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Hexenjagd (Drama)
Hexenjagd (engl. Originaltitel The Crucible) ist ein Theaterstück des US-amerikanischen Dramatikers Arthur Miller aus dem Jahr 1953.
Inhalt4 Abschnitte
Werk und Grundkonflikt
„Hexenjagd“ (Originaltitel: „The Crucible“) ist eine englischsprachige Tragödie des US-amerikanischen Dramatikers Arthur Miller aus dem Jahr 1953. Sie wurde am 22. Januar 1953 im Al Hirschfeld Theatre am Broadway uraufgeführt. Ort und Zeit der Handlung sind Salem in Massachusetts im Jahr 1692.
Das Stück zeigt, wie Angst, falsche Anschuldigungen und der Schutz eigener Autorität zu einem zerstörerischen Massenwahn werden können. Miller behandelt den historischen Hexenwahn, richtet sich aber zugleich gegen Denunziation, Gesinnungsschnüffelei und den Missbrauch politischer Macht. Als Kommentar zur Kommunistenjagd der McCarthy-Ära macht das Drama deutlich, dass eine Gesellschaft Menschen ohne verlässliche Beweise verfolgen kann.
Handlung
Pastor Samuel Parris überrascht seine Tochter Betty, seine Nichte Abigail Williams und weitere Mädchen bei einem okkulten Ritual im Wald. Einige Kinder stellen anschließend Ohnmacht oder Krankheit vor, um sich vor Strafe zu schützen. Da Ärzte keine Erklärung finden, verbreiten sich Gerüchte über Teufelsbeschwörung und Hexerei.
Parris ruft Pastor John Hale, einen Teufelsspezialisten. Abigail und die anderen Mädchen erkennen, dass sie einer Strafe entgehen können, indem sie andere beschuldigen. Sie nennen Gemeindemitglieder als angebliche Verbündete des Teufels. Der Stellvertreter des Gouverneurs, Thomas Danforth, und Richter John Hathorne eröffnen daraufhin ein Gericht; die Mädchen werden zu dessen Hauptzeugen.
Der Bauer John Proctor durchschaut ihre Lügen. Abigail hatte früher als Magd bei den Proctors gearbeitet und eine Affäre mit ihm; deshalb beschuldigt sie seine Frau Elizabeth der Hexerei. Elizabeth wird verhaftet. Proctor versucht gemeinsam mit seiner Magd Mary Warren, die Täuschung vor Gericht aufzudecken. Mary gesteht zunächst, dass die Anfälle nur gespielt waren. Unter dem Druck der anderen Mädchen widerruft sie jedoch und beschuldigt nun Proctor, mit dem Teufel im Bund zu stehen und sie zum Geständnis gezwungen zu haben.
Proctor gesteht seine Beziehung zu Abigail, um deren Hass auf Elizabeth zu beweisen. Elizabeth leugnet die Affäre jedoch, weil sie seine Ehre schützen möchte. Proctor wird verhaftet und zum Tod verurteilt; Hale beginnt an dem Verfahren zu zweifeln und verlässt das Gericht. Als es in Andover Aufstände gibt und die Mädchen, besonders Abigail, geflohen sind, erkennt das Gericht seinen Irrtum. Danforth will die Urteile dennoch nicht aufheben, weil sonst Autorität und Respekt des Gerichts verloren gingen. Hale soll Proctor zu einem Geständnis bewegen. Proctor gesteht zunächst, zerreißt das Geständnis dann aber als Lüge. Er und weitere Verurteilte werden gehängt.
Parris schaut aus Angst um seine Stellung zu. Hathorne hält trotz des Verlaufes an den Aussagen der Mädchen fest. Hale gelangt dagegen zur Einsicht, kann die unschuldigen Menschen aber nicht mehr retten.
Historischer Hintergrund und Bedeutung
Miller verwendet Namen realer Personen und stützt das Drama auf tatsächliche Ereignisse. Die Bewohner Salems waren Nachfahren der Pilgrim Fathers, englischer Puritaner, die 1620 mit der Mayflower nach Amerika ausgewandert waren. In ihrer religiös geprägten Gemeinschaft waren Feiern, Tanzen und Romanlektüre verboten. Salem war nach Millers Beschreibung eine Theokratie, also eine Verbindung von staatlicher und religiöser Macht, die die Gemeinschaft zusammenhalten und Uneinigkeit verhindern sollte.
Die Mädchen wussten, dass ihr verbotenes Tanzen im Wald harte Strafen wie Auspeitschen nach sich ziehen konnte. Daher täuschten sie Anfälle vor und wälzten die Schuld auf andere ab. Zugleich nahmen die Dorfbewohner die behauptete Hexerei als Erklärung für die rätselhaften Krankheiten an.
Aufgrund der Aussagen der Mädchen wurden 150–300 Personen verhaftet und 30 zum Tode verurteilt. 19 Menschen wurden gehängt, einer zu Tode gefoltert und vier starben im Gefängnis. Manche legten Geständnisse ab, um zu überleben. Nachdem Kritik an der Beweisführung zunahm, berief der Gouverneur ein neues Gericht ein; die übrigen Verurteilten wurden später begnadigt. Einige Mädchen und auch Pastor Hale leisteten öffentlich Abbitte. 1711 wurde den Familien der Opfer eine Entschädigung von 578 Pfund und 12 Schilling bewilligt, heute etwa 42.000 €; John Proctors Familie erhielt mit £150 den höchsten Einzelanteil.
Arthur Miller und Bearbeitungen
Arthur Miller lebte von 1915 bis 2005. Nach seinem Broadway-Durchbruch mit „All My Sons“ (1947) erhielt er 1949 unter anderem den Pulitzer-Preis für „Death of a Salesman“. Für „The Crucible“ beschäftigte er sich intensiv mit den historischen Hexenprozessen.
In der McCarthy-Zeit wurde Miller selbst als Amerikagegner verdächtigt. Er sollte Namen von Teilnehmenden kommunistischer Schriftstellertreffen nennen, verweigerte dies und wurde wegen „Missachtung des Kongresses“ zu Gefängnis- und Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wurde ein Jahr später aufgehoben. 2003 erhielt er den Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft.
Zu den Verfilmungen gehören „Die Hexen von Salem“ von 1957 sowie Fassungen von 1959, 1967 und 1996. Hörspielproduktionen entstanden 1954 beim NWDR unter der Regie von Fritz Schröder-Jahn und 1957 beim BR unter der Regie von Walter Ohm.
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