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Transzendentale Meditation

Transzendentale Meditation (TM) ist der Name einer 1957 von dem Inder Maharishi Mahesh Yogi gegründeten „Geistigen Erneuerungsbewegung“ (Spiritual …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Grundidee
  2. 2. Meditation, Unterricht und Zusatztechniken
  3. 3. Entwicklung, Organisation und Verbreitung
  4. 4. Maharishi-Effekt und politische Ansprüche
  5. 5. Forschung, Kritik und rechtliche Konflikte

Überblick und Grundidee

Transzendentale Meditation (TM) bezeichnet sowohl eine 1957 von Maharishi Mahesh Yogi gegründete „Geistige Erneuerungsbewegung“ (Spiritual Regeneration Movement) als auch eine von ihm geprägte, leicht abgewandelte Form des traditionellen Yoga. Die Technik wird kostenpflichtig gelehrt und ist markenrechtlich geschützt. Seit 2000 tritt die Dachorganisation als „Globales Land des Weltfriedens“ auf.

Nach Maharishi beruht TM auf Ideen der Veden und auf mündlichen Überlieferungen seines Lehrers Brahmananda Saraswati. Zur Bewegung gehören außerdem die „Maharishi Vedische Wissenschaft“ mit Lehren etwa zu Architektur, Astrologie, Musik und Bildung sowie wirtschaftliche Aktivitäten im Bereich Maharishi Ayurveda. Ziel ist nach eigener Darstellung, die Gesellschaft nach diesen Prinzipien zu verändern und dadurch Leiden zu verringern und Glück zu fördern.

Der Artikel ist als überarbeitungsbedürftig und in seiner Neutralität umstritten gekennzeichnet. Viele Aussagen über Wirkungen und Ziele stammen aus der TM-Organisation und werden von Kritikern bestritten.

Meditation, Unterricht und Zusatztechniken

Bei der TM sitzt man bequem und aufrecht, schließt die Augen und wiederholt gedanklich ein Mantra. Ein Mantra ist hier ein Wort aus dem Sanskrit. Welche Mantren verwendet werden, hält die Organisation geheim. Ehemalige TM-Lehrer geben an, es handele sich um Namen hinduistischer Gottheiten, die nach Alter und Geschlecht ausgewählt würden.

Die Gedankenaktivität soll „transzendiert“, also hinter sich gelassen werden. Dadurch solle das Bewusstsein „pur“ und damit nach Maharishis Lehre das Selbst erfahren werden. Konzentration oder Kontemplation seien nicht nötig. Vorgesehen sind zweimal täglich zwanzig Minuten Übung.

Der Sieben-Schritte-Grundkurs umfasst zwei kostenlose Informationsvorträge, ein persönliches Gespräch und anschließend vier kostenpflichtige Lektionen von jeweils zwei Stunden sowie nach zehn Tagen eine Überprüfung. Im vierten Schritt findet eine Initiations-Puja vor einem Bild Guru Devs statt; der Teilnehmer bringt Opfergaben dar und erhält ein Mantra. Weitere Überprüfungen, Gruppenmeditationen und Korrekturen sind optional und lebenslang kostenlos. In Deutschland kostete der Grundkurs seit 2015 1190 Euro; Schüler, Auszubildende, Studenten und Geringverdiener 595 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen und allen Kindern unter 18 Jahren 1785 Euro. Nur zertifizierte TM-Lehrer dürfen die Technik unter diesem Namen unterrichten.

Das TM-Sidhi-Programm ergänzt TM durch gedanklich wiederholte Formeln aus den Yoga-Sutras Patanjalis. Sidhis sind dabei geistige Fähigkeiten, die zu „höheren“ Bewusstseinszuständen führen sollen. Zum Programm gehört das „Yogische Fliegen“. Es soll freies Schweben ermöglichen; nach Angaben des Anbieters ist bei den meisten Übenden regelmäßig nur das erste Stadium, das Hüpfen, zu beobachten. Schweben und Fliegen werden nicht demonstriert. Neurologische Studien ab 2013 zeigen laut Artikel, dass Kohärenz von Gehirnwellen ein allgemeines Funktionsprinzip des Gehirns ist.

Entwicklung, Organisation und Verbreitung

Maharishi gründete das Spiritual Regeneration Movement 1957 in Madras. 1960 besuchte er erstmals Westdeutschland; 1962 gab es in der Bundesrepublik 18 Meditationszentren. 1961 entstand in Rishikesh die erste TM-Meditationsakademie und dort fanden internationale Lehrer-Ausbildungen statt. Mit der Students’ International Meditation Society von 1965 gewann TM besonders unter Studenten an Bedeutung: In den USA hatten 1968 12.000 und 1970 32.000 Studenten TM erlernt. Die Hinwendung bekannter Pop- und Filmgrößen, darunter The Beatles, The Rolling Stones, Donovan und Mia Farrow, erhöhte ab 1968 die mediale Aufmerksamkeit.

1975 rief Maharishi das „Zeitalter der Erleuchtung“ aus; 1976 gründete er die „Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung“ mit zehn „Ministerien“. Ergänzende TM-Sidhi-Techniken wurden 1976 eingeführt. Ab 1991 entstanden in mehreren Ländern Naturgesetzparteien. Die 1992 in Deutschland gegründete Naturgesetzpartei blieb bei Wahlen bedeutungslos und wurde 2004 aufgelöst. Danach begann der Aufbau privater „Unbesiegbarkeitsschulen“, der seit 2009 zu stagnieren scheint. Am 7. Oktober 2000 wurde die Dachorganisation in „Globales Land des Weltfriedens“ umbenannt. Nach Maharishis Rückzug am 11. Januar 2008 übernahm Tony Nader die Leitung; Maharishi starb am 5. Februar 2008.

Die Bewegung ist hierarchisch organisiert: An der Spitze steht die Weltregierung für das Zeitalter der Erleuchtung, darunter nationale Organisationen, Stiftungen und Bildungseinrichtungen. Die deutsche Hauptverwaltung befindet sich in Hannover; es bestehen etwa 60 TM-Center. TM ist besonders in den USA, Westeuropa und Australien verbreitet, weniger in Indien. Für Deutschland werden etwa 1000 ausgebildete Lehrer und 5.000 bis 10.000 aktiv Praktizierende genannt. Weltweite Angaben reichen je nach Quelle von 50.000 bis 5 Millionen Anhängern. Schätzungen des Vermögens reichen von 2,4 bis 5 Milliarden Euro.

Zur Organisation gehören Ayurveda-Angebote, Kliniken, Schulen und Hochschulen. In Indien ist Maharishi Vidya Mandir mit über 200 Schulen in 16 Bundesstaaten ein großer privater Anbieter allgemeinbildenden Unterrichts. In San Francisco wird das „Stille Zeit“-Programm an mehreren Mittel- und Oberschulen genutzt: zweimal täglich zehn bis fünfzehn Minuten TM zu Beginn und Ende des Unterrichts. In England wurde 2011 eine frühere private TM-Schule staatlich als Free School finanziert.

Maharishi-Effekt und politische Ansprüche

Als „Maharishi-Effekt“ bezeichnet die TM-Organisation behauptete gesellschaftliche Veränderungen, wenn ein bestimmter Anteil der Bevölkerung TM praktiziert. Beim „erweiterten Maharishi-Effekt“ sollen Gruppen zugleich TM-Sidhis und Yogisches Fliegen ausüben. Erwartet werden unter anderem weniger Kriminalität, Unfälle, Kriege und Krankheiten sowie positive Entwicklungen bei Wirtschaft und Politik. Für einen globalen Effekt seien 8000 Personen an einem Ort nötig.

Auslöser dieser Idee waren Statistiken aus den 1970er Jahren: In kleineren und mittleren US-Städten soll bei einem TM-Anteil von über 1 Prozent zugleich die Kriminalität zurückgegangen sein. 1978 erklärte die Organisation, bei gleichzeitig praktizierenden großen Gruppen reiche ein Bruchteil von 1 Prozent der Bevölkerung aus. Eine Untersuchung von 1993 in Washington, D.C. mit mehr als 4000 TM-Meditierenden bewertet die Organisation positiv; Kritiker halten sie für gescheitert und unwissenschaftlich. Studienleiter John Hagelin und das ausführende TM-Institut erhielten 1994 dafür den satirischen Ig-Nobelpreis in der Kategorie „Frieden“.

Maharishi kritisierte die bestehende Demokratie und forderte Regierungen auf, sich durch seine Organisation beraten zu lassen. Große Gruppen Yogischer Flieger seien nach dieser Auffassung die wirkungsvollste und preiswerteste Methode für Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt. Öffentliche Unterstützung und Klagen zur Durchsetzung dieses Konzepts blieben erfolglos. 1979 reichten TM-Mitglieder in Deutschland etwa 1.000 Strafanzeigen gegen die Bundesregierung ein; die Staatsanwaltschaften wiesen sie mangels tatsächlicher Anhaltspunkte ab.

Forschung, Kritik und rechtliche Konflikte

Seit Anfang der 1970er Jahre werden medizinische, psychische und soziale Wirkungen von TM untersucht. Die Organisation verweist auf positive Ergebnisse; Kritiker beanstanden, viele Forschende praktizierten selbst TM oder seien der Organisation verbunden, und kritisieren die Qualität zahlreicher Studien.

Zu geistigen Leistungen berichteten Canter und Ernst 2003 über zehn randomisiert-kontrollierte Studien: Vier zeigten signifikant positive, vier keine und zwei gemischte Ergebnisse. Da Teilnehmer der positiven Studien schon vorab TM lernen wollten, werteten die Autoren dies als mögliche Erwartungshaltung und sahen keinen überzeugenden Beleg für eine zunehmende Verbesserung geistiger Leistungen. Mehrere Studien berichteten bei Vietnamkriegsveteranen einen deutlichen Rückgang posttraumatischer Belastungsstörungen. 2012 stellte das US-Verteidigungsministerium 2,4 Millionen Dollar für weitere Forschung bereit.

Beim Bluthochdruck widersprechen sich Bewertungen. Eine Meta-Analyse von Canter und Ernst aus dem Jahr 2004 hielt eine blutdrucksenkende Wirkung wegen methodischer Mängel und möglicher Befangenheit für nicht bewiesen. Eine Metaanalyse von Anderson, Liu und Kryscio aus dem Jahr 2008 fand dagegen in neun geeigneten randomisiert-kontrollierten Studien durchschnittlich sinkenden Blutdruck. Die American Heart Association beschrieb TM 2013 als in bescheidenem Umfang blutdrucksenkend und prinzipiell zur Unterstützung schulmedizinischer Therapien geeignet, empfahl jedoch andere alternative Methoden als wirksamer oder leichter verfügbar.

1977 untersagte ein US-Gericht TM-Kurse an einer öffentlichen Schule in New Jersey, weil TM als „religious in nature“ eingestuft wurde; die Entscheidung wurde 1979 bestätigt. In Deutschland durfte die Bundesregierung nach Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Mai 1989 und des Bundesverfassungsgerichts vom 15. August 1989 vor Risiken psychischer Schäden etwa bei labiler Persönlichkeitsstruktur warnen. Ein allgemeiner Zusammenhang zwischen TM und psychischen Störungen wurde dabei nicht behauptet. Kritik richtet sich außerdem gegen den Maharishi-Effekt, die Finanzierung und Neutralität von Forschung sowie den Einsatz von TM an öffentlichen Schulen. Die TM-Organisation weist solche Vorwürfe zurück.

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