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Studentenbewegung
Dafür gibt es auch Ausdrücke wie die „kritische Jugendbewegung“ der 1960er und 1970er, die 1968er, die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre, u. ä.
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Definition und Bedeutung
Der Begriff Studentenbewegung bezeichnet im engeren Sinn die von Studenten und Studentinnen ausgehenden Proteste der späten 1960er und frühen 1970er Jahre in Deutschland und weltweit. Diese Proteste sollten Forderungen nach Hochschul- und Gesellschaftsreformen durchsetzen. Dafür werden auch Bezeichnungen wie „kritische Jugendbewegung“, „1968er“ oder „westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre“ verwendet.
Im weiteren, zeitlich unbestimmten Sinn ist eine Studentenbewegung eine politische Bewegung, an der hauptsächlich Studierende und Teile des Lehrkörpers beteiligt sind und die ihren Ausgang von Universitäten nimmt. Sie richtet sich häufig unmittelbar gegen bestimmte Maßnahmen der jeweiligen Regierung. Sie kann aber auch eine allgemeine intellektuell und sozial motivierte außerparlamentarische Opposition bilden, also eine Opposition außerhalb der parlamentarischen Institutionen gegen das herrschende System.
Protestformen und begriffliche Abgrenzung
Zu den Mitteln studentischen Protests gehören Demonstrationen, Blockaden, symbolische Aktionen, Streiks, Flugblätter und Redebeiträge. Außerdem kommen Performances, also künstlerisch geprägte Aktionen, sowie Kommunikationsguerilla zum Einsatz. Damit sind provokative oder verfremdende Formen politischer Kommunikation gemeint.
Studentische Bewegungen können auch Gewalt gegen Sachen oder Personen und Mobbing gegenüber Hochschulpersonal einschließen. In solchen Fällen spricht man auch von Studentenunruhen oder Studentenrevolten. In der Vergangenheit kam es außerdem wiederholt zu Konflikten zwischen Studierenden und Stadtbewohnern.
Richtet sich der studentische Widerstand ausschließlich gegen die konkrete Ausgestaltung der Bildungspolitik, etwa gegen die Einführung von Studiengebühren in Deutschland, wird heute überwiegend der Begriff Studentenprotest verwendet. Die begriffliche Unterscheidung hängt somit vor allem von den Zielen und den eingesetzten Mitteln ab.
Studentenbewegungen im 19. Jahrhundert
Im deutschen Vormärz, also in der Zeit vor der Märzrevolution von 1848, entstanden mehrere wichtige studentische Aktivitäten. Dazu zählen die Urburschenschaft von 1815, das Wartburgfest von 1817, das Hambacher Fest von 1832 und der Frankfurter Wachensturm von 1833. Ebenfalls genannt wird Der Hessische Landbote von 1834, eine Schrift von Georg Büchner.
Weitere Studentenbewegungen des 19. Jahrhunderts waren die Beteiligung von Studierenden an der Julirevolution von 1830 in Frankreich sowie die Omladina in Böhmen gegen Ende des Jahrhunderts.
Studentenbewegungen im 20. Jahrhundert
Das 20. Jahrhundert umfasst Studentenbewegungen mit unterschiedlichen politischen Zielen und in verschiedenen Weltregionen. In China entstand 1919 die Bewegung des vierten Mai. In den 1930er Jahren gab es eine nationalsozialistische Studentenbewegung. 1937 entwickelte sich in Myanmar, damals Birma, die Studentenbewegung der Thakin beziehungsweise die Thakin-Bewegung.
In Japan protestierten 1959/60 Zengakuren und Bund gemeinsam mit Gewerkschaften gegen die Neuauflage des Sicherheitsvertrages mit den USA.
Besonders prägend waren die Studentenbewegungen der 1960er Jahre in westlichen Demokratien, die allgemein auch als 68er-Bewegung bezeichnet werden. In den USA gehörten dazu das Free Speech Movement, Students for a Democratic Society, die Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) und die Bewegung der Vietnam-Kriegsgegner. In Deutschland werden die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre und die Außerparlamentarische Opposition genannt; im Zusammenhang mit diesen Ereignissen stehen auch Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg. Für die 1970er Jahre wird außerdem der Studentenstreik 1976/77 aufgeführt.
Weitere Bewegungen dieser Zeit waren der Mai 68 in Frankreich sowie verschiedene japanische Organisationen: Gakuren, Bund, Zengakuren, Nichigakudō und Zenkoku Gakkyō. Der Prager Frühling von 1968 in der Tschechoslowakei schloss teilweise studentischen Widerstand ein. In Mexiko kam es in den 1960er Jahren zum Massaker von Tlatelolco. Von Januar bis März 1970 fand in Manila der First Quarter Storm statt. 1973 entstand in Äthiopien die Studentenbewegung der Haile-Selassie-Universität.
Ab 1989 entwickelten sich in den Staaten des ehemaligen Ostblocks weitere Bewegungen. Dazu zählen die Chinesische Studentenbewegung von 1989 und Otpor in Serbien.
Studentenbewegungen im 21. Jahrhundert
Für das 21. Jahrhundert nennt der Artikel mehrere Bewegungen in Staaten und Gebieten des ehemaligen Ostblocks beziehungsweise in angrenzenden politischen Räumen: Kmara in Georgien, Pora! in der Ukraine, KelKel in Kirgisistan, Subr in Belarus und Scholarism in Hongkong.