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Systematik der vielzelligen Tiere

In dieser Systematik der Tiere soll eine Klassifikation aller vielzelligen Tiere (Metazoa) bis auf alle rezenten Stämme vorgenommen werden.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundaufbau der Systematik
  2. 2. Urmünder: Lophotrochozoen
  3. 3. Urmünder: Häutungstiere
  4. 4. Neumünder und Chordatiere

Grundaufbau der Systematik

Die Systematik ordnet alle vielzelligen Tiere (Metazoa) hierarchisch. Ausgangspunkt ist das Reich der Vielzelligen Tiere. Darunter werden zunächst die Schwämme (Porifera), die Plattentiere (Placozoa) und die Gewebetiere (Eumetazoa) unterschieden.

Zu den Schwämmen gehören Hornkieselschwämme (Demospongiae), Kalkschwämme (Calcarea) und Glasschwämme (Hexactinellidae). Die Gewebetiere umfassen unter anderem die Nesseltiere (Cnidaria) und Rippenquallen (Ctenophora). Bei den Nesseltieren werden Blumentiere (Anthozoa), Stiel- oder Becherquallen (Staurozoa), Würfelquallen (Cubozoa), Schirmquallen (Scyphozoa) und Hydrozoen (Hydrozoa) genannt.

Eine weitere große Gruppe sind die Zweiseitentiere (Bilateria). Innerhalb dieser werden die Stammgruppen der Urmünder (Protostomia) und der Neumünder (Deuterostomia) sowie mehrere kleinere Stämme eingeordnet. Zu den außerhalb dieser beiden Stammgruppen genannten Bilateria gehören Orthonectida, Rhombozoa und Xenacoelomorpha.

Urmünder: Lophotrochozoen

Die Stammgruppe der Urmünder (Protostomia) umfasst zunächst mehrere eigenständige Stämme: Pfeilwürmer (Chaetognatha), Kelchwürmer (Entoprocta), Cycliophora, Kiefermündchen (Gnathostomulida), Micrognathozoa, Rädertierchen (Rotatoria), Kratzwürmer (Acanthocephala) und Bauchhärlinge (Gastrotricha).

Ein weiterer Stamm sind die Plattwürmer (Plathelminthes). Zu den dort aufgeführten Klassen oder größeren Gruppen gehören Strudelwürmer (Turbellaria), Bandwürmer (Cestoda), Hakensaugwürmer (Monogenea) und Saugwürmer (Trematoda).

Der Überstamm der Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) enthält mehrere wichtige Tierstämme. Dazu zählen die Moostierchen (Ectoprocta oder Bryozoa), die Schnurwürmer (Nemertini), die Ringelwürmer (Annelida), die Spritzwürmer (Sipuncula), die Igelwürmer (Echiura) und die Weichtiere (Mollusca). Bei den Ringelwürmern werden Gürtelwürmer (Clitellata) und „Vielborster“ (Polychaeta) genannt.

Die Weichtiere gliedern sich in die Unterstämme Stachelweichtiere (Aculifera) und Schalenweichtiere (Conchifera). Zu den Stachelweichtieren gehören Käferschnecken (Polyplacophora) und Wurmmollusken (Aplacophora). Die Schalenweichtiere umfassen Einschaler (Monoplacophora), Schnecken (Gastropoda), Kahnfüßer (Scaphopoda), Muscheln (Bivalvia) und Kopffüßer (Cephalopoda). Für Muscheln wird auf eine eigene weiterführende Systematik verwiesen.

Als Brachiozoa werden die Stämme Hufeisenwürmer (Phoronida) und Armfüßer (Brachiopoda) zusammengefasst.

Urmünder: Häutungstiere

Der Überstamm der Häutungstiere (Ecdysozoa) umfasst die Gruppen Scalidophora, Nematoida und Panarthropoda.

Zu Scalidophora gehören die Priapswürmer (Priapulida), Korsettierchen (Loricifera) und Hakenrüssler (Kinorhyncha). Nematoida umfasst die Fadenwürmer (Nematoda) und Saitenwürmer (Nematomorpha).

Panarthropoda besteht aus den Bärtierchen (Tardigrada), den Stummelfüßern (Onychophora) und den Gliederfüßern (Arthropoda). Bei den Gliederfüßern werden mehrere Unterstämme unterschieden. Die Krebstiere (Crustacea) umfassen die Überklassen Allotriocarida, Multicrustacea und Oligostraca. Die Sechsfüßer (Hexapoda) enthalten Beintastler (Protura), Doppelschwänze (Diplura), Springschwänze (Collembola) und Insekten (Insecta); für Insekten wird eine eigene Systematik angegeben.

Der Unterstamm Tausendfüßer (Myriapoda) umfasst Hundertfüßer (Chilopoda), Zwergfüßer (Symphyla), Doppelfüßer (Diplopoda) und Wenigfüßer (Pauropoda). Zum Unterstamm der Kieferklauenträger (Chelicerata) gehören Asselspinnen (Pycnogonida), Spinnentiere (Arachnida), einschließlich der Skorpione, sowie Pfeilschwanzkrebse (Merostomata).

Neumünder und Chordatiere

Die Stammgruppe der Neumünder (Deuterostomia) umfasst Ambulacraria sowie die Chordatiere (Chordata). Zu Ambulacraria gehören die Kiemenlochtiere (Hemichordata) und die Stachelhäuter (Echinodermata). Die Kiemenlochtiere werden in Eichelwürmer (Enteropneusta) und Flügelkiemer (Pterobranchia) gegliedert.

Bei den Stachelhäutern werden die Unterstämme Pelmatozoen (Pelmatozoa) und Eleutherozoen (Eleutherozoa) unterschieden. Zu den Pelmatozoen gehören Seelilien und Haarsterne (Crinoidea). Die Eleutherozoen umfassen Seesterne (Asteroidea), Schlangensterne (Ophiuroidea), Seeigel (Echinoidea) und Seewalzen (Holothuroidea).

Die Chordatiere gliedern sich in die Unterstämme Schädellose (Cephalochordata, Acrania), Manteltiere (Urochordata, Tunicata) und Wirbeltiere beziehungsweise Schädeltiere (Vertebrata, Craniota). Zu den Manteltieren gehören Seescheiden (Ascidiacea), geschwänzte Manteltiere (Appendicularia oder Larvacea) und Salpen (Thaliacea).

Bei den Wirbeltieren werden zunächst die Überklassen Rundmäuler (Cyclostomata) und Kiefermäuler (Gnathostomata) unterschieden. Die Rundmäuler umfassen Schleimaale (Myxini) und Neunaugen (Petromyzontida). Zu den Kiefermäulern gehören die Reihe Chondrichthiomorphi mit den Knorpelfischen (Chondrichthyes) sowie die Reihe Knochenfische (Osteichthyes) mit den Strahlenflossern (Actinopterygii) und Muskelflossern beziehungsweise Fleischflossern (Sarcopterygii). Für Knorpelfische und Knochenfische werden eigene weiterführende Systematiken genannt.

Die Reihe der Landwirbeltiere (Tetrapoda) umfasst Amphibien oder Lurche (Amphibia) sowie die Amnioten. Innerhalb der Amnioten werden Sauropsiden, Reptilien oder Kriechtiere (Reptilia), Vögel (Aves) und Säugetiere (Mammalia) aufgeführt. Auch für Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere verweist die Übersicht auf eigene Systematiken. Als Beispiele aus der Übersicht erscheinen unter anderem die Weinbergschnecke (Helix pomatia), der Gemeine Seestern (Asterias rubens), die Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus), der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), die Nase (Chondrostoma nasus) und der Mensch (Homo sapiens).

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