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The Crucible (Oper)

The Crucible (deutsch: Hexenjagd oder Die Feuerprobe) ist eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Arthur Miller von Robert Ward für die Oper.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Werk und Bedeutung
  2. 2. Auslöser der Hexenjagd
  3. 3. Anklage und Prozess
  4. 4. Geständnis und Hinrichtung
  5. 5. Entstehung und Aufführungen

Werk und Bedeutung

The Crucible (deutsch: Hexenjagd oder Die Feuerprobe) ist eine englischsprachige Oper in vier Akten von Robert Ward. Das Libretto schrieb Bernard Stambler nach Arthur Millers Theaterstück Hexenjagd. Die Oper dauert etwa zwei Stunden und spielt 1692 in Salem im heutigen US-Bundesstaat Massachusetts.

Im Mittelpunkt stehen die Hexenprozesse von Salem: Unbelegte Anschuldigungen führen zu Verhaftungen, Angst und Todesurteilen. Wie Millers Vorlage ist die Oper zugleich eine Parabel auf die Kommunistenjagd in der McCarthy-Ära. Eine Parabel ist ein Werk, das ein geschildertes Geschehen auf eine andere gesellschaftliche Situation übertragbar macht.

Die wichtigsten Figuren sind der Bauer John Proctor, seine Frau Elizabeth, die frühere Proctor-Magd Abigail Williams, Richter Danforth, Reverend Hale und Reverend Samuel Parris. Abigail hatte ein Verhältnis mit John Proctor und versucht später, Elizabeth durch Hexereivorwürfe aus dem Weg zu räumen.

Auslöser der Hexenjagd

Reverend Parris sorgt sich um seine Tochter Betty. Er hatte Betty und deren Cousine Abigail nachts bei einem rituellen Tanz im Wald entdeckt; danach brach Betty zusammen und liegt regungslos im Bett. Abigail berichtet von Gerüchten über Hexerei, bestreitet aber ein Fehlverhalten. Sie erklärt ihren Fortgang aus dem Haus der Proctors damit, Elizabeth habe sie wie eine Sklavin behandelt. Später wird deutlich, dass tatsächlich ihre Beziehung zu John Proctor der Grund war.

Thomas und Ann Putnam glauben wegen ähnlicher Beschwerden ihrer Tochter Ruth an Hexerei und haben Reverend Hale holen lassen. Rebecca Nurse versucht, die Situation als Kinderei zu beruhigen. Giles Corey wirft Thomas Putnam dagegen vor, durch die Hexenangst Nachbarn von ihrem Land vertreiben zu wollen. Die Spannungen nehmen zu, auch als John Proctor erscheint.

Hale befragt schließlich Tituba, die Sklavin von Parris. Abigail beschuldigt Tituba, mit dem Teufel verbündet zu sein. Unter Druck gesteht Tituba, behauptet aber, dem Teufel widerstanden zu haben. Danach endet Bettys Anfall. Abigail und Betty nennen in den folgenden Tagen zahlreiche weitere Frauen als angebliche Hexen; damit beginnt die Verfolgung.

Anklage und Prozess

Zu Hause bei den Proctors ist die Ehe belastet: Elizabeth hat Johns Verhältnis mit Abigail nicht vergeben. Sie fordert ihn auf, Richter Danforth zu erklären, Abigails Aussagen seien Lügen. John zögert, weil er keine Beweise hat und die Affäre nicht öffentlich werden soll.

Die Magd Mary Warren berichtet, die Zahl der Festnahmen habe sich verdreifacht. Goody Osburn sei zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Mary sagt, die Stimmung im Gericht habe sie dazu gebracht, gegen ihren Willen andere Menschen zu beschuldigen. Als Elizabeths Name gefallen ist, erkennt Elizabeth Abigails Absicht. Kurz darauf kommen Hale und der Gerichtsbeamte Cheever mit einem Haftbefehl: Abigail hat Elizabeth vorgeworfen, mit einer Hexenpuppe einen Mordversuch an ihr begangen zu haben. Mary erklärt, die Puppe gehöre ihr, doch Elizabeth wird dennoch abgeführt. John verlangt von Mary, vor Gericht die Wahrheit zu sagen, selbst wenn dadurch seine Beziehung zu Abigail bekannt wird.

Vor dem Prozess versucht Abigail, John dazu zu bewegen, Elizabeth zu verlassen und mit ihr die Stadt von Hexen zu säubern. John weist sie zurück und fordert den Widerruf ihrer Anschuldigungen. Im Gericht erklärt Danforth, Gott werde durch ihn das Land von der Hexenplage befreien. Giles Corey beschuldigt Thomas Putnam, aus Gier nach dem Land eines Nachbarn falsche Anschuldigungen zu verbreiten. Weil Giles seine Zeugen nicht nennen will, lässt Danforth ihn einsperren und foltern.

John legt Mary Warrens Erklärung vor: Die angebliche Hexerei sei nur ein Spiel der Mädchen gewesen; Abigail habe daraus Ernst gemacht, um Elizabeth zu beseitigen. John gesteht seine Beziehung mit Abigail. Elizabeth soll dies bestätigen, leugnet es jedoch, weil sie ihren Mann schützen will. Abigail beschuldigt daraufhin Mary der Hexerei. Mary bricht zusammen und behauptet, John Proctor sei der Teufel und habe sie zu ihrer Aussage gezwungen. Die Anwesenden wenden sich gegen John.

Geständnis und Hinrichtung

Nach Monaten im Gefängnis sind Tituba und Sarah Good wahnsinnig geworden. Abigail besticht einen Wärter, damit John Proctor fliehen kann. John lehnt jedoch sowohl die Flucht als auch Abigails Liebe ab; Abigail läuft weinend fort.

Hale, Parris und Betty bitten Danforth, die für den folgenden Morgen geplanten Hinrichtungen von John Proctor und Rebecca Nurse aufzuschieben. Beide seien in Salem angesehen, und ihre Tötung könne einen Aufruhr auslösen. Danforth lehnt den Aufschub ab, erlaubt Elizabeth aber, John zu einem Geständnis zu bewegen. Ein Geständnis würde seine Freilassung ermöglichen.

Elizabeth berichtet John, dass Giles Corey unter Folter gestorben sei, ohne auszusagen. Andere hätten gestanden und dadurch ihr Leben gerettet. John beschließt zunächst, ein falsches Geständnis abzulegen, obwohl er fürchtet, Elizabeth werde ihn dann für einen Lügner halten. Sie erinnert ihn daran, dass er wegen ihrer eigenen Lüge verurteilt worden sei.

Danforth verlangt, dass John das Geständnis unterschreibt, damit es der Stadt gezeigt werden kann. John zerreißt das Schriftstück, weil er seinen Familiennamen nicht entehrt sehen will. Rebecca lehnt ebenfalls ein Geständnis ab, da sie ihre Seele nicht mit einer Lüge belasten will. Danforth befiehlt die Hinrichtung von John und Rebecca. Elizabeth weist Hales Bitte zurück, John zum Nachgeben zu bringen, und sagt: „John hat seinen Namen und seine Tugend gefunden. Gott behüte, dass ich diese von ihm nehme.“

Entstehung und Aufführungen

Die New York City Opera gab The Crucible in Auftrag; die Ford Foundation förderte das Werk. Solche Aufträge sollten das zeitgenössische amerikanische Opernleben stärken und richteten sich wegen der privaten Finanzierung amerikanischer Opernhäuser an ein Publikum, das oft bekannte literarische Vorlagen oder Stoffe aus der amerikanischen Geschichte erwartete. Es ist unklar, ob Ward oder das Opernhaus den Stoff vorschlug. Arthur Miller beriet bei der Arbeit; Libretto und Komposition entstanden in weniger als einem Jahr.

Stambler kürzte ungefähr zwei Drittel von Millers Text. Er entfernte unter anderem Szenen mit Abigail und ihren Freundinnen, Streitgespräche sowie längere Diskussionen. Auf Wards Drängen wurde eine von Miller gestrichene Szene zwischen Abigail und Proctor wieder aufgenommen. Der Prozess spielt in der Oper in einem Gerichtshaus statt in einer Kirche. Ward und Stambler ergänzten zudem die letzte Begegnung von Proctor und Abigail; Elizabeths Schwangerschaft wird nicht erwähnt.

Die Uraufführung fand am 26. Oktober 1961 an der New York City Opera unter Emerson Buckley statt. Die Oper erhielt viel Lob und gewann 1962 den Pulitzer-Preis für Musik sowie den New York Music Critics Circle Citation Preis. Kritiken beschrieben Wards Musik als neuromantisch, technisch brillant und am späten Richard Strauss orientiert; die Stimmen seien wichtiger als das Orchester. Das Werk zählt weltweit zu den am häufigsten aufgeführten Opern eines amerikanischen Komponisten.

Die europäische Erstaufführung war 1963 am Staatstheater Wiesbaden, von Ward dirigiert. Sie wurde scharf kritisiert; beanstandet wurden eine als moritatenhaft empfundene Musiksprache und die schlechte deutsche Librettoübersetzung. Die zweite Aufführung in Deutschland folgte erst 2015 am Staatstheater Braunschweig in englischer Originalfassung.

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