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Bass (Stimmlage)
Als Bass (von lateinisch bassus ‚stark', ‚reichlich'; Pl. die Bässe) wird die tiefste Gesangsstimmlage bezeichnet. Ein Sänger dieser Stimmlage wird einfach …
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Grundbegriff
Der Bass ist die tiefste Gesangsstimmlage. Ein Sänger mit dieser Stimmlage heißt Bass oder Basso. Der Begriff wird außerdem für tiefe Lagen oder Register von Musikinstrumenten verwendet, zum Beispiel bei Orgelpfeifen oder Saiteninstrumenten. In der Chormusik gehört der Bass zu den Männerstimmen und bildet meist die tiefste Stimme im Satz.
Tonumfang
Der Tonumfang der Bassstimme reicht ungefähr von F bis f‘. Manche Partien verlangen noch tiefere Töne wie E, D oder C. Beispiele dafür sind Osmin aus Die Entführung aus dem Serail, Seneca aus L'incoronazione di Poppea und Baron Ochs aus Der Rosenkavalier.
In Haydns Oratorium Die Schöpfung wird in der Arie Nun scheint in vollem Glanze ein kräftiges F erwartet, das sich klanglich gegen Orchester und Kontrafagott durchsetzen soll. Gustav Mahler notierte im Schlusssatz seiner 2. Sinfonie für die Bassstimme des Chores einen Umfang von ‚B bis f‘.
Tiefe Speziallagen
Nur wenige Bässe haben bei sehr tiefen Tönen ein großes Volumen, einen nach unten erweiterten Tonumfang und oft eine dunkle Klangfarbe. Solche Sänger werden Dramatischer Basso Profondo oder umgangssprachlich schwarzer Bass genannt.
Eine besondere Gruppe sind Oktavisten, vor allem in russischen Chören. Sie singen eine Oktave tiefer als die übrigen Bässe und wechseln nicht in das obere Register. Diese Stimmlage wird nur selten solistisch verwendet. Einige Komponisten schrieben dafür eigene Solostücke, zum Beispiel Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski im Solopart seines Geistlichen Chorkonzerts no. 21.
Verbreitung
Statistisch sind 5 % der Männerstimmen Bässe. Profunde Bässe, also besonders tiefe und klangstarke Bassstimmen, sind selten.
Schon in Schulchören des 17. und 18. Jahrhunderts gab es einen Mangel an guten Bässen. Michael Praetorius empfahl 1619 im Syntagma musicum, schwache Bassstimmen durch einen Streichbass zu unterstützen. Auch beim Thomanerchor zur Zeit Johann Sebastian Bachs spielte bei Aufführungen von A-cappella-Werken stets ein Streichinstrument den Bass mit.
Stimmfächer
Innerhalb der Basslage gibt es mehrere Stimmfächer, also genauere Einteilungen nach Klang, Höhe, Ausdruck und typischen Rollen. Genannt werden hoher Bass oder Basso cantante, Charakterbass, seriöser Bass, lyrischer Bass für eher höhere Stimmpartien und Bassbuffo für heitere Opernrollen.
Der Bassbariton liegt zwischen Bass und Bariton. Er kann tiefere Baritonpartien singen, zum Beispiel Scarpia in Tosca oder die vier Bösewichte aus Hoffmanns Erzählungen, aber auch höhere Bassrollen wie Bartolo, van Bett oder Kaspar. Der Basso Profondo oder schwarze Bass ist besonders ausdrucksstark in tiefen Stimmlagen. Der Oktavist, auch Strohbass genannt, hat einen Stimmumfang eine Oktave tiefer.
Typische Rollen
Bekannte Bassrollen in Opern und Oratorien zeigen, wie vielfältig die Stimmlage eingesetzt wird. Dazu gehören unter anderem Osmin in Mozarts Die Entführung aus dem Serail, Don Alfonso in Così fan tutte, Leporello in Don Giovanni und Sarastro in Die Zauberflöte.
Weitere Beispiele sind Baron Ochs auf Lerchenau in Der Rosenkavalier von Richard Strauss, Don Basilio in Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini, Rocco in Fidelio von Ludwig van Beethoven, Kaspar in Der Freischütz von Carl Maria von Weber, Boris Godunow in der gleichnamigen Oper von Modest Mussorgski, Philipp II. in Don Carlos von Giuseppe Verdi, Gurnemanz in Parsifal von Richard Wagner, Hagen in Götterdämmerung und Elias im Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy.