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Strukturkrise
Als Strukturkrise wird eine wirtschaftliche Situation bezeichnet, in der nahezu alle Unternehmen eines einzelnen Marktes, einer Branche oder eines ganzen …
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Begriff und Kernmerkmal
Eine Strukturkrise ist eine wirtschaftliche Lage, in der nahezu alle Unternehmen eines einzelnen Marktes, einer Branche oder eines ganzen Wirtschaftssektors langfristig unter Produktions- oder Angebotsüberkapazitäten leiden. Das bedeutet: Es wird dauerhaft mehr produziert oder angeboten, als nachgefragt wird.
Das wichtigste Merkmal ist ein langfristiger, also struktureller Nachfragerückgang. Eine Strukturkrise unterscheidet sich damit von einer kurzfristigen Konjunkturschwäche, weil die Ursache tiefer in der Wirtschaftsstruktur liegt.
Ursachen
Eine dauerhafte Lücke zwischen Nachfrage und Angebot kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehört der Aufbau und die Erhaltung von Produktionskapazitäten, die über den tatsächlichen Bedarf hinausgehen.
Weitere Ursachen sind Produktivitätssteigerungen durch technischen Fortschritt, zum Beispiel durch neue Technologien und fortschreitende Automatisierung. Auch ein verändertes Konsumverhalten der Verbraucher oder ein verändertes Investitionsverhalten der Wirtschaft oder des Staates können zu einer Strukturkrise beitragen.
Außerdem kann überlegene Substitutionskonkurrenz eine Rolle spielen. Damit ist Konkurrenz durch Ersatzprodukte gemeint, etwa durch neuartige Produkte oder Billigimporte, die bisherige Angebote verdrängen.
Folgen und Auswege
Wenn in einer Strukturkrise große Strukturanpassungen nötig werden, kann dies die Krise verstärken. Besonders wichtig ist der Arbeitsmarkt: Durch Anpassungen entsteht zusätzliche Arbeitslosigkeit, die die wirtschaftliche Lage weiter verschärfen kann. Die Krise kann dann auf andere Unternehmen, Branchen oder größere Wirtschaftsbereiche übergreifen.
In der sozialen Marktwirtschaft gilt es deshalb als wichtige Aufgabe des Staates, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass solche Anpassungen nicht zu Massenarbeitslosigkeit führen. Dazu können wirtschafts-, finanz-, sozialpolitische und allgemein strukturpolitische Maßnahmen gehören.
Strukturkrisen entstehen in wirtschaftsgeografischer Hinsicht oft aus Monostrukturen. Das sind Regionen, deren Wirtschaft fast nur auf eine bestimmte Monokultur oder einen einzelnen Industriezweig ausgerichtet ist. Beispiele sind die Kohlekrise und die Stahlkrise in den 1970er Jahren, die dem Ruhrgebiet viele Arbeitsplätze kosteten und zu einer bis heute anhaltenden Strukturkrise beitrugen. Ähnliche Erscheinungen treten in vielen altindustrialisierten Räumen auf, etwa in Nordengland oder im Manufacturing Belt in den USA.
Mögliche Wege aus einer Strukturkrise sind regionaler und industrieller Strukturwandel, verbunden mit unterstützenden sozialpolitischen Maßnahmen.