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Maharishi Mahesh Yogi

Maharishi Mahesh Yogi (* 12. Januar 1918 als Mahesh Verma Shrivastava oder Mahesh Prasad Varma in Pounalulla, Indien; † 5. Februar 2008 in Vlodrop, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und zentrale Lehre
  2. 2. Lebensweg und internationale Verbreitung
  3. 3. Organisationen und politische Vision
  4. 4. Rezeption, Nachrufe und Veröffentlichungen

Person und zentrale Lehre

Maharishi Mahesh Yogi (12. Januar 1918–5. Februar 2008) war ein indischer Guru, Autor zur vedischen Philosophie und Begründer der Transzendentalen Meditation (TM). Seine Bedeutung beruht vor allem darauf, dass er eine aus dem Hinduismus und der indischen Tradition wurzelnde Meditationstechnik international verbreitete und sie besonders für Menschen in der modernen westlichen Welt verständlich machen wollte.

Die TM sollte nach Maharishis Vorstellung ein einfacher und bequemer Weg zu Glück und Erfüllung sein. Durch die Meditation gelange der Mensch zur „Quelle der Schöpfung“ und könne „kosmisches Bewusstsein“ entwickeln. Dadurch solle er gleichzeitig im Bereich des Absoluten und des Relativen leben und dauerhaft fehlerlos handeln können. Nach Maharishis Lehre wären auf diese Weise alle Probleme lösbar; die Menschheit würde sich insgesamt automatisch zum Göttlichen hin verändern. Er erklärte, diese einfache Meditation sei in Vergessenheit geraten und durch Erneuerer wie Krishna, Buddha, Christus und Guru Dev wieder in Erinnerung gebracht worden.

Maharishi trat mit dieser Lehre erstmals 1955 öffentlich auf. In den Schriften Der durstige Fisch im See (1961) und Die Schatzkammer und der Markt (1962) legte er seine Grundgedanken dar. Das Buch Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens (1963) sollte seine religiöse Botschaft besonders wissenschaftsorientierten Menschen im Westen vermitteln. 1966 veröffentlichte er Kommentare zu den ersten sechs Kapiteln der Bhagavadgita und stellte die TM darin als Wiederbelebung alten indischen Wissens dar.

Lebensweg und internationale Verbreitung

Maharishi Mahesh Yogi wurde wahrscheinlich als drittes von vier Kindern einer hinduistischen Kayastha-Familie bei Chichli nahe Gadawara und Jabalpur in Indien geboren. Die Angaben zu seinem Geburtsnamen sind nicht einheitlich: Genannt werden Mahesh Verma Shrivastava und Mahesh Prasad Varma. An der Universität in Allahabad studierte er Physik und Mathematik.

Etwa 1950 wurde er Schüler und Sekretär von Swami Brahmananda Saraswati, dem Shankaracharya des nordindischen Jyotir Math im Himalaya. Brahmananda gab ihm den Namen Bal Brahmachari Mahesh. Unter den heutigen Shankaracharyas ist seine Stellung umstritten. Da Mahesh keine Mönchsweihe erhielt, bezeichnete er sich nicht als „Swami“. Nach Brahmanandas Tod 1953 soll er mehrere Jahre im Himalaya gelebt haben. Ende 1958 gründete er in Madras die Spiritual Regeneration Movement (Geistige Erneuerungsbewegung), die sich auf einen spirituellen Auftrag Brahmanandas berief. Die Organisation fand zunächst wenig Anklang. Maharishi verließ Indien, reiste über Kuala Lumpur, Singapur, Hongkong und Hawaii und kam 1959 nach San Francisco. 1960 besuchte er erstmals Deutschland.

Mitte der 1960er Jahre gewann die TM besonders unter Studierenden an Zuspruch. 1965 gründete Maharishi die Students International Meditation Society (SIMS); später wurden die verschiedenen Arbeitszweige und Aktivitäten der Bewegung unter dem Namen International Meditation Society (IMS) zusammengeführt. Die Angaben zur Gründung der SIMS sind im Artikel nicht vollständig einheitlich, da im Abschnitt über die Organisationen auch 1968 genannt wird.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt Maharishi durch seinen Vortrag 1967 im Londoner Hilton-Hotel in der Park Lane. George Harrison war anwesend und stellte ihn den übrigen Mitgliedern der Beatles vor. 1968 nahmen unter anderem The Beatles, die Beach Boys, Donovan, Clint Eastwood und Mia Farrow an Meditationskursen in Indien teil. Die „Initiation“ der Beatles wurde auch für Werbung genutzt. Seit 2000 unterstützte der Filmregisseur David Lynch Maharishis Anliegen. Neben der TM wurde Maharishi für seine Auslegung altindischer Texte und für das „Yogische Fliegen“ bekannt.

Am 1. August 1991 überlebte er knapp einen Giftanschlag; ein Täter wurde nicht ermittelt. Am 11. Januar 2008 kündigte er seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft an. Am 5. Februar 2008 starb er in Vlodrop in den Niederlanden. Nach einem Zeugnis soll er sich zuvor in eine „perfekte Yoga-Position“ begeben haben und friedlich eingeschlafen sein. Sein Leichnam wurde am 9. Februar nach Allahabad überführt, öffentlich aufgebahrt und am 11. Februar mit staatlichen Ehren eingeäschert. Zehntausende verabschiedeten sich. Seine Asche wurde mehreren Flüssen Indiens übergeben und zusätzlich in 192 Ländern verteilt.

Als Nachfolger wurde Maharaja Adhiraj Rajaraam eingesetzt, bürgerlich Tony Nader, ein libanesischer Professor für Neurophysiologie. Nader war 2000 von Maharishi zum „Ersten Regenten des Globalen Landes des Weltfriedens“ gekrönt und mit dem Ehrentitel Nader Raam versehen worden. Er kündigte den Bau von 48 „Türmen der Unbesiegbarkeit“ in 48 Ländern an.

Organisationen und politische Vision

Anfang der 1970er Jahre verlegte Maharishi den Hauptsitz seiner Organisation in das ehemalige Grand Hotel Sonnenberg im Schweizer Bergdorf Seelisberg. Der Artikel weist darauf hin, dass die Angaben dieses Abschnitts nicht ausreichend belegt sind.

Im Oktober 2000 gründete Maharishi das Globale Land des Weltfriedens (Sanskrit: Vishwa Shanti Rashtra). Es sollte ein „Land ohne Grenzen für alle friedliebenden Bürger der Welt“ sein. Es handelt sich jedoch nicht um einen Staat im herkömmlichen Sinn, da es kein eigenes Territorium besitzt. Nach Maharishis Vorstellung sollte es weltweiten Frieden schaffen, indem es alle Nationen in Glück, Wohlstand, Unbesiegbarkeit und vollkommener Gesundheit vereint und zugleich die Vielfalt der Völker bewahrt. Sein Ziel wurde als „Himmel auf Erden“ beschrieben: Die Lebensqualität jedes Einzelnen sollte steigen und in Erleuchtung, vollständige Erfüllung und Wohlstand münden.

Die Währung dieses Globalen Landes ist der Raam, der in begrenztem Umfang in den Niederlanden und den USA umläuft. Zu den weiteren Organisationen der Bewegung zählen die Geistige Erneuerungsbewegung (Spiritual Regeneration Movement, im Abschnitt Leben Ende 1958, im Organisationsabschnitt 1957), die Students International Meditation Society (SIMS, 1965 beziehungsweise 1968), die Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung (1976), die ehemals in vielen Ländern vertretene Naturgesetz-Partei (Natural Law Party, 1992) und die Globale Administration durch das Naturgesetz (1997).

Rezeption, Nachrufe und Veröffentlichungen

Maharishi wurde vor allem durch die Beatles zu einer Ikone des Hippie-Mystizismus der 1960er Jahre. Seine Lehren fanden außerdem medizinische Anerkennung für die Wiederbelebung einer alten indischen Yoga-Technik unter dem Namen Transzendentale Meditation. Die internationale Popularität nahm zu, nachdem die Beatles 1967 eine seiner Vorlesungen in Wales besucht hatten und 1968 zu ihm nach Rishikesh in Nordindien reisten.

Die Begegnung mit den Beatles verlief nicht ohne Konflikte. Das Gerücht, Maharishi habe Mia Farrow sexuell belästigt, wurde von „Magic Alex“, einem Freund John Lennons, verbreitet, aber von Farrow nie bestätigt. George Harrison und Paul McCartney wiesen die Anschuldigung zurück; Harrison entschuldigte sich später bei Maharishi. Nach den Tagebüchern Christopher Isherwoods soll Mick Jagger als eigentlichen Grund für die schnelle Abreise aus dem Ashram angegeben haben, Maharishi habe einen der Beatles bedrängt. Der Artikel stellt damit mehrere konkurrierende Erklärungen dar.

In Nachrufen und Rückblicken wurde Maharishi sehr unterschiedlich, aber überwiegend anerkennend beurteilt. Deepak Chopra nannte ihn „eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Jahrhunderts“, Ringo Starr „einen der wirklich weisen Männer“, denen er begegnet sei, und Paul McCartney einen großartigen Menschen, der sich unermüdlich für die Einheit eingesetzt habe. David Lynch sah in ihm denjenigen, der das Fundament für weltweiten Frieden gelegt habe. Rolling Stone bezeichnete ihn als großen spirituellen Führer.

Zu Maharishis wichtigen deutschsprachigen beziehungsweise übersetzten Werken gehören Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens sowie Die Bhagavad Gita, Kapitel 1–6, aus dem Sanskrit übertragen und neu kommentiert. Weitere Veröffentlichungen behandeln unter anderem Erleuchtung und nationale Unbesiegbarkeit, den Aufbau des „Himmels auf Erden“, vedisches Wissen, Regierung, Verteidigung, Gesundheit, Bildung und das Naturgesetz. Der Artikel nennt außerdem mehrere Schriften zur Anwendung seiner Lehre auf Indien, Verwaltung und Universitäten.

Über Maharishi entstanden unter anderem die Dokumentarfilme David wants to fly (2010, Regie: David Sieveking), Meditation, Kreativität, Frieden (2012, Regie: David Lynch) und Namaste Seelisberg (2026, Regie: Felice Zenoni).

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