Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Spinnentiere
Die Spinnentiere (Arachnida, eingedeutscht: Arachniden oder Arachnoiden; altgriechisch ἀράχνη aráchnē „Spinne“) sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) …
Inhalt6 Abschnitte
Einordnung und Bedeutung
Spinnentiere heißen wissenschaftlich Arachnida und sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda). Es sind über 110.000 Arten bekannt. Zusammen mit Asselspinnen und Pfeilschwanzkrebsen gehören sie zum Unterstamm der Kieferklauenträger (Chelicerata). Zu den Spinnentieren zählen nicht nur Webspinnen, sondern auch Weberknechte, Skorpione, Pseudoskorpione und Milben einschließlich Zecken.
Für die biologische Einordnung ist wichtig: Spinnentiere sind keine Insekten. Sie unterscheiden sich von Insekten vor allem durch ihren Körperbau und durch die Zahl der Laufbeine.
Grundbauplan des Körpers
Der Körper der Spinnentiere ist grob in zwei Abschnitte gegliedert: Prosoma und Opisthosoma. Das Prosoma ist der Vorderleib, das Opisthosoma der Hinterleib. Diese beiden Körperteile können klar voneinander getrennt sein, zum Beispiel bei Webspinnen und Skorpionen. Sie können aber auch miteinander verwachsen sein, zum Beispiel bei Weberknechten, Walzenspinnen und Milben.
Ein besonders wichtiges Merkmal sind vier Paar Laufbeine, also insgesamt acht Laufbeine. Insekten haben dagegen nur drei Paar Laufbeine. Es gibt aber Ausnahmen oder Sonderfälle: Die Larven vieler Milbenarten haben nur sechs Beine. Bei Walzenspinnen dient das erste Beinpaar nicht der Fortbewegung, sondern dem Tasten und der Orientierung.
Weitere Gliedmaßen sind bei Spinnentieren oft zu besonderen Werkzeugen umgebildet. Dazu gehören Giftklauen, Scheren, Taster oder Mundwerkzeuge. Skorpione besitzen außerdem einen langen Schwanz mit Giftstachel. Die meisten Spinnentiere sind Jäger und töten ihre Beute mit Gift.
Sinnesorgane und Nervensystem
Wie alle Gliederfüßer besitzen Spinnentiere ein Strickleiternervensystem. Das ist ein Nervensystem, bei dem längs verlaufende Nervenstränge durch Querverbindungen verbunden sind.
Bei den Augen unterscheiden sich Spinnentiere ebenfalls von Insekten. Sie haben keine Facettenaugen, sondern mehrere Punktaugen. Punktaugen sind einzelne einfache Augen. Ihre Leistungsfähigkeit ist je nach Art sehr unterschiedlich.
Fortpflanzung
Bei der Fortpflanzung gibt es bei Spinnentieren verschiedene Formen. Da fast alle Arten an Land leben, kommt häufig innere Befruchtung vor. Eine Ausnahme unter den landlebenden Formen ist die Wasserspinne. Bei manchen Gruppen, etwa bei Weberknechten, erfolgt die innere Befruchtung durch ein penisähnliches Gebilde.
Bei anderen Gruppen, zum Beispiel bei Skorpionen und den meisten Milben, legen die Männchen Spermienpakete ab. Diese Spermienpakete heißen Spermatophoren und werden von den Weibchen aufgenommen.
Bei den meisten Webspinnen befüllen die Männchen ihre Bulbi in den Pedipalpen. Pedipalpen sind Taster, die bei Webspinnen auch eine Rolle bei der Fortpflanzung spielen. Die Bulbi können am eigenen Geschlechtsorgan oder an selbst gewebten Spermatophoren befüllt werden. Bei der Paarung werden die Bulbi in die Epigastralfurche des Weibchens eingeführt. Bulben sind die sekundären Geschlechtsorgane der männlichen Webspinnen an ihren Tastern.
Wichtige Gruppen
Zur Klasse der Spinnentiere gehören mehrere Taxa, also systematische Gruppen. Genannt werden Milben (Acari), Geißelspinnen (Amblypygi), Webspinnen (Araneae), Weberknechte (Opiliones), Palpenläufer oder Tasterläufer (Palpigradi), Pseudoskorpione (Pseudoscorpiones), Kapuzenspinnen (Ricinulei), Skorpione (Scorpiones), Walzenspinnen (Solifugae) und Geißelskorpione (Uropygi).
Das im Artikel angegebene vereinfachte Kladogramm nach Shultz, 1990 zeigt Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Spinnentiere. Ein Kladogramm ist eine Darstellung, die Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Gruppen vereinfacht zeigt. Darin erscheinen unter anderem Palpenläufer, Webspinnen, Geißelspinnen, Geißelskorpione, Kapuzenspinnen, Milben, Weberknechte, Skorpione, Pseudoskorpione und Walzenspinnen. Bei den Milben werden zusätzlich Gruppen wie Acariformes, Sarcoptiformes, Trombidiformes, Parasitiformes, Mesostigmata, Holothyrida, Zecken (Ixodida) und Opilioacarida genannt.
Ausgestorbene Gruppen
Neben den heute lebenden Gruppen nennt der Artikel auch fossile Ordnungen. Fossil bedeutet, dass diese Gruppen nur aus geologischen Überresten bekannt sind und nicht mehr lebend vorkommen.
Als fossile Ordnungen werden †Haptopoda, †Mollisoniida, †Phalangiotarbi, †Trigonotarbida und †Uraraneida aufgeführt. Das Kreuzzeichen kennzeichnet dabei ausgestorbene Gruppen.