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Trebor Scholz

Trebor Scholz (* 1969 in Ost-Berlin) ist ein US-amerikanischer Soziologe, Hochschullehrer und Forscher zur Gig-Economy und aktuellen Genossenschaftsmodellen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Forschungsschwerpunkt
  2. 2. Jugend und Ausbildung
  3. 3. Akademische und institutionelle Arbeit
  4. 4. Plattformgenossenschaften und Zukunft der Arbeit
  5. 5. Auszeichnungen und Förderung

Person und Forschungsschwerpunkt

Trebor Scholz (* 1969 in Ost-Berlin) ist ein US-amerikanischer Soziologe, Hochschullehrer und Forscher. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Gig Economy, die Plattformökonomie und die Sharing Economy. Er untersucht besonders deren wirtschaftliche Folgen für Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen sowie für Nutzer digitaler Plattformen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Plattformgenossenschaften. Dabei wird das Genossenschaftsprinzip, beispielsweise „ein Mitglied, eine Stimme“, auf technologiegestützte und dezentral organisierte Geschäftsfelder übertragen. Scholz versteht solche Modelle als Möglichkeit, Unternehmen demokratischer zu organisieren. Seine weiteren Forschungsgebiete umfassen Peer-Production, also gemeinschaftliche Produktion durch gleichberechtigte Beteiligte, die Zukunft der Arbeit und das kooperative Internet.

Jugend und Ausbildung

Scholz stammt aus einer Arztfamilie. In der DDR besuchte er eine Schule mit erweitertem Russischunterricht und reiste dadurch mehrfach nach Moskau. Danach wurde er zu den Grenztruppen eingezogen. Nach einer Stationierung in Wittenberg diente er beim zentralen Kommando Grenze in Pätz südlich von Berlin. Sein Wehrdienst endete am 26. Oktober 1989.

Nach dem Mauerfall gelangte Scholz mithilfe einer westlichen Nichtregierungsorganisation nach Frankreich und studierte zunächst in Aix-en-Provence. 1994 schloss er sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden ab. Anschließend erwarb er einen Master of Fine Arts (MFA) an der Slade School of Art in London. 1997 zog er nach San Francisco, 1998 nahm er am Whitney Museum Independent Studio Program in New York teil. Seine Promotion absolvierte er an der University of Plymouth.

Akademische und institutionelle Arbeit

Neben Ausstellungen in Museen und Universitäten weltweit war Scholz zeitweise Research Fellow und Promovend an der Zürcher School of Art & Design (HGKZ). Lehraufträge führten ihn an die University of Arizona und die Bauhaus-Universität Weimar. Danach wurde er Assistenzprofessor an der SUNY Buffalo. 2004 gründete er das Institute for Distributed Creativity.

Seit Anfang 2009 ist Scholz Associate Professor für Kultur- und Medienwissenschaften an der New School in New York. Dort war er Fellow des India China Institutes und ist Direktor des Institute for the Cooperative Digital Economy. Außerdem ist er Mitgründer und Mitglied des Platform Cooperativism Consortium (PCC).

2012 und 2013 war er Visiting Fellow am Institute for Cultural Inquiry (ICI) in Berlin, 2020 und 2021 USC Berggruen Fellow. 2022 arbeitete er als Professor-in-Residence an der Mondragón-Universität; 2024 war er Bellagio Resident der Rockefeller Foundation. Scholz ist zudem Fellow der Open Society Foundations, Affiliate Faculty des Berkman Klein Centers for Internet & Society der Harvard University und Mitglied des Beirats von Barcelona für technologische Souveränität. Seit Januar 2025 ist er Gastwissenschaftler in der Arbeitsgruppe „Globalisierung, Arbeit und Produktion“ des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Scholz lebte unter anderem in Ost-Berlin, Paris, Weimar, London, San Francisco, Buffalo, Portland und Tucson. Sein heutiger Wohnort ist Brooklyn.

Plattformgenossenschaften und Zukunft der Arbeit

Scholz analysiert die Geschäftsmodelle digitaler Arbeits- und Vermittlungsplattformen. Als Forscher zu Plattformgenossenschaften überträgt er traditionelle Formen gemeinschaftlichen Eigentums und demokratischer Mitbestimmung auf digitale Unternehmen. Nach seiner Darstellung kann dies Unternehmen demokratisieren, die nach ihrer anfänglichen Schöpfungsphase häufig nur noch wenig innovativ sind.

Zur Untersuchung solcher Alternativen führt er unter anderem Fallstudien zu Unternehmen im Eigentum ihrer Mitarbeiter durch. Damit verbindet seine Arbeit theoretische Fragen der Neuen Institutionenökonomik mit konkreten Organisationsformen. Die Neue Institutionenökonomik untersucht, wie Regeln und Institutionen wirtschaftliches Handeln prägen. Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Arbeit, Eigentum und Kontrolle kooperativer gestaltet werden können.

Auszeichnungen und Förderung

Für sein Buch „Own This“ erhielt Scholz 2024 den Joyce Rothschild Book Prize der Rutgers University. Um 2012/2013 wurde seine Arbeit durch einen Grant der John D. & Catherine T. MacArthur Foundation gefördert. 2001 erhielt er sowohl den International Internet Art Award als auch einen Artslink Grant. Bereits 1996 war ihm ein DAAD Grant zugesprochen worden.

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