Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Stammform (Verb)

Bei den starken Verben des Germanischen ist etwa zwischen vier Stammformen zu unterscheiden: je eine für Präsens und Infinitiv, Präteritum Singular, Präteritum …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Stammformen im Deutschen
  3. 3. Stammformen im Englischen
  4. 4. Stammformen im Lateinischen
  5. 5. Stammformen im Altgriechischen

Begriff und Funktion

Als Stammformen eines Verbs bezeichnet man im Sprachunterricht und in der Grammatik die Formen, die als Grundlage zur Bildung der Flexionsformen dienen. Flexionsformen sind die gebeugten Formen eines Verbs. Durch das Anfügen von Flexionsendungen lassen sich aus den Stammformen alle Flexionsformen ableiten. Die Stammformen zeigen daher, welche Formen der lexikalische Teil des Wortes, also der Wortstamm, annehmen kann.

Bei den starken Verben des Germanischen werden etwa vier Stammformen unterschieden: je eine Form für Präsens und Infinitiv, für das Präteritum Singular, für das Präteritum Plural und für das Partizip Perfekt.

Stammformen im Deutschen

Im Deutschen gibt es drei Stammformen:

  • Infinitiv als 1. Stammform
  • Präteritum als 2. Stammform
  • Partizip II als 3. Stammform

Typische Beispiele sind:

  • lesen – las – gelesen
  • singen – sang – gesungen
  • wollen – wollte – gewollt

Viele unregelmäßige Verben verändern teilweise auch ihren Präsensstamm. Dieselbe Änderung gilt dann auch für den Imperativ. Deshalb wird Lernenden empfohlen, die Stammformen als Merksatz um die 3. Person Singular zu erweitern. Diese Form kann der 1. Stammform, also dem Infinitiv, zugeordnet werden. Außerdem sollte das Partizip II zusammen mit dem zugehörigen Hilfsverb gelernt werden. Viele Lehr- und Nachschlagewerke verwenden diese erweiterten Stammformen.

Die erweiterten Beispiele lauten:

  • lesen – (liest) – las – (hat) gelesen
  • singen – (singt) – sang – (hat) gesungen
  • wollen – (will) – wollte – (hat) gewollt

Stammformen im Englischen

Im Englischen bestehen die Stammformen aus Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Beispiele sind:

  • sing – sang – sung („singen – sang – gesungen“)
  • make – made – made („machen – machte – gemacht“)
  • go – went – gone („gehen – ging – gegangen“)

An diesen Beispielen zeigt sich, dass sich die drei Formen je nach Verb unterschiedlich verändern können. Bei make sind Präteritum und Partizip II gleich, während sie bei sing und go verschieden sind.

Stammformen im Lateinischen

Im Lateinischen gibt es drei oder vier Stammformen. Im deutschen Sprachraum ist folgende Reihenfolge üblich: Infinitiv – 1. Person Singular Präsens – 1. Person Singular Perfekt – Partizip Perfekt Passiv (PPP).

Beispiele sind:

  • portāre – (portō) – portāvī – portātum („tragen – ich trage – ich trug – getragen“)
  • monēre – (moneō) – monuī – monitum („ermahnen – ich ermahne – ich ermahnte – ermahnt“)
  • dīcere – (dīcō) – dīxī – dictum („sagen – ich sage – ich sagte – gesagt“)
  • ardēre – (ardeō) – arsī – [kein PPP] („brennen – ich brenne – ich brannte“)

Das PPP wird in Schulbüchern meist nur als Nominativ Singular Neutrum angegeben. Es kann jedoch wie ein Adjektiv dekliniert werden, zum Beispiel portatus/a/um oder laudatus/a/um. Das Lateinische besitzt – ähnlich wie das Deutsche – viele Verben mit unregelmäßigen Stammformen. Außerdem gibt es Verben, die kein Partizip besitzen.

Stammformen im Altgriechischen

Im Altgriechischen müssen sieben Stammformen gelernt werden. Sie stehen jeweils in der 1. Person Singular und umfassen:

  • Präsens Aktiv
  • Futur Aktiv
  • Aorist Aktiv oder Medium
  • Perfekt Aktiv
  • Perfekt Medium oder Passiv
  • Aorist Passiv
  • Futur Passiv

Ein vollständiges Beispiel ist παιδεύω – παιδεύσω – ἐπαίδευσα – πεπαίδευκα – πεπαίδευμαι – ἐπαιδεύθην – παιδευθήσομαι („erziehen, bilden“).

Ein weiteres Beispiel lautet ἄγω – ἄξω – ἤγαγον – ἦχα – ἦγμαι – ἤχθην – ἀχθήσομαι/ἄξομαι („treiben, führen“). Bei der letzten Form werden zwei mögliche Formen angegeben.

Lernvideos zu Stammform (Verb)

Weiterlesen

Verb Die Trennung zwischen Verb und Substantiv wird als die fundamentalste Unterscheidung im Bereich der Wortarten angesehen, da hierin die Aufteilung elementarer … Sprachunterricht Der Sprachunterricht ist die Anleitung zum Erlernen fremder Sprachen und zum richtigen Gebrauch der Muttersprache. Inhaltsverzeichnis. Flexion In der Grammatik bezeichnet Flexion (lateinisch flexio ‚Biegung'), deutsch auch Beugung oder (österreichisch) Biegung, eine Änderung in der Form eines … Wortstamm Als Wortstamm oder kurz Stamm bezeichnet man in der Grammatik (und zwar der Morphologie) einen Bestandteil eines Wortes, der als Ausgangsbasis für weitere … Deutsche Sprache Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- … Englische Sprache Die englische Sprache (Eigenbezeichnung: [ˈɪŋɡlɪʃ]) ist eine ursprünglich in England beheimatete germanische Sprache, die zum westgermanischen Zweig gehört. Infinitiv Infinitiv (lateinisch [modus] infinitivus zu lat. infinitum, wörtl. „das Unbegrenzte“, gemeint: „das Unbestimmte“) ist der Name für eine Verbform, … Präteritum In der gesprochenen Sprache wird das Präteritum meist nur für die Verben „haben“, „sein“, „wissen“, „heißen“, „finden“ (im Sinne von „empfinden“), „denken“ und … Partizip Es gibt auch Partizipien, die sich hinsichtlich der Aktiv/Passiv-Unterscheidung neutral verhalten. Latein Verben ; Perfekt- stamm · 2. Person Singular Perfekt Konjunktiv Aktiv, du habest geliebt, amāv-, -eri- ; Perfekt- stamm · 3. Person Plural Plusquamperfekt Indikativ … Partizip Perfekt Passiv Es wird als „Passiv“ bezeichnet, obwohl es bei manchen Verben mit einem Perfekt im Aktiv zu umschreiben wäre (nämlich wenn ein unakkusativisches Verb vorliegt). Nominativ Fall oder Wer-Fall genannt. Im Sprachvergleich erscheint der Nominativ meist als Teil eines Kasussystems, das man auch Nominativ-Akkusativ-System nennt und …