Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Tautologie (Sprache)

Sprachliche Verwendung · Beispiele: „Spiel ist Spiel“, „Krieg ist Krieg“, „Geschäft ist Geschäft“ · Beispiel: „Die Rose ist eine Rose ist eine Rose“.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Wiederholung durch Synonyme oder gleiche Ausdrücke
  3. 3. Abgrenzung zum Pleonasmus
  4. 4. Lexikalisierte und akronymische Wiederholungen

Begriff und Funktion

Eine Tautologie ist in Stilistik und Rhetorik eine rhetorische Figur, bei der ein Inhalt wiederholt wird. Es handelt sich also um semantische Redundanz: Mehrere Ausdrücke sagen inhaltlich dasselbe oder sehr Ähnliches. Der Gegenbegriff ist das Oxymoron. Bewusst gebildete Tautologien kommen häufig als „Zwillingsformeln“ vor.

Tautologien können als Stilmittel eingesetzt werden. Dann dienen sie der Verstärkung und Hervorhebung einer Aussage, also der Emphase. Was zunächst wie eine einfache Wiederholung im logischen Sinn wirken kann und manchmal auf einem Versprecher beruht, kann deshalb absichtlich gewählt sein. Solche Fälle werden auch scheinbare Tautologien genannt.

Der verwandte Begriff Pleonasmus wird nicht einheitlich abgegrenzt. „Tautologie“ und „Pleonasmus“ werden teils gleichbedeutend verwendet, teils nach unterschiedlichen Regeln unterschieden. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich daher aus dem jeweiligen Kontext.

Wiederholung durch Synonyme oder gleiche Ausdrücke

Im häufigsten Sinn wird derselbe Sachverhalt mit einem sinngleichen oder sinnverwandten Ausdruck noch einmal gesagt. Beispiele sind „bereits schon“, „still und leise“, „voll und ganz“, „nie und nimmer“ sowie „[…] diente so auf diese Weise einer Ameise als Speise“. Diese Wiedergabe desselben Sachverhalts durch mehrere Synonyme gilt als Regelfall der Tautologie.

Eine Tautologie kann auch dadurch entstehen, dass derselbe Ausdruck bewusst wiederholt wird. Beispiele dafür sind „Spiel ist Spiel“, „Krieg ist Krieg“, „Geschäft ist Geschäft“ und „Die Rose ist eine Rose ist eine Rose“.

Das Sprichwort „Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps“ enthält zwei Tautologien. Gemeinsam drücken sie die Auffassung aus, dass Arbeit und Privatleben möglichst getrennt bleiben sollten. Deshalb ist das Sprichwort ein Hendiadyoin, das aus zwei Tautologien besteht.

Abgrenzung zum Pleonasmus

In der Rhetorik werden teilweise auch Verbindungen als Tautologien bezeichnet, bei denen ein Adjektiv zu einem Substantiv tritt, obwohl dessen Bedeutung bereits im Substantiv enthalten ist. Das klassische Schulbeispiel für einen Pleonasmus ist „weißer Schimmel“. Weitere Beispiele sind „schwarzer Rappe“, „alter Greis“, „jüdische Synagoge“ und „tote Leiche“.

Nach einer anderen terminologischen Tradition heißen solche Verbindungen Pleonasmen. Dort sind Tautologien gleichbedeutende Wörter derselben Wortart, besonders Wortpaare wie „angst und bange“, „ganz und gar“, „immer und ewig“ oder „nie und nimmer“. „Tote Leiche“ und „vorläufiges Provisorium“ gelten nach dieser Regel nicht als Tautologien, sondern als Pleonasmen. Eine ähnliche Unterscheidung richtet sich nach der Beziehung der Begriffe: Unter- oder Überordnung wird als Pleonasmus, Beiordnung als Tautologie verstanden.

Auch stilistisch kann unterschieden werden: Eine Tautologie ist dann eine Verdopplung zur rhetorischen Verstärkung, ein Pleonasmus dagegen eine überflüssige Häufung, die teilweise als abweichend empfunden wird. Tautologien aus gleichbedeutenden Wörtern derselben Wortart gelten als rhetorische Stilmittel und damit als sprachlich unbedenklich. Einen festen, allgemein gültigen Sprachgebrauch für die beiden Bezeichnungen gibt es jedoch nicht.

Lexikalisierte und akronymische Wiederholungen

Tautologien können auf nicht verstandene Begriffe oder Fremdwörter zurückgehen. Beispiele sind „die La-Ola-Welle“, „der Guerillakrieg“, „der Düsenjet“, „die Salsa-Sauce“, „der Überziehpullover“, „die Frontlinie“ und „aufoktroyieren“. Im „Synodalen Weg“ der Deutschen Bischofskonferenz steckt ebenfalls eine Tautologie, weil Synode bereits „gemeinsamer Weg“ bedeutet. Darauf wiesen die Kardinäle Walter Brandmüller und Gerhard Müller hin. Solche Fälle sind oft zugleich Pleonasmen.

Verwandt sind redundante Akronyme: „HIV-Virus“ enthält bereits Virus, denn HIV steht für Human Immunodeficiency Virus. Entsprechend sind „ABM-Maßnahme“ (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme), „ABS-System“ (Antiblockiersystem), „ISBN-Nummer“ (Internationale Standardbuchnummer), „LCD-Display“ (Liquid Crystal Display) und „IGeL-Leistungen“ (Individuelle Gesundheitsleistung) aufgebaut. Die Redundanz beruht hier eigentlich auf Un- oder Missverständnissen. Durch weitgehende Lexikalisierung, also die Aufnahme in den Wortschatz, sind viele dieser Ausdrücke stilistisch unschädlich geworden.

Auch andere Sprachen kennen Tautologien. Das französische Wort loup-garou für „Werwolf“ besteht aus loup, dem französischen Wort für Wolf, und garou. Dieser Bestandteil geht auf altfränkisch *wariwulf zurück und hat denselben Ursprung wie das deutsche „Werwolf“. Wörtlich übersetzt bedeutet loup-garou daher „Wolf-Werwolf“.

Lernvideos zu Tautologie (Sprache)

Weiterlesen

Altgriechische Sprache ... weil die Person im Normalfall schon durch das Verb angegeben ist. In den übrigen Kasus wird zwischen den enklitischen unbetonten Formen (etwa με me) und … Rhetorik Rhetorik (altgriechisch ῥητορική (τέχνη) rhētorikḗ (téchnē), deutsch ‚Redekunst') ist die Kunst der Rede. Sie war schon in der griechischen Antike als … Semantik In einem engeren Sinn behandelt die Semantik die Bedeutung vor allem sprachlicher Zeichen, wie Sätzen, Satzteilen, Wörtern oder Lexemen. Sie ist dann Teil der … Oxymoron Das Antonym zu Oxymoron ist Pleonasmus („kohlpechrabenschwarz“). Inhaltsverzeichnis. 1 Eigenschaften; 2 Beispiele; 3 Abgrenzung des Oxymorons zum Paradoxon; 4 … Pleonasmus Ein Pleonasmus (griechisch πλεονασμός pleonasmós; ‚Überfluss') ist die Erweiterung einer Aussage durch weitere Ausdrücke von gleicher oder ähnlicher … Hendiadyoin In der antiken Stilistik „handelt es sich um eine Umformung einer unterordnenden Substantiv-Adjektiv-Verbindung [oder Genitivkonstruktion], die [in gleicher … Wortart Aber bereits Wortarten wie Adjektiv (Eigenschaftswort) oder Präposition (Verhältniswort) werden nicht für alle Sprachen angesetzt bzw. sind nicht in allen … Fremdwort Fremdwörter sind Wörter, die entweder aus altsprachlichen („fremden“) Wortelementen (besonders griechischen und lateinischen) „bei Bedarf neu gebildet“, … Akronym Akronyme, die aus Initialen zusammengesetzt sind und ausbuchstabiert werden und mit Endbetonung ausgesprochen werden, wie WM · Akronyme, die aus Initialen … Internationale Standardbuchnummer Internationale Standardbuchnummer. Nummer zur eindeutigen Kennzeichnung von Büchern und anderen Veröffentlichungen. Artikel · Diskussion. Dissertation Als Sprachen sind in vielen deutschen Promotionsordnungen Deutsch und Englisch gleichermaßen zugelassen, weitere Sprachen sind je nach Fachgebiet möglich.