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Ohrenqualle

Die Ohrenqualle (Aurelia aurita) gehört zur Klasse der Schirmquallen (Scyphozoa) innerhalb der Nesseltiere (Cnidaria). Sie ist nahezu weltweit in den …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Verbreitung
  2. 2. Körperbau
  3. 3. Lebenszyklus
  4. 4. Schwimmen und Treiben
  5. 5. Sinnesorgan und Wasseranteil

Einordnung und Verbreitung

Die Ohrenqualle (Aurelia aurita) ist eine Art aus der Klasse der Schirmquallen (Scyphozoa) innerhalb der Nesseltiere (Cnidaria). Ihr wissenschaftlicher Name lautet Aurelia aurita; sie wurde von Linnaeus 1758 beschrieben.

Sie ist nahezu weltweit in den Ozeanen verbreitet, etwa von 70° Nord bis 55° Süd. In Deutschland kommt sie auch an der Nordseeküste und in den westlichen Bereichen der Ostsee vor, weil dort der Salzgehalt des Wassers für ihre Lebensbedürfnisse noch ausreicht. In der westlichen Ostsee findet Fortpflanzung bis in die südliche Boddensee statt.

Neuere molekulargenetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Aurelia aurita möglicherweise kein einzelnes einheitliches Taxon ist, sondern ein Komplex aus mehreren kryptischen Arten. Kryptische Arten sind Arten, die äußerlich sehr ähnlich aussehen, genetisch aber unterscheidbar sein können.

Körperbau

Die Ohrenqualle besitzt einen flach gewölbten Schirm. Dieser ist ungefähr 20–30 Zentimeter groß und weiß bis gelblich gefärbt.

Auffällig sind vier ringförmige Geschlechtsorgane, die braunrot gefärbt sind. Außerdem hat sie vier bräunliche Mundarme, die gardinenartig herabhängen.

Lebenszyklus

Nach der Befruchtung gibt die Ohrenqualle Eier ins offene Wasser ab. Diese Eier durchlaufen eine frühe Entwicklung. Am Ende entsteht aus der Gastrula eine bewegliche Planulalarve. Eine Planulalarve ist ein frühes Larvenstadium der Qualle.

Die bewegliche Planulalarve dreht sich mit der Mundöffnung nach oben und setzt sich am Boden fest. Dann spricht man von einer sessilen Planulalarve; sessil bedeutet festsitzend. Aus ihr entsteht ein Polyp.

Der Polyp kann sich durch seitliche Knospung oder durch Strobilation vermehren. Strobilation bedeutet Abschnürung. Dabei entstehen Ephyralarven, die nur wenige Millimeter groß sind. Aus diesen Ephyralarven wachsen schließlich reife Medusen heran. Meduse nennt man die frei schwimmende Quallenform.

Schwimmen und Treiben

Quallen bewegen sich durch das Zusammenziehen ihres Schirmes. Dabei stoßen sie Wasser nach unten aus und nutzen das Rückstoßprinzip: Durch den Wasserstoß bewegen sie sich schräg nach oben.

Nach dieser Aufwärtsbewegung lassen sie sich wieder etwas nach unten fallen. Deshalb schwimmen Ohrenquallen oft nahe der Wasseroberfläche. Mit dieser Fortbewegungsweise können sie bis zu zehn Kilometer pro Stunde zurücklegen. Häufig lassen sie sich aber auch einfach mit der Strömung treiben.

Sinnesorgan und Wasseranteil

Bei der noch nicht ausgewachsenen Meduse, der Ephyra, kann man unter dem Lichtmikroskop in den Tentakeln ein Rhopalium erkennen. Ein Rhopalium ist ein Sinnesorgan.

Es besteht aus einer Linse, mit der Lichtreize wahrgenommen werden können, und einem Statolith. Der Statolith bewegt sich, wenn sich die Lage der Qualle verändert. Dadurch erhält die Qualle Informationen darüber, in welcher Position sie sich befindet.

Die Ohrenqualle besteht zu 98,2 % aus Wasser.

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