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Währung

Der Währungsraum ist dabei der Geltungsbereich einer Währung als Zahlungsmittel. Sie ermöglicht den Transfer von Waren und Dienstleistungen, ohne eine …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff, Geltungsbereich und Zahlungsmittel
  2. 2. Wechselkurse und Währungspolitik
  3. 3. Frühe Geldformen und Münzsysteme
  4. 4. Papiergeld, Einheitswährungen und Goldstandard
  5. 5. Internationale Währungssysteme und der Euro
  6. 6. Gebundene, freie und ergänzende Währungen

Begriff, Geltungsbereich und Zahlungsmittel

Eine Währung ist im weiten Sinn die gesetzliche Ordnung des Geldwesens eines Staates: Sie legt besonders das Münz- und Notensystem fest. Im engeren Sinn ist sie die vom Staat anerkannte Geldart, also das gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes. Der Währungsraum ist das Gebiet, in dem diese Währung als Zahlungsmittel gilt. Sie ermöglicht den Austausch von Waren und Dienstleistungen, ohne dass unmittelbar andere Waren oder Dienstleistungen als Gegenleistung gegeben werden müssen.

Meist geben Zentralbanken Währungen heraus und bringen sie in Umlauf. Gesetzliches Zahlungsmittel unterliegt grundsätzlich einem Annahmezwang: Ein Gläubiger muss damit eine Geldschuld als erfüllt akzeptieren, wenn nichts anderes wirksam vereinbart wurde. In Deutschland und den übrigen teilnehmenden Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist Euro-Bargeld seit dem 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel. Nach § 14 Absatz 1 Satz 2 Bundesbankgesetz sind die von der EZB ausgegebenen Euro-Scheine das einzige unbegrenzte gesetzliche Zahlungsmittel.

Die meisten Währungen sind Dezimalwährungen. Sie haben eine Haupteinheit und eine Untereinheit, die meist ein Hundertstel der Haupteinheit beträgt; fachsprachlich heißt sie auch Unterwährung. Weltweit gibt es über 160 offizielle Währungen. US-Dollar und zunehmend Euro gelten als internationale Leitwährungen. Als Konvertibilität bezeichnet man, dass eine Währung weltweit handel- und umtauschbar ist. Bei einer durch Gold oder Silber gedeckten Währung liegt sie auch vor, wenn Banknoten jederzeit in das Metall umgetauscht werden können.

Währungssymbole sind etwa £ für Pfund, $ unter anderem für US-Dollar, ¥ für Yen, 元/¥ für Renminbi/Yuan, € für Euro, ₦ für Naira, ₹ für Indische Rupie und ₽ für Russischen Rubel. Neben nationalen Kurzformen wie „Fr.“, „SFr.“ oder „sfr“ gibt es die internationale dreibuchstabige Norm ISO 4217, zum Beispiel „CHF“ für Schweizer Franken.

Wechselkurse und Währungspolitik

Der Wechselkurs ist das Austauschverhältnis zweier Währungen. Er wird benötigt, wenn im Ausland gezahlt wird oder wenn etwa ein deutscher Exporteur Einnahmen in ausländischer Währung in die inländische Währung umtauscht. Währungen werden am Devisenmarkt gekauft und verkauft; beim Umtausch entstehen Transaktionskosten. Zu den Beteiligten zählen Kreditinstitute, große Industrieunternehmen, private Devisenhändler, Devisenmakler, Handelshäuser und Zentralbanken. Zentralbanken können durch Devisenmarktinterventionen eingreifen. Gehandelt wird sowohl für reale Zahlungen als auch zu spekulativen Zwecken. Seit 1999 ermittelt die EZB Euro-Referenzkurse. Beim deutschen Euro-Fixing werden täglich Referenzkurse für USD, JPY, GBP, CHF, CAD, SEK, NOK und DKK festgestellt.

Währungspolitik umfasst Maßnahmen zur Gestaltung des inneren und äußeren Geldwertes. Im engeren Sinn betrifft sie die Beziehungen zum Ausland und das außenwirtschaftliche Gleichgewicht; die auf das Inland gerichteten Maßnahmen heißen Geldpolitik. Mögliche, teilweise gegensätzliche Ziele sind Preisniveaustabilität, niedrige Transaktionskosten, internationale Wettbewerbsfähigkeit, hohe inländische Kaufkraft und außenwirtschaftliches Gleichgewicht. In den Staaten kontrollieren meist Finanzminister oder Zentralbanken die Währungspolitik; westliche Zentralbanken besitzen dabei in der Regel weitgehende Autonomie.

Bei festen Wechselkursen hält die Zentralbank den Kurs durch Käufe oder Verkäufe von Devisen stabil, etwa wenn eine Währung an Dollar oder Euro gebunden ist. Das gibt international tätigen Unternehmen Planungssicherheit, erschwert aber eine eigenständige nationale Geldpolitik. Bei flexiblen Wechselkursen entstehen Kurse aus Angebot und Nachfrage. Schwankungen verringern die Planungs- und Kalkulationssicherheit. Eine Aufwertung der heimischen Währung macht ausländische Waren relativ billiger, Exporte dagegen relativ teurer und kann die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen mindern.

Eine Währungskrise ist eine schnelle, unerwartete Abwertung, ausgelöst durch das ungewollte Aufgeben eines festen Kurses zu anderen Währungen oder zu Gold. Finanz- und Wirtschaftskrisen können Ursache oder Folge sein. Häufige Frühindikatoren sind anhaltende Leistungsbilanzdefizite, starke Devisenzuflüsse, wachsende kurzfristige Auslandsschulden, hohes Kreditwachstum und steigende Preise für Immobilien und Aktien. Typische Folgen sind kürzere Laufzeiten der Auslandsschulden, Kapitalflucht, höhere Kreditzinsen, Verluste bei Aktien und Immobilien sowie sinkende Währungsreserven. Beispiele nach Bretton Woods sind die Dollarkrise 1971, die lateinamerikanische Schuldenkrise 1982/83, die Mexikokrise 1994/95, die Asienkrise 1997 und die Brasilienkrise 1999.

Frühe Geldformen und Münzsysteme

Bereits zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. erfüllten Kupfer, Silber, Zinn und Gold die Geldfunktionen Tauschmedium, Zahlungsmittel, Wertmesser und Wertspeicher; auch Getreide diente als Tauschmittel und Wertmesser. Palast- und Oikoswirtschaft mit Selbstversorgung bremsten jedoch die Geldwirtschaft. In Afrika dienten unter anderem Perlen, Elfenbein, Vieh und Manilla-Währung als Wertspeicher und Zahlungsmittel. Im 15. Jahrhundert waren Manille-Ringe im Sklavenhandel wichtig.

Im antiken Griechenland waren Geldfunktionen zunächst auf verschiedene Güter verteilt: Vieh war Wertmesser, Juwelen Wertspeicher, Wein, Kupfer, Eisen und Sklaven Tauschmittel sowie Pfeilspitzen und Bratspieße Zahlungsmittel. Danach setzte sich abgewogenes Edelmetall durch. Die ersten Münzen entstanden um etwa 600 v. Chr. in Westanatolien aus einer natürlichen Silber-Gold-Legierung. In Griechenland wurde meist Silber genutzt; Gewicht und Wert garantierte der Stempel der Polis. Die wichtigste Währung war die Drachme. Eine eigentliche Geldwirtschaft bestand ab Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr.; Athen war ihr Zentrum, bis Alexander der Große eine neue bedeutende Währung einführte.

In Rom vereinheitlichte sich die Währung um 500 v. Chr. zunächst zur Festsetzung von Strafen. Kriegsbeute förderte später die Prägung von Bronze- und Silbermünzen. Während der Punischen Kriege wurde der Metallgehalt wegen des Militärbedarfs gesenkt. Zunehmende Silberprägung führte zur Entwertung und im 3. Jahrhundert n. Chr. zum Zusammenbruch der Silberwährung. Ältere Münzen wurden gehortet oder eingeschmolzen, und Soldaten erhielten Sold etwa direkt als Getreide. Konstantin der Große ersetzte die Silberwährung durch eine stabile Goldwährung. In der Spätantike entstand ein System aus Gold- und Bronzewährung; Silber blieb weniger wichtig.

Basis von Byzanz war der von Konstantin I. 309 an Stelle des Aureus eingeführte Solidus. Er hieß ab dem 10. Jahrhundert Histamenon, ab dem 11. Jahrhundert Hyperpyron und blieb bis zur Eroberung Konstantinopels 1453 im Umlauf. Sein hoher Goldgehalt sorgte für Stabilität. Im frühen Mittelalter entwickelte sich unter Karl dem Großen der schwere Silberdenar oder Pfennig. Im 7. bis 8. Jahrhundert erfolgte der Übergang zur reinen Silberwährung, die nur noch einen Rechenbezug zum Gold hatte.

Papiergeld, Einheitswährungen und Goldstandard

Papiergeld in Form von Banknoten wurde zuerst in China verwendet. Die Entwicklung erstreckte sich ungefähr von 618 bis 1279. Im 10. Jahrhundert erleichterte es zunächst regional den Handel in der staatlichen Salzindustrie. Die Produktion wurde verstaatlicht, doch bestanden viele regionale Währungen. Die massenhafte Banknotenproduktion wurde im 11. Jahrhundert durch Druck mit beweglichen Lettern möglich; Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die Währungen erstmals zu einer staatlichen Währung vereinheitlicht. In der islamischen Welt entstanden vom 7. bis 12. Jahrhundert mit dem stabilen Dinar, Krediten, Schecks, Schuldscheinen, Sparkonten und Bankstrukturen wichtige Elemente einer Geldwirtschaft. In Europa führte Schweden 1661 offiziell Banknoten ein, weil seine wertarmen Kupfermünzen besonders groß und schwer waren.

Banknoten erleichterten Kredite, vermieden den riskanten Transport von Gold und Silber und erlaubten Unternehmensanteile auf Papier. Zugleich konnten Regierungen theoretisch unbegrenzt Geld nachdrucken, etwa zur Kriegsfinanzierung; dadurch konnte starke Inflation entstehen. Papierwährungen ohne Edelmetallbindung setzten sich im 20. Jahrhundert, spätestens in der Weltwirtschaftskrise, endgültig durch.

Im Mittelalter führte das Münzregal, also das gewinnbringende Recht zur Münzprägung, zu vielen schwer vergleichbaren Kurantmünzen. Ihr Kurs richtete sich nach dem Edelmetallgehalt, was Handel erschwerte. Daher entstanden nationale Einheitswährungen zur Handelserleichterung und Machtkonzentration. Münzverschlechterungen verursachten wiederholt Inflation, beispielsweise die Kipper- und Wipperzeit zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Frankreich reformierte 1640–1641 unter Ludwig XIII. mit dem Louis d’or seine Währung. Der Französische Franc von 1795 war die erste Dezimalwährung. Die Lateinische Münzunion von 1865 umfasste Frankreich, Belgien, Italien, die Schweiz und Griechenland; alle 100er Münzen bestanden aus 32,26 g Gold bei 35 mm Durchmesser. Ihr Problem war der Bimetallismus, also ein fester Umtauschsatz von Gold und Silber.

Ende des 19. Jahrhunderts wechselten viele Staaten wegen Problemen bimetallischer Systeme und fallender Silberpreise zum Goldstandard: Großbritannien 1817, Deutschland 1871 und die USA 1900. Konvertibilität bedeutete theoretisch den jederzeitigen Umtausch von Bargeld gegen Gold bei der Zentralbank; Goldparität ist das Umtauschverhältnis. Praktisch diente Gold vor allem zur Begrenzung von Bargeldinflation. Während der Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise gingen viele Staaten zum Goldkernstandard über, bei dem Banknoten nicht direkt gegen Gold umtauschbar waren.

Internationale Währungssysteme und der Euro

1944 beschlossen 44 Staaten in Bretton Woods nach dem White-Plan ein System fester Kurse mit dem US-Dollar als Leitwährung. Andere Zentralbanken konnten Dollar gegenüber der US-Zentralbank zu 35 $/Feinunze in Gold umtauschen. Zugleich entstanden Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Der IWF sollte das System überwachen, bei Schieflagen helfen und führte Sonderziehungsrechte ein. Die Belastbarkeit des Systems hing von den Goldreserven der FED ab: 1948 standen Goldreserven von 25 Mrd. $ kurzfristige Auslandsschulden von 18,6 Mrd. $ gegenüber. 1971 hatten andere Zentralbanken Dollarreserven von mehr als 50 Mrd. $, während die US-Goldreserven auf 12 Mrd. $ gesunken waren. Anfang der 1970er Jahre wurde das Abkommen aufgegeben; IWF und Weltbank bestanden weiter.

Anfang 1973 gaben die meisten westeuropäischen Staaten und Japan die Dollarkurse frei. Beim freien Floaten bilden sich Wechselkurse flexibel. Kleinere, stark handelsabhängige Volkswirtschaften behielten oft feste Kurse. Mit dem 2. IWF-Änderungsabkommen konnten Staaten ihr Wechselkurssystem selbst wählen, mussten aber stabile Währungs- und Wirtschaftsverhältnisse sichern; Gold verlor endgültig seine Rolle als Bezugsgröße. Westeuropäische Staaten schufen zur Begrenzung von Schwankungen das Europäische Währungssystem (EWS) mit Stufenflexibilität.

Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion entwickelte sich aus dem Beschluss von Den Haag 1969, dem Europäischen Wechselkursverbund 1972 und dem EWS 1979. Der Vertrag von Maastricht 1992 beschloss die vollständige Währungsintegration; 1998 begann die EZB ihre Arbeit. Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld und am 1. Januar 2002 als Bargeld zunächst in zwölf Staaten eingeführt. Die Mitgliedstaaten verpflichteten sich zu den Maastricht-Kriterien, offiziell EU-Konvergenzkriterien. Weitere Staaten können nach erfolgreicher Teilnahme am Wechselkursmechanismus II beitreten. Obwohl Preise in der Eurozone vergleichbar sind, ist die Kaufkraft wegen nationaler Besonderheiten unterschiedlich. Einige Staaten, etwa Bosnien-Herzegowina, binden ihre Währung mittels Currency Board mit festem Kurs an den Euro.

Gebundene, freie und ergänzende Währungen

Gebundene Metallwährungen beruhen auf einer bestimmten Menge eines Mediums, meist Edelmetall. Bei monometallistischen Währungen ist es ein Metall: In einer Goldumlaufswährung sind Goldmünzen Zahlungsmittel und Banknoten jederzeit in Gold tauschbar. Bei einer Goldkernwährung zirkuliert kein Gold; es liegt als Reserve der Zentralbank für internationale Zahlungen. Eine Golddevisenwährung hält Gold und Devisen anderer Goldwährungsländer als Reserve; vor dem Ende der Dollar-Goldkonvertibilität 1971 bestand sie in der Bundesrepublik Deutschland.

Bimetallistische Währungen verwenden Gold und Silber. Bei der Doppelwährung ist ihr Verhältnis festgelegt. Weicht dieses Verhältnis von den Marktpreisen ab, beschreibt das Greshamsche Gesetz die Folge: Das geringer bewertete Geld wird zum Bezahlen verwendet, Preise richten sich danach, und Münzen mit höherem Wert verschwinden aus dem Umlauf. Bei der Komplementärwährung gibt es zwischen den Metallen keinen festen Kurs; damit bestehen faktisch zwei Währungen nebeneinander. Währungen können außerdem per Currency Board an eine andere Währung oder einen Währungskorb oder an einen Warenkorb gebunden sein.

Freie beziehungsweise ungebundene Währungen wie US-Dollar oder Euro sind nicht gegen Gold gedeckt und nicht zu einem festen Kurs gegen Gold- oder Devisenreserven umtauschbar. Ihre Geldmenge wird heute normalerweise durch das Zusammenspiel von Zentralbanken und Geschäftsbanken gesteuert. Die Quelle weist für die Einteilung in freie und gebundene Währungen auf fehlende ausreichende Belege hin.

Eine Nebenwährung ist eine alternative Komplementärwährung neben der gesetzlich vorgeschriebenen Währung. Sie wird besonders als Zwischentauschmittel und Recheneinheit genutzt, etwa als Regionalwährung, Gold oder stabile verfügbare Fremdwährung wie der Dollar. Wenn Vertrauen in die offizielle Währung stark sinkt, können Ersatzwährungen entstehen: In Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Zigaretten verwendet, und in der DDR zirkulierte die „Westmark“, besonders 100-DM-Scheine, neben der DDR-Mark auf dem Schwarzmarkt. Auch Notgeld kann in Krisenzeiten die offizielle Währung ersetzen.

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