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Partizip Perfekt Passiv

Es wird als „Passiv“ bezeichnet, obwohl es bei manchen Verben mit einem Perfekt im Aktiv zu umschreiben wäre (nämlich wenn ein unakkusativisches Verb vorliegt).

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Form im Lateinischen
  3. 3. Bildung
  4. 4. Übersetzung ins Deutsche
  5. 5. Wichtige Verwendungen

Grundbegriff

Das Partizip Perfekt Passiv, kurz PPP, auch Partizip Präteritum Passiv oder zweites Partizip, ist eine von einem Verb abgeleitete Form. Es kann wie ein Infinitiv oder wie ein Adjektiv verwendet werden. Als Adjektiv bezieht es sich auf das Objekt des zugrunde liegenden Verbs und bezeichnet typischerweise den Resultatszustand einer Handlung oder eine Vorzeitigkeit, also etwas, das vor der Handlung des übergeordneten Satzes geschehen ist.

Es heißt „Passiv“, obwohl es nicht in jedem Fall wirklich passivisch zu übersetzen ist. Bei manchen Verben kann es einem Perfekt im Aktiv entsprechen, besonders bei unakkusativischen Verben. Im Lateinischen gibt es außerdem Deponentien; bei ihnen hat das Partizip Perfekt ebenfalls aktive Bedeutung.

Form im Lateinischen

Im Lateinischen steht das PPP immer in Kasus-Numerus-Genus-Kongruenz zu einem Nomen des Satzes. Das bedeutet: Es stimmt mit seinem Bezugswort in Fall, Zahl und grammatischem Geschlecht überein. Wenn das PPP an ein solches kongruentes Nomen gebunden ist, nennt man es Participium conjunctum, also „verbundenes Partizip“.

Bildung

Das PPP wird nach der Grundregel gebildet: Verbalstamm + Erkennungszeichen „t“ oder „s“ + Endung der Adjektive der a- und o-Deklination. Unregelmäßige Verben können eigene Partizipstämme haben.

Der Verbalstamm wird gewonnen „durch Abziehen sämtlicher Formantien, d. h. Präfixe wie z. B. Reduplikationssilbe, Infixe, […] Suffixe“. Das Beispiel aus dem Artikel lautet: gign-o im Präsens, genu-i im Perfekt, gen-itum als PPP; die Wurzel ist gen-.

Generell ist die letzte Stammzeit das PPP. In ca. 90 % der Fälle gelten diese Muster: Bei der a-Konjugation endet das PPP auf -atus, bei der i-Konjugation auf -itus, bei der e-Konjugation auf -etus oder -itus.

Übersetzung ins Deutsche

Die PPP-Form bezeichnet im zugehörigen Satz ein vorzeitiges Zeitverhältnis. Im Deutschen wird sie häufig mit einem Adverbialsatz übersetzt, oft mit der Konjunktion „nachdem“. Es können aber auch andere Konjunktionen verwendet werden, wenn sie Vorzeitigkeit ausdrücken.

Ein PPP kann außerdem attributiv mit einem Relativsatz, durch einen Präpositionalausdruck, durch Beiordnung oder wörtlich wiedergegeben werden. Das Beispiel lautet: Gloria Europae a Iove raptae magna erat. Mögliche Übersetzungen sind: „Der Ruhm der von Jupiter geraubten Europa war groß“, „Nachdem sie von Jupiter geraubt worden war, war der Ruhm Europas groß“, „Der Ruhm Europas, die von Jupiter geraubt worden war, war groß“, „Europa wurde von Jupiter geraubt, ihr Ruhm war (danach) groß“ oder „Nach dem Raub der Europa durch Jupiter war ihr Ruhm groß“.

Wichtige Verwendungen

Das PPP kann im Lateinischen mehrere Funktionen haben. Als Prädikatsnomen zusammen mit einer Präsensform von esse („sein“) bildet es das Perfekt Passiv: laudatus sum bedeutet „ich bin gelobt worden“. Zusammen mit einer Imperfektform von esse bildet es das Plusquamperfekt Passiv: laudatus eram bedeutet „ich war gelobt worden“.

Das PPP kann auch als Attribut verwendet werden. Dann verhält es sich wie ein attributives Adjektiv und bezieht sich auf ein Beziehungswort, ohne zur Prädikatshandlung zu gehören. Beispiel: Videmus opus clarum, opus pulchrum, opus ab Augusto aedificatum bedeutet: „Wir sehen das berühmte Werk, das schöne Werk, das von Augustus erbaute Werk.“

Außerdem kann das PPP eine adverbiale Bestimmung bilden; diese Verwendung heißt Participium coniunctum (PC). Dabei bezieht sich das PPP auch auf die Prädikatshandlung, ist aber zugleich mit einem Satzglied in Kasus, Numerus und Genus kongruent. Beispiel: O, quam laeta Iulia erat a Tiberio relicta bedeutet: „Oh, wie fröhlich war Julia, weil sie von Tiberius verlassen worden war.“

Eine weitere häufige Verwendung ist der Ablativus absolutus. Dabei stehen Nomen und PPP im Ablativ und werden ähnlich wie ein PC oft mit einem Adverbialsatz übersetzt. Das Subjekt dieses Adverbialsatzes ist aber vom Subjekt des Hauptsatzes verschieden; deshalb heißt die Konstruktion absolutus, „losgelöst“. Beispiel: Discipulis laudatis magister gaudebat bedeutet: „Nachdem die Schüler gelobt worden waren, freute sich der Lehrer.“

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