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Indische Musik

Die Indische Musik beschreibt die Gesamtheit der in Südasien gehörten Musikstile. Diese lassen sich grob einteilen in: Klassische Musik: Kultivierter Musikstil …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Grundformen
  2. 2. Klassische Musik
  3. 3. Volksmusik
  4. 4. Instrumentengruppen
  5. 5. Wichtige Saiten- und Blasinstrumente
  6. 6. Schlag- und Tasteninstrumente

Überblick und Grundformen

Indische Musik beschreibt im Artikel die Gesamtheit der in Südasien gehörten Musikstile. Der Artikel selbst weist darauf hin, dass diese Definition problematisch sein kann, weil die Musik des südasiatischen Kulturraums sehr vielfältig ist und der Text vor allem Musikinstrumente aufzählt. Als grobe Einteilung nennt der Artikel drei Bereiche: klassische Musik, Volksmusik und Popmusik.

Klassische Musik ist ein kultivierter Musikstil, der im Westen besonders bekannt geworden ist und in Indien etwa einen ähnlichen Stellenwert hat wie die westliche Klassik in Europa. Volksmusik besteht aus regional sehr unterschiedlichen Liedern, die meist religiösen Ursprungs sind und besonders bei Festen und in Tempeln gesungen und gespielt werden. Popmusik meint alltägliche Hits, die größtenteils aus neuen und alten Kinofilmen nach Art von Bollywood stammen und oft Elemente klassischer und volkstümlicher Musik enthalten.

Klassische Musik

Die klassische indische Musik unterscheidet zwei Hauptrichtungen. Die südindische klassische Musik heißt Karnatische Musik. Sie gilt im Artikel als ursprünglicherer und älterer Stil, enthält viele melodische und rhythmische Variationen und ist eher durchkomponiert. Die nordindische klassische Musik heißt Hindustanische Musik. Sie ist stark vom persischen Kulturraum beeinflusst und wird nicht nur in Indien, sondern auch in Nepal, Pakistan und Bangladesch praktiziert. Sie ist hauptsächlich instrumental, besitzt eine besondere Ornamentik, also Verzierungen, und enthält deutlich mehr Improvisation. Eine Darbietung nordindischer klassischer Musik wird auch Mehfil genannt.

Die klassische indische Musik ist modal. Das bedeutet, dass sie nicht wie viele europäische Musikformen vor allem auf Akkordfolgen beruht, sondern auf Tonskalen und melodischen Regeln. Im Grundsatz duldet sie nur ein Melodieinstrument. Innerhalb eines streng überlieferten Rahmens gibt es viel Raum für Interpretation. Im Solospiel entwickelt ein Musiker einen musikalischen Gedanken im zeitlichen Verlauf aus dem Wechselspiel von Freiheit und Disziplin. Einen Dialog gibt es vor allem zwischen Melodieinstrument und Rhythmusinstrument.

Die Struktur der Melodie ist der Raga. Ein Raga besitzt eine aufsteigende und absteigende Skala und drückt eine bestimmte emotionale Stimmung aus, den rasa. Diese Stimmungen wurden in Ragamalas bildlich umgesetzt. Jedem Raga wird außerdem eine bestimmte Tageszeit oder Jahreszeit zugeordnet. Die rhythmisch-metrische Grundstruktur bilden die Talas, also rhythmische Zirkel. Die Rhythmik ist der Melodie nicht untergeordnet: Perkussionisten gestalten das Improvisationsspiel aktiv mit.

Eine klassische Aufführung besteht meist aus einem Hauptinstrument oder einer Vokalstimme, ein bis zwei Perkussionisten und einem klanglichen Hintergrund aus Borduntönen. Ein Bordunton ist ein anhaltender Grundklang; er wird etwa von einer Tanpura oder einem Harmonium erzeugt. In Nordindien sind Tabla und Pakhawaj wichtige Schlaginstrumente, in Südindien unter anderem Mridangam und Ghatam. Das Duettspiel heißt Jugalbandi und hat sich in Indien in den letzten Jahren weit verbreitet. Der Artikel nennt als Grundsatz, dass 80 bis 90 % eines Konzerts frei improvisiert sind und sich an Ragaskalen und Talas orientieren. Zu den leichten klassischen Gesangsstilen gehören unter anderem Dhamar, Tarana, Thumri, Tappa, Kirtana, Sadra, Lavani, Natya Sangit, Geetham und Javali.

Volksmusik

Die indische Volksmusik besteht aus vielen regionalen Stilen, die sich stark voneinander unterscheiden und oft musikalisch weit von den klassischen Traditionen entfernt sind. In manchen Regionen, zum Beispiel in der Musik von Rajasthan, prägen professionelle Ensembles bestimmter Musikerkasten die Musikszene. Solche Gruppen spielen religiöse Lieder an Tempeln, treten bei großen Jahresfesten auf und musizieren auch bei privaten Familienfeiern.

Ein Beispiel aus der Volksmusik ist die dhol. Sie ist eine zweifellige Röhrentrommel und wird besonders in den ländlichen Gebieten Nordindiens verwendet. Durch Musikgruppen wie The Dhol Blasters wurde sie auch international bekannt.

Instrumentengruppen

Der Artikel betont, dass es in Indien unzählige Instrumente gibt. Viele sind nur in bestimmten Regionen bekannt, andere werden in ganz Indien oder sogar darüber hinaus im orientalischen Raum verwendet. Nach einer Klassifikation aus altindischer Zeit werden Musikinstrumente in vier Gruppen eingeteilt: Saiteninstrumente, Membranophone, Idiophone und Blasinstrumente.

Saiteninstrumente werden im Artikel in drei Untergruppen eingeteilt: Instrumente, die einen Bordunton hervorbringen oder der rhythmischen Begleitung dienen; mehrsaitige Instrumente wie Zithern, bei denen jede Saite nur einen Ton erzeugt; und ein- oder mehrsaitige Instrumente, auf denen auf einer Saite eine Melodie gespielt werden kann. Blasinstrumente heißen sushira vadya. In der klassischen indischen Musik werden nach dem Artikel nur Querflöten und Doppelrohrblattinstrumente verwendet; andere Blasinstrumente gehören vor allem zu regionalen Volksmusikstilen oder religiösen Musikstilen. Schlaginstrumente werden in Membranophone, also Trommeln, und Idiophone, also selbstklingende Instrumente, eingeteilt.

Wichtige Saiten- und Blasinstrumente

Zu den gezupften oder angeschlagenen Saiteninstrumenten gehören viele regionale und klassische Instrumente. Besonders bekannt ist die Sitar, eine gezupfte Langhalslaute und laut Artikel das im Westen wohl bekannteste nordindische Instrument. Sie besitzt viele Saiten, von denen hauptsächlich eine zur Ausarbeitung der Ragaskalen im Improvisationsspiel dient. Weitere Saiten schwingen als Resonanzsaiten mit oder erzeugen eine rhythmische Grundstruktur. Die Bünde sind frei verschiebbar; viele Töne entstehen durch das Ziehen der Saite. Die Tanpura ist eine einfache Langhalslaute, die in fast jedem Konzert als Borduninstrument den Grundton sowie dessen Quinte und Oktave erzeugt. Die Sarod ist eine gezupfte Laute, die auf die afghanische Rubab zurückgeht; ihr mit Fell bespannter Korpus erinnert klanglich etwas an ein Banjo. Die Vina war ursprünglich ein allgemeiner Begriff für Saiteninstrumente und bezeichnet heute unter anderem die nordindische Rudra vina und die südindische Saraswati vina.

Auch gestrichene Saiteninstrumente spielen eine Rolle. Die Sarangi ist das verbreitetste Streichinstrument in Nordindien in populärer und klassischer Musik. Die Ravanahattha aus Rajasthan und Gujarat gilt als ältestes indisches Streichinstrument. Die europäische Violine ist vor allem im Süden gebräuchlich, wird dort aber anders gehalten als im Westen: senkrecht, mit dem Kopf nach unten.

Bei den Blasinstrumenten nennt der Artikel vor allem Flöten, Oboen- und Trompetenformen. Die Bansuri ist eine nordindische Querflöte aus Bambus ohne besonderes Mundstück; der Klang entsteht durch Blasen über ein einfaches Loch. Das südindische Gegenstück ist die Venu. Die Shehnai ist ein nordindisches Doppelrohrblattinstrument mit scharfem Klang in klassischer und volkstümlicher Musik. Das Nadaswaram ist ein größeres konisches Doppelrohrblattinstrument der südindischen Tempelmusik. Daneben gibt es regionale Instrumente wie die Alghoza, eine Doppellängsflöte im Nordwesten Indiens, die Pungi mit Windkapsel, die von Schlangenbeschwörern und in ländlicher Volksmusik gespielt wird, sowie Naturtrompeten wie Karna, Kombu, Bhankora und Tirucinnam.

Schlag- und Tasteninstrumente

Membranophone sind Trommeln und andere Instrumente, deren Klang durch eine gespannte Membran entsteht. Besonders wichtig ist die Tabla, ein Kesseltrommelpaar. Die bauchige Basstrommel besteht meist aus Metall, die kleinere, melodiösere Trommel aus Holz. Die Tabla gehört zur nordindischen Klassik, ist wegen ihres Klangs aber in vielen Musikarten und bei vielen Gelegenheiten beliebt. Die Pakhawaj ist eine klassische nordindische Doppelfelltrommel mit nahezu zylindrischem Holzkorpus und kompliziert aufgebauten Fellen. Die Mridangam ist in der südindischen Musik verbreitet und ähnelt der Pakhawaj, unterscheidet sich aber in Klang und Spielweise. Weitere Beispiele sind Dhol und Dholak in der nordindischen Volksmusik, Kanjira in der südindischen klassischen Musik, Khanjari in der nordindischen Volksmusik, Damaru und Idakka als Sanduhrtrommeln sowie regionale Trommeln wie Chande, Chenda, Dhamsa, Pung und Timila.

Idiophone sind selbstklingende Instrumente. Dazu zählen Paarbecken wie Bartal und Elathalam, Klappern wie Kartal und Toka, der große Buckelgong Darkhuang, die Bügelmaultrommel Morsing und der Ghatam, ein südindischer Tontopf, der sehr vielfältige Klänge hervorbringen kann. Das Jaltarang ist ein Melodieinstrument aus mit Wasser gefüllten Porzellanschüsseln.

Bei den Tasteninstrumenten nennt der Artikel vor allem das Harmonium. Es wurde im 19. Jahrhundert aus Europa eingeführt, besitzt Durchschlagzungen und umfasst in Indien gut drei Oktaven. Das indische Harmonium ist kleiner als die europäische Version. An der Rückwand befindet sich ein Blasebalg, der mit der linken Hand bedient wird, während die rechte Hand Melodielinien und gelegentlich Akkorde spielt. Es wird hauptsächlich in volkstümlicher und devotionaler Musik eingesetzt. Das europäische Klavier konnte sich in Indien nicht durchsetzen. Ein weiteres Tasteninstrument ist die Bulbultarang, eine in den 1920er Jahren zunächst in Mumbai eingeführte Brettzither, deren Melodiesaiten über eine Tastenreihe verkürzt werden.

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