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Synthiepop

Synthiepop (auch Synthie-Pop, Synth-Pop, Synthpop oder selten Technopop) bezeichnet eine in den 1970er Jahren aufgekommene Stilrichtung innerhalb der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und Merkmale
  2. 2. Frühe Entwicklung
  3. 3. Höhepunkt in den 1980er Jahren
  4. 4. Niedergang und spätere Rückkehr
  5. 5. Abgeleitete Stile und wichtige Namen

Definition und Merkmale

Synthiepop, auch Synthie-Pop, Synth-Pop, Synthpop oder selten Technopop genannt, ist eine Stilrichtung der elektronischen Tanzmusik, die in den 1970er Jahren aufkam. Sein wichtigstes Merkmal ist der Einsatz elektronischer Instrumente, vor allem von Synthesizern, als prägendes Stilelement. Weitere genretypische Instrumente sind Drumcomputer und Sequenzer. Akustische Instrumente wie Gitarren, Bassgitarren und Schlagzeug spielen im Vergleich zur Rockmusik höchstens eine Nebenrolle.

Wichtig ist: Im Synthiepop sollten traditionelle Instrumente nicht einfach durch elektronische ersetzt werden. Vielmehr ging es darum, mit elektronischer Klangerzeugung neue künstlerische Wege der Klanggestaltung und Stilbildung zu finden. Das hing auch mit der damaligen Technik zusammen: Frühe Synthesizer waren teuer und groß, sodass ihr Einsatz nicht selbstverständlich war.

Als Einflüsse nennt der Artikel New Wave, Electronic, Disco, Pop, Post-Punk, Glamrock und Krautrock. Die Entstehungsphase wird mit 1977–80 angegeben, als Herkunftsorte werden das Vereinigte Königreich und Deutschland genannt. Die Begriffe „Elektropop“ und „Technopop“ werden teilweise ebenfalls verwendet, ihre genaue Abgrenzung ist aber unterschiedlich diskutiert. Gemeint ist je nach Schwerpunkt Popmusik, die mit synthetischer Klangerzeugung und/oder Samplern produziert wird. Nicht jede elektronisch erzeugte Popmusik gilt automatisch als Synthiepop. Aus dem Synthiepop entwickelte sich unter anderem das Genre Retrowave.

Frühe Entwicklung

Synthiepop entstand trotz früher Arbeiten von Terry Riley und Annette Peacock im Wesentlichen in Europa. Schon Ende der 1960er Jahre experimentierten Bands der deutschen Krautrock-Welle mit Synthesizern und elektronischen Effekten. Diese Musik war jedoch meist zu experimentell, um als Popmusik zu gelten. Auch in England setzten Anfang der 1970er Jahre immer mehr Bands Synthesizer ein, darunter Emerson, Lake and Palmer und Pink Floyd. Da elektronische Instrumente damals außergewöhnlich teuer waren, konnten sie aber nur von wenigen Gruppen genutzt werden.

Als erster wirklicher Elektropop-Hit gilt die Single „Popcorn“ von Hot Butter aus dem Jahr 1972. Ebenfalls 1972 erschien „Son of my father“ von Chicory Tip, ein Hit, der von einem Moog-Synthesizer geprägt war. An diesem Stück war Giorgio Moroder, ein wichtiger Synthesizer-Pionier, als Komponist beteiligt.

Besonders großen Einfluss auf die Entwicklung des Synthiepop hatte die deutsche Band Kraftwerk. Sie begann experimentell, produzierte nach 1974 aber vor allem eingängige Musik. Mit Stücken wie „Autobahn“, „Das Model“, „Radioaktivität“ und „Trans Europa Express“ machte Kraftwerk nicht nur sich selbst, sondern auch den neuartigen elektronischen Popstil international bekannt.

Höhepunkt in den 1980er Jahren

Ende der 1970er Jahre veränderte sich die technische Grundlage des Synthiepop: Synthesizer wurden im Vergleich zu früher preiswerter und kompakter. Hersteller wie ARP Instruments, KORG, Moog, Oberheim, Roland und Yamaha brachten Instrumente auf den Markt, die für mehr Musiker erschwinglich waren. Dadurch entstand ein Boom von Synthesizer-Bands. Viele veröffentlichten ihre Musik zunächst auf Independent-Labels, also kleineren, unabhängigen Plattenfirmen.

Viele dieser Bands beriefen sich deutlich auf Kraftwerk. Gleichzeitig wurde die Musik kompakter, eingängiger und tanzbarer. Zur ersten großen Welle von Synthie-Interpreten etwa zwischen 1978 und 1982 zählt der Artikel unter anderem Depeche Mode, Pet Shop Boys, OMD, The Buggles, New Order, Eurythmics, Soft Cell, Gary Numan, Blancmange, Yazoo, Ultravox und Visage. Innerhalb der englischen New-Wave-Bewegung wurden einige dieser Gruppen zeitweise Subkulturen wie den New Romantics oder Futurists zugeordnet. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Synthpop beziehungsweise Synthiepop.

Anfang bis Mitte der 1980er Jahre erreichte Synth-Pop seinen kommerziellen Höhepunkt. Als bekannte Hits nennt der Artikel „Fade To Grey“ von Visage, „Sweet Dreams (Are Made of This)“ von Eurythmics, „Tainted Love“ von Soft Cell, „Blue Monday“ von New Order, „Big in Japan“ von Alphaville, „It's a sin“ von Pet Shop Boys, „Smalltown Boy“ von Bronski Beat und „People Are People“ von Depeche Mode. Durch Sampling, also die Verwendung kurzer aufgenommener Geräusche oder Klangstücke als musikalisches Material, konnten nun eindrucksvolle Musikstücke produziert werden. Außerdem entstanden für Discotheken zugeschnittene Ableger des Synthiepop, darunter Italo Disco und Euro Disco.

Niedergang und spätere Rückkehr

In den 1990er Jahren wurde Synth-Pop durch den Aufstieg der Techno-Bewegung in den Untergrund zurückgedrängt. Dort hielten Bands wie De/Vision, Second Decay, Elegant Machinery und Pitch Yarn of Matter den für die 1980er Jahre typischen Sound weiter am Leben. Ab Mitte der 1990er Jahre wurden PCs immer leistungsfähiger. Dadurch verschwanden Keyboard-Synthesizer und Sampling-Maschinen zunehmend aus der Musikproduktion, und mit ihnen verlor auch der klassische Synth-Pop weiter an Bedeutung.

Gleichzeitig gab es ein kurzes Synthiepop-Revival, das jedoch keinen größeren Erfolg erreichte. Eine wichtige Rolle spielten dabei schwedische und deutsche Labels wie October und Visage Records. Genannt werden Bands wie Children Within, Kiethevez, Vision System, Forbidden Colours, Statemachine, Daily Planet und Point of View.

In den 2010er Jahren kam es zu einem Wiederaufkommen eines modernen Synthiepop. Dieses zeigte sich sowohl in internationalen Hitparaden als auch in der Indie-Pop-Szene. Außerdem vermischte sich Synthiepop mit Electro-House und Dance, zum Beispiel bei Calvin Harris, Kesha oder LMFAO. Als bekannte Vertreter dieses Retro-Trends nennt der Artikel Hurts, Børns, Donkeyboy, Capital Cities, Empire of the Sun, La Roux und Daði og Gagnamagnið. Abseits des Mainstreams werden unter anderem Austra, Chvrches, M83, Passion Pit, Phoenix, Röyksopp, Breakbot, Awolnation und Light Asylum genannt.

Abgeleitete Stile und wichtige Namen

Aus dem Synthiepop entstanden oder entwickelten sich mehrere verwandte Musikrichtungen. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre bildete sich in Verbindung mit Techno Trance eine Musikform heraus, die um die Jahrtausendwende als Future Pop bekannt wurde und die Charts erreichte. Um 2001 wurde Synthpop mit Punk-Elementen erweitert; daraus entstand das Genre Electroclash. Einflüsse des Synthiepop finden sich außerdem im modernen Synth Rock.

Der Artikel nennt auch eine besondere Verbindung zum Industrial Metal: Die für dieses Genre wegweisende Band Ministry wurde 1981 als Synthiepop-Band gegründet.

Zu den wegweisenden Bands und Künstlern zählt der Artikel unter anderem Kraftwerk, Hot Butter, Chicory Tip, Giorgio Moroder, Gary Numan, The Human League, Depeche Mode, Eurythmics, Soft Cell, New Order, Pet Shop Boys, OMD, Ultravox, Visage, Alphaville, Bronski Beat, Yazoo, Erasure, Camouflage, Wolfsheim, Yello und viele weitere. Für das Verständnis des Genres sind besonders Kraftwerk als frühe prägende Gruppe, die britischen und europäischen Bands der späten 1970er und frühen 1980er Jahre sowie spätere Wiederaufnahmen des Sounds wichtig.

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