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Taylor Swift

Taylor Alison Swift (* 13. Dezember 1989 in Reading, Pennsylvania) ist eine US-amerikanische Pop- und Country-Sängerin, Gitarristin, Songwriterin, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Vom Country zum weltweiten Pop-Erfolg
  3. 3. Neuaufnahmen und jüngste Alben
  4. 4. Tourneen, Film und Auszeichnungen
  5. 5. Politische und gesellschaftliche Positionen
  6. 6. Einfluss und Kontroversen

Person und Bedeutung

Taylor Alison Swift (* 13. Dezember 1989 in Reading, Pennsylvania) ist eine US-amerikanische Sängerin, Gitarristin, Songwriterin, Musikproduzentin, Regisseurin und Schauspielerin. Sie begann im Country, wechselte später zum Pop und arbeitete zeitweise auch mit Indie-Folk und Alternative Rock. Mit mehr als 200 Millionen verkauften Tonträgern zählt sie zu den kommerziell erfolgreichsten Musikern. Die IFPI nennt sogar mehr als 300 Millionen verkaufte Tonträger (Stand: August 2023).

Swift wuchs in Pennsylvania auf und interessierte sich früh für Country-Musik. Mit neun Jahren nahm sie Musik- und Gesangsunterricht, mit zwölf lernte sie Gitarre. Ihre Familie zog nach Tennessee, damit sie näher am Zentrum der Country-Musik in Nashville leben konnte. Mit 14 Jahren erhielt sie einen Songwriting-Vertrag bei Sony/ATV Music Publishing, 2005 folgte ein Plattenvertrag bei Big Machine Records. Ihr Debütalbum Taylor Swift machte sie 2006 zur ersten Country-Sängerin, die an einem mit Platin ausgezeichneten US-Album mitgeschrieben hatte.

Kennzeichnend für ihre Karriere sind selbst oder mitverfasste Songs, häufige stilistische Veränderungen, eine starke Kontrolle über ihre Veröffentlichungen sowie außergewöhnliche Verkaufs-, Streaming- und Charterfolge. Sie setzt sich außerdem für die Rechte von Musikern ein. 2024 erschien sie erstmals in der Forbes-Liste The World’s Billionaires; Forbes bezifferte ihr Vermögen im April 2025 auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Dazu gehörten fast 600 Millionen Dollar aus Tantiemen und Tourneen, geschätzte 600 Millionen Dollar an Musikurheberrechten sowie etwa 125 Millionen Dollar Immobilienbesitz.

Vom Country zum weltweiten Pop-Erfolg

Das Debütalbum Taylor Swift erschien 2006, erreichte Platz fünf der Billboard 200 und wurde in den USA mit Fünffach-Platin ausgezeichnet. Alle Titel waren von Swift geschrieben oder mitverfasst. Fearless (2008) verband Country und Pop, führte die US-Albumcharts insgesamt elf Wochen an und war dort 2009 das meistverkaufte Album. Love Story und You Belong with Me waren die ersten Country-Songs, die sowohl Country- als auch Pop-Airplay- beziehungsweise Hot-100-Airplay-Charts anführten. Für Fearless erhielt Swift unter anderem den Grammy für das Album des Jahres.

Speak Now (2010), dessen Songs sie allein schrieb, ergänzte den Country-Pop um Rockelemente und verkaufte sich in den USA in der ersten Woche mehr als eine Million Mal. Für Mean gewann sie zwei Grammys. Auf Red (2012) experimentierte sie mit elektronischen Stilen. We Are Never Ever Getting Back Together wurde ihr erster Nummer-eins-Hit in den Billboard Hot 100; I Knew You Were Trouble erreichte in Deutschland die Top 10 sowie in Großbritannien und den USA Platz zwei.

Mit 1989 (2014) vollzog Swift den vollständigen Wechsel zum Pop. Die Synthiepop-Titel Shake It Off, Blank Space und Bad Blood wurden Nummer-eins-Hits in den USA. Reputation (2017) verarbeitete die starke Medienaufmerksamkeit und öffentliche Konflikte in einem von Hip-Hop beeinflussten Klangbild. Look What You Made Me Do erreichte unter anderem in den USA und Großbritannien Platz eins. Die zugehörige Reputation Stadium Tour spielte mit 53 Shows und 2,88 Millionen Zuschauern 345,5 Millionen US-Dollar ein und stellte damals den Einnahmerekord einer US-Tour auf.

Nach ihrem Wechsel zu Republic Records veröffentlichte Swift 2019 Lover. You Need to Calm Down unterstützte die LGBTQIA+-Community, während The Man unterschiedliche gesellschaftliche Maßstäbe für Frauen und Männer kritisierte. Während der COVID-19-Pandemie entstanden in Selbstisolation Folklore und Evermore (beide 2020), die sich Indie-Folk und Alternative Rock zuwandten. Mit Folklore und Cardigan war Swift die erste Künstlerin, die in derselben Woche auf Platz eins der Billboard 200 und der Hot 100 einstieg. Dasselbe gelang ihr später mit Evermore und Willow. Folklore gewann 2021 den Grammy für das Album des Jahres.

Neuaufnahmen und jüngste Alben

2019 kaufte Scooter Braun Big Machine Records und damit die Master-Aufnahmen von Swifts ersten sechs Studioalben; der Kaufpreis wurde auf 300 Millionen US-Dollar geschätzt. Master-Aufnahmen sind die ursprünglichen Tonaufnahmen, deren Rechte von den Rechten an den Kompositionen zu unterscheiden sind. Swift erklärte, sie habe diese Aufnahmen zuvor nicht zu annehmbaren Bedingungen erwerben können. Der frühere Labelbesitzer Scott Borchetta widersprach Teilen ihrer Darstellung. Da Swift weiterhin Rechte an den Songs besaß, kündigte sie Neuaufnahmen unter dem Zusatz Taylor’s Version an. Damit wollte sie mehr Kontrolle über ihre Werke gewinnen und grundsätzlich für das Eigentum von Künstlern an der eigenen Arbeit eintreten.

Fearless (Taylor’s Version) erschien im April 2021 und enthielt zusätzlich sechs ältere, zuvor unveröffentlichte From-The-Vault-Songs. Red (Taylor’s Version) folgte im November 2021 mit 30 statt ursprünglich 19 Titeln. All Too Well (10 Minute Version) wurde mit 10:13 Minuten zum längsten Nummer-eins-Hit der Geschichte der Billboard Hot 100. Speak Now (Taylor’s Version) und 1989 (Taylor’s Version) erschienen 2023. Am 30. Mai 2025 teilte Swift mit, die ursprünglichen Master-Aufnahmen ihrer ersten sechs Alben zu fairen Bedingungen von Shamrock Capital erworben zu haben.

Midnights (2022) enthält 13 Songs über schlaflose Nächte. Es verkaufte sich in seiner ersten US-Woche mehr als eine Million Mal und war Swifts erstes Nummer-eins-Album in Deutschland. Als erste Interpretin belegte sie gleichzeitig alle zehn Plätze der US-Single-Top-Ten; Anti-Hero wurde ihr neunter Nummer-eins-Hit. The Tortured Poets Department (2024) wiederholte die vollständige Besetzung der Top Ten, wobei Fortnight ihr zwölfter US-Spitzenreiter wurde.

The Life of a Showgirl erschien im Oktober 2025. The Fate of Ophelia und Opalite erreichten unter anderem in den USA und mehreren europäischen Ländern Platz eins. Opalite wurde zunächst nur bei Spotify und Apple Music und später auf YouTube veröffentlicht, um zahlungsrelevante Streams in der ersten Chartwoche zu bündeln. 2026 sang Swift mit I Knew It, I Knew You den Titelsong zu Toy Story 5; in den USA war dies ihr 15. Nummer-eins-Hit.

Tourneen, Film und Auszeichnungen

Swifts Konzerttourneen entwickelten sich von der Fearless Tour mit 111 Auftritten über die Speak Now World Tour, The Red Tour, The 1989 World Tour und die Reputation Stadium Tour bis zur The Eras Tour 2023–2024. Für diese waren 152 Konzerte geplant, von denen drei abgesagt wurden. Bereits nach 60 der mehr als 150 angesetzten Shows galt sie als erste Tournee mit Einnahmen von über einer Milliarde US-Dollar. Bei einem Konzert in Seattle registrierten Seismographen schwache, für Menschen nicht wahrnehmbare Erschütterungen durch die Fans. Das für 2020 vorgesehene Lover Fest wurde wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt.

Swift spielte Nebenrollen in Film- und Fernsehproduktionen wie CSI: Vegas, Valentinstag, Der Lorax, Hüter der Erinnerung – The Giver, Cats und Amsterdam. Ihre Karriere wurde unter anderem in Miss Americana (2020) und dem Konzertfilm Taylor Swift: The Eras Tour (2023) dokumentiert. Bei Folklore: The Long Pond Studio Sessions und All Too Well: The Short Film führte sie selbst Regie; beim Folklore-Film übernahm sie außerdem Produktion und Drehbuch.

Zu ihren Auszeichnungen zählen 14 Grammy Awards, darunter viermal Album of the Year, 40 American Music Awards, 29 Billboard Music Awards, 23 MTV Video Music Awards und ein Emmy Award. Mit vier Grammys für das Album des Jahres hält sie in dieser Kategorie mehr Auszeichnungen als jeder andere Künstler. Sie löste Barbra Streisand mit zwölf Nummer-eins-Alben als führende Künstlerin ab, übertraf Elvis Presleys Rekord für die längste Zeit eines Solokünstlers an der Spitze der Billboard-Albumcharts und hält mehr als 100 Guinness-Weltrekorde. 2023 ernannte Time sie als erste hauptsächlich für ihr künstlerisches Schaffen gewürdigte Person zur Person des Jahres. Spotify führte sie im selben Jahr als meistgestreamten Künstler.

Politische und gesellschaftliche Positionen

Swift hielt sich anfangs mit politischen Äußerungen zurück, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlte und andere nicht beeinflussen wollte. Nachdem Vertreter der rechtsextremen Alt-Right sie vereinnahmt hatten und ihr mangelnde Abgrenzung vorgeworfen worden war, bezeichnete sie weiße Vorherrschaft später ausdrücklich als abscheulich. Seit 2018 äußert sie sich regelmäßig zu US-Wahlen und gesellschaftspolitischen Themen.

Sie unterstützt feministische Anliegen, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, die Time’s-Up-Bewegung, die LGBTQIA+-Community und Black Lives Matter. In Songs wie The Man, Champagne Problems und The Last Great American Dynasty kritisiert sie Geschlechterrollen und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. You Need to Calm Down verweist auf die Organisation GLAAD; 2019 spendete sie 113.000 US-Dollar an das Tennessee Equality Project. Während der Black-Lives-Matter-Bewegung unterstützte sie den NAACP Legal Defense and Educational Fund.

Bei den Halbzeitwahlen 2018 warb Swift für die demokratischen Kandidaten Phil Bredesen und Jim Cooper. 2020 unterstützte sie Joe Biden und Kamala Harris und kritisierte Präsident Donald Trump wegen Rassismus und Gewaltandrohungen. 2022 und vor den Vorwahlen 2024 rief sie ohne Kandidatenempfehlung zur Wahlbeteiligung auf. Im September 2024 erklärte sie ihre Unterstützung für Kamala Harris und Tim Walz. Dabei reagierte sie auch auf KI-generierte Bilder, die sie fälschlich als Unterstützerin Trumps darstellten, und betonte Transparenz als Mittel gegen Fehlinformationen. Eine Umfrage zufolge wären 18 Prozent der Befragten eher bereit gewesen, einen von Swift bevorzugten Kandidaten zu wählen; nach Harris’ Niederlage wurde diese Einschätzung jedoch angezweifelt. Medien diskutierten zudem, ob prominente Unterstützung auch gegenteilige Wirkungen haben könne.

Swift ist außerdem für Spenden bekannt. Sie unterstützte unter anderem Opfer von Überschwemmungen, Tornados und Waldbränden sowie lokale Tafeln. Beispiele sind 500.000 US-Dollar nach den Überschwemmungen in Tennessee 2010, eine Million US-Dollar für die Fluthilfe in Louisiana 2016 und jeweils eine Million US-Dollar für die Tornadohilfe in Tennessee 2020 und 2023. Während der Eras Tour unterstützte sie örtliche Lebensmittelhilfen und zahlte ihrer gesamten Crew Boni von insgesamt 55 Millionen US-Dollar.

Einfluss und Kontroversen

Swift prägte den Übergang von modernem Country zu international erfolgreichem Pop und beeinflusste zahlreiche Singer-Songwriter. Ihr Debüterfolg stärkte das junge Label Big Machine Records und förderte das Interesse an jungen Country-Künstlern, die eigene Songs schreiben. Ihre Verkäufe gelten in einer vom Streaming geprägten Branche als ungewöhnlich hoch. Sie unterstützte unabhängige Plattenläden und das Vinyl-Revival; auf Spotify erreichte sie als erste Künstlerin 100 Millionen monatliche Hörer. 2015 bewog ihre Weigerung, 1989 während unbezahlter Apple-Music-Probemonate bereitzustellen, Apple dazu, Künstler auch in diesem Zeitraum zu vergüten. Universitäten untersuchen ihre Werke inzwischen in literarischen und gesellschaftspolitischen Kursen.

Zu den wichtigsten Kontroversen gehört ihr Konflikt mit Kanye West. Dieser unterbrach 2009 ihre Dankesrede bei den MTV Video Music Awards. 2016 behauptete er in Famous, für ihren Ruhm verantwortlich zu sein, und verwendete eine beleidigende sexuelle Zeile über sie. Ein von Kim Kardashian veröffentlichtes Telefonat sollte Swifts Zustimmung belegen; 2020 stellte sich die Aufnahme jedoch als bearbeitet heraus.

Sean Hall und Nathan Butler warfen Swift vor, Shake It Off habe Textzeilen aus Playas Gon’ Play der Band 3LW übernommen. Swift erklärte, Lied und Band vor der 2017 eingereichten Klage nicht gekannt zu haben. 2022 zogen die Kläger die Klage nach fünf Jahren zurück. Kritik löste auch der Schutz einzelner Textzeilen aus 1989 als Marken aus. Die Band Peculate wertete dies als Angriff auf die freie Rede. Andere Kritiker, darunter Fans, werfen Swift ein auf Profitmaximierung ausgerichtetes Geschäftsmodell vor, weil sie zahlreiche Varianten einzelner Alben mit intensiven Marketingkampagnen verkauft. Diese Kritik steht ihrer öffentlichen Rolle als Verfechterin von Künstlerrechten und ihrem großen wirtschaftlichen sowie kulturellen Einfluss gegenüber.

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