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Totalitarismus und Demokratie
Totalitarismus und Demokratie – Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung (TD) ist eine seit 2004 halbjährlich im Auftrag des …
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Gegenstand und bibliografische Angaben
„Totalitarismus und Demokratie – Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung“ (TD) ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie untersucht vergleichend nicht-demokratische Systeme und Bewegungen in Geschichte und Gegenwart sowie die Voraussetzungen freiheitlich-demokratischer Gesellschaften.
Die Zeitschrift erscheint seit 2004 halbjährlich im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Die Beiträge sind auf Deutsch oder Englisch verfasst. Die verkaufte Auflage beträgt 200 Exemplare. Neben der kostenpflichtigen Druckausgabe erscheint TD seit 2020 mit finanzieller Unterstützung von Pollux auch im Open-Access-Format. Das Artikelarchiv reicht bis 2004 zurück. Die ISSN lautet für die Printausgabe 1612-9008 und für die Onlineausgabe 2196-8276.
Leitbild und Forschungsprofil
TD versteht sich als Forum für einen interdisziplinären Austausch. Beteiligt sein sollen unter anderem Historiker, Politikwissenschaftler, Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Religionswissenschaftler und Philosophen. Ziel ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Formen der „Diktatur“, „Autokratie“, „Extremismus“ und „Fundamentalismus“ sowie mit „politischen Religionen“ und „modernen Diktaturen“.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Bedingungen, die zur Entstehung und Stabilisierung freiheitlich-demokratischer Gesellschaften beitragen. Dazu gehören historisch-politische, soziale, sozialpsychologische und kulturelle Konstellationen, Bedingungen und Dispositionen. Untersucht werden sowohl geistige als auch prozedurale und institutionelle Grundlagen dieser Gesellschaften.
Das Forschungsprogramm lässt ausdrücklich einen Pluralismus von Forschungsansätzen und -methoden zu. Berücksichtigt werden unterschiedliche Formen des wissenschaftlichen Vergleichs sowie verschiedene deskriptive und normative Ansprüche bei der Bearbeitung und Interpretation historischen Materials. Die Zeitschrift verbindet daher die Analyse von Diktaturen und anderen nicht-demokratischen Bewegungen mit der Untersuchung der Voraussetzungen von Freiheit und Demokratie.
Herausgabe, Redaktion und Beirat
Die Zeitschrift wird im Auftrag des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung durch den jeweils amtierenden Direktor herausgegeben. Diese Aufgabe übernahmen bislang Gerhard Besier (2004–2007), Clemens Vollnhals kommissarisch (2007–2009 und 2016–2017), Günther Heydemann (2009–2016) sowie seit 2017 Thomas Lindenberger.
Die Redaktionsleitung liegt beim stellvertretenden Institutsleiter Uwe Backes, der zugleich als Chefredakteur angegeben wird. Für den Rezensionsteil war bis 2019 Lothar Fritze verantwortlich. Dem wissenschaftlichen Beirat gehören aktuell Michael Burleigh, Stéphane Courtois, Emilio Gentile, Eckhard Jesse, Peter Graf von Kielmansegg, Werner J. Patzelt, Kurt Salamun und Hans-Peter Schwarz an.
Der fingierte Beitrag von 2015
Im Dezember 2015 veröffentlichte die Redaktion einen fingierten Beitrag mit dem Titel „Der deutsch-deutsche Schäferhund“. Der Beitrag war als wissenschaftlicher Text gestaltet, enthielt aber erfundene Behauptungen. Unter anderem wurde behauptet, das erste Maueropfer sei nicht ein Mensch, sondern ein Polizeihund namens Rex gewesen. Außerdem hieß es, ein Gesetz zur Leinenpflicht für Hunde der DDR-Grenztruppen habe einen Dritten Weltkrieg verhindert und die an der Berliner Mauer eingesetzten Schäferhunde seien direkte Nachfahren der Wachhunde in den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen.
Das Autorenkollektiv bezeichnete die Veröffentlichung nachträglich als „satirische Intervention“. Es habe eine Diskussion darüber anregen wollen, warum engagierte Gesellschaftskritik in den Geisteswissenschaften zur Ausnahme geworden sei. Nachdem der frei erfundene Beitrag auf einer Fachkonferenz am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin keinen Anstoß erregt habe, sei er zur Veröffentlichung eingereicht worden.
Die Redaktionsleitung entschuldigte sich bei Lesern und Abonnenten. Sie erklärte, die Täuschungsabsicht nicht erkannt und die wissenschaftliche Sorgfaltspflicht vernachlässigt zu haben. Die Täuschung sei unter anderem durch einen gefälschten Lebenslauf, eine scheinbar wissenschaftliche Argumentation, ausführliche Erläuterungen, umfangreiche Fußnoten und falsche Archivangaben gelungen. Als Konsequenz wurde ein zusätzlicher Begutachtungsprozess eingeführt: Für jede geplante Veröffentlichung müssen seither obligatorische Außengutachten eingeholt werden.