstwerte mindestens bei 24 °C und meist zwischen 30 und 35 °C. Gewitter oder Seewind mildern häufig die hohe Luftfeuchtigkeit. Im Winter beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 21 °C; Werte unter 15 °C sind selten, Höchstwerte von 25 bis 28 °C üblich. Der Golfstrom gleicht Temperaturextreme aus. Gemessen wurden höchstens 40 °C und mehrfach mindestens −1 °C. Schneefall wurde in den Wetteraufzeichnungen nur am 20. Januar 1977 beobachtet.
Die offizielle Hurrikansaison dauert vom 1. Juni bis 30. November. Besonders hoch ist die Gefahr zwischen Mitte August und Ende September. Seit Hurrikan Cleo 1964 blieb Miami von einem direkten Treffer verschont, wurde aber unter anderem von Betsy 1965, Andrew 1992, Irene 1999 sowie Katrina und Wilma 2005 beeinflusst. Wegen seiner Küstenlage und der niedrigen Küstenebene zählt Miami neben New Orleans und New York City zu den am stärksten durch Wirbelstürme gefährdeten Großstädten der USA. Das National Hurricane Center hat seinen Sitz in Miami.
Historische Entwicklung und Bevölkerung
Vor dem Eintreffen der Europäer lebten Tequesta-Indianer im Gebiet des heutigen Miami. Am 18. Juli 1896 wurde die Siedlung mit etwa 300 Einwohnern offiziell zur Stadt. Drei Monate zuvor hatte Henry Morrison Flaglers Florida East Coast Railway Miami an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Mit dem Royal Palm Hotel begann 1896 zugleich die Entwicklung des Tourismus.
In den 1920er Jahren zogen Tausende Menschen aus dem Norden der USA nach Miami. Ein rascher Bauboom und neue Hochhäuser begründeten den Spitznamen „Magic City“. Der Hurrikan von 1926 und anschließend die Große Depression beendeten diesen Aufschwung. Im Zweiten Weltkrieg entstanden wegen der strategischen Lage zahlreiche militärische Ausbildungseinrichtungen. Bis 1950 wuchs die Bevölkerung von Miami und Umgebung auf mehr als 500.000 Menschen.
Seit den 1960er Jahren wanderten viele Menschen aus Lateinamerika ein, besonders Exilkubaner. Viertel wie Little Havana entstanden; Miami entwickelte sich zu einem kulturellen Schmelztiegel mit mehrheitlich lateinamerikanischer Bevölkerung. In den 1980er Jahren war die Stadt ein zentraler Umschlagplatz für Kokain aus Kolumbien, Bolivien, Ecuador und Peru. Nach der Zerschlagung großer Drogenkartelle in den 1990er Jahren gingen Drogenimport und Kriminalität deutlich zurück. Gleichzeitig setzte ein neuer Bauboom ein. Die starke Verdichtung der Innenstadt wird „Manhattanization“ genannt; neue Viertel und Zentren wie Wynwood, der Design District, Miami Worldcenter und Brickell City Center entstanden.
Bei der Volkszählung 2010 lebten 399.457 Menschen in 183.994 Haushalten. 70,0 % waren Hispanics oder Latinos. 72,6 % bezeichneten sich als Weiße, 19,3 % als afroamerikanisch, 1,0 % als asiatisch-amerikanisch und 0,3 % als indianisch; Mehrfachzuordnungen und hispanische Herkunft überschneiden sich mit diesen Kategorien. Das mittlere Alter betrug 39 Jahre. Im Jahr 2000 sprachen 66,75 % Spanisch, 25,45 % Englisch und 5,20 % Haitianisch-Kreolisch als Muttersprache. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag 2015 bei 51.270 US-Dollar; 27,7 % lebten unterhalb der Armutsgrenze. Reiche Nachbarorte wie Coral Gables und Miami Beach grenzen zugleich an sozial benachteiligte Viertel. Religiös ist die Stadt vielfältig: 2004 gab es 500 Kirchen aus 32 Konfessionen; außerdem besitzt Miami nach New York und Los Angeles die drittgrößte jüdische Gemeinde der USA.
Kultur, Freizeit und Sport
Zu den wichtigsten touristischen Zielen zählen das Miami Seaquarium auf Virginia Key und das kubanisch geprägte Viertel Little Havana. Miami dient außerdem als Ausgangspunkt für Reisen in die Everglades und auf die Florida Keys. Einige häufig Miami zugeschriebene Sehenswürdigkeiten liegen tatsächlich in der eigenständigen Nachbarstadt Miami Beach. Dort findet seit 2002 die internationale Kunstmesse Art Basel statt; in Miami wird jährlich die Winter Music Conference veranstaltet. Der Freedom Tower gilt als Wahrzeichen, und 2013 wurde das Pérez Art Museum Miami eröffnet.
Stadtparks, Sportanlagen, Spielwiesen und Campingmöglichkeiten ergänzen das Freizeitangebot. Durch die Küstenlage sind Strand- und Wassersportarten verbreitet. Jährlich findet ein Tennis-Masters-Turnier statt.
Im professionellen Sport vertreten die Miami Marlins die Major League Baseball, die Miami Dolphins die National Football League, Miami Heat die National Basketball Association, die Florida Panthers die National Hockey League und Inter Miami die Major League Soccer. Miami war besonders häufig Austragungsort des Super Bowl. Im Februar 2020 gewannen die Kansas City Chiefs den Super Bowl LIV im Hard Rock Stadium mit 31:20 gegen die San Francisco 49ers. Den Miami Dolphins gelang 1972/73 beim Super Bowl VII als bisher einziger Mannschaft eine „Perfect Season“, also eine Saison ohne Niederlage. Seit der Formel-1-Saison 2022 wird der Große Preis von Miami auf dem Miami International Autodrome rund um das Hard Rock Stadium ausgetragen.
Miami ist zudem ein bedeutender Medienstandort. Dort erscheinen The Miami Herald und El Nuevo Herald; The Miami News wurde 1988 eingestellt. Zahlreiche Filme und Serien spielen in der Region oder wurden dort gedreht, darunter Miami Vice, CSI: Miami, Dexter, Scarface und Bad Boys.
Wirtschaft und Bildung
Tourismus, öffentliche Einrichtungen, Gesundheitswesen, Hochschulen, Luftverkehr, Kreuzfahrt und Logistik prägen die Wirtschaft. 2018 besuchten 8,1 Millionen Menschen Miami; damit belegte die Stadt weltweit Rang 27 der meistbesuchten Städte. Die Besucher brachten Einnahmen von 8,15 Milliarden US-Dollar. Keine andere US-amerikanische Stadt empfing mehr Touristen aus Lateinamerika.
Zu den größten Arbeitgebern gehörten 2018 das Miami-Dade County School Board mit 33.477 Beschäftigten, Miami-Dade County mit 25.502, die Bundesregierung mit 19.200, der Bundesstaat Florida mit 17.100 und die University of Miami mit 12.818 Beschäftigten. Bedeutende Unternehmen sind unter anderem Norwegian Cruise Line, Royal Caribbean Cruises, World Kinect, Lennar Corporation und Ryder System.
Miami gehört zum Schulbezirk Miami-Dade County, der 39 High Schools umfasst; 20 davon liegen außerhalb des Stadtgebiets. Wichtige weiterführende Bildungseinrichtungen sind die Florida International University mit rund 55.000 Studierenden und das Miami-Dade Community College mit rund 18.000 Studierenden. Die Miami-Dade Public Library verfügt über etwas mehr als 4 Millionen Bücher, 106.000 Audio- und 111.000 Video-Medien sowie 50 Stadtteilbibliotheken und eine Hauptbibliothek im Government Center.
Verkehr und Sicherheit
Der Miami International Airport ist ein bedeutendes internationales Luftfahrtdrehkreuz und fertigte 2016 insgesamt 44,6 Millionen Passagiere ab. Weitere internationale Flughäfen der Region sind Fort Lauderdale-Hollywood und Palm Beach. Der Port of Miami war 2013 mit mehr als 4 Millionen Passagieren der weltweit größte Kreuzfahrthafen. Zugleich ist er ein wichtiger Frachthafen mit jährlich 8 bis 9 Millionen Tonnen Fracht und 2015 sowie 2016 jeweils mehr als 1 Million TEU, einer Maßeinheit für Standardcontainer.
Die Miami Airport Station verbindet die Regionalbahn Tri-Rail, die Hochbahn Metrorail, den Flughafenzubringer MIA Mover, Stadtbusse und Greyhound-Fernbusse. Der kostenlose Metromover erschließt die Innenstadt. Brightline fährt seit 2018 von Miami über Fort Lauderdale nach West Palm Beach; 2023 wurde die Verbindung bis zum Flughafen Orlando verlängert. Wichtigste Straßenverbindung ist die Interstate 95, die von den Interstates 195 und 395 gekreuzt wird.
Die Kriminalitätsrate lag 2010 mit 534 Punkten deutlich über dem US-Durchschnitt von 266 Punkten. Damals wurden unter anderem 68 Morde registriert; 2024 waren es noch 28. Besonders schwer war die Gewaltwelle von 1978 bis 1982 im Zusammenhang mit dem Kokainhandel. Zwischen 1976 und 1981 ereigneten sich 1665 Morde. Der Zuzug von 125.000 Kubanern während des Mariel-Exodus 1980, darunter laut Artikel 5.000 von Fidel Castro ausgewiesene Schwerkriminelle, verschärfte die Lage. Drogenkartelle, schwer bewaffnete Händler und Polizeikorruption prägten diese Zeit. Seit den 1990er Jahren sank die Kriminalität stark, nachdem Kartelle zerschlagen wurden und Sicherheitsbehörden wirksamer vorgingen. In sozialen Brennpunkten bestehen jedoch weiterhin Straßenbanden und gewaltsame Auseinandersetzungen.