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Sprachunterricht
Der Sprachunterricht ist die Anleitung zum Erlernen fremder Sprachen und zum richtigen Gebrauch der Muttersprache. Inhaltsverzeichnis.
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee des Sprachunterrichts
Sprachunterricht ist die Anleitung zum Erlernen fremder Sprachen und zum richtigen Gebrauch der Muttersprache. Er soll also einerseits helfen, die eigene Sprache sicher zu verwenden, und andererseits den Zugang zu anderen Sprachen eröffnen.
Für Schülerinnen und Schüler ist Sprachunterricht wichtig, weil er grundlegende Fähigkeiten für Schule, Ausbildung und Alltag vermittelt: sprechen, schreiben, lesen, zuhören und Texte verstehen. Je nach Sprache und Lernziel steht entweder die aktive Sprachbeherrschung oder das Verstehen von Texten und Kultur im Vordergrund.
Deutschunterricht in der Muttersprache
In der Grundschule, früher auch Volksschule genannt, besteht Sprachunterricht zunächst meist aus Unterricht in der Muttersprache. Sein Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, die Muttersprache mündlich und schriftlich geläufig und richtig zu benutzen. Außerdem sollen sie verstehen, was in der Sprache geschrieben oder gesprochen wird.
Zu den Deutschstunden gehören Lesen und die Behandlung von Lesestücken, Übungen im mündlichen Ausdruck und Vortrag, Erklärungen und Übungen zu Rechtschreibung und Grammatik sowie Übungen in schriftlicher Darstellung.
Der Deutschunterricht hat sich besonders in Grammatik und Rechtschreibung mehrfach verändert. Am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er in Lehrbüchern etwa von Wilmsen, Heinsius, Harnisch, Krause und Scholz vor allem als Denk- und Sprachübung verstanden. Dabei ging es besonders um Genauigkeit, Klarheit und Richtigkeit des Ausdrucks.
Grammatik im Deutschunterricht
Karl Ferdinand Becker stellte das Verständnis der Sprache als Hauptziel heraus. Wichtig war für ihn besonders, die Beziehung sprachlicher Formen zu den logischen Verhältnissen der Begriffe klar zu erkennen. Diese Art des Sprachunterrichts wurde besonders durch Raimund Jakob Wursts „Praktische Sprachdenklehre“ verbreitet, deren 1. Auflage 1836 erschien und die lange als besonders guter methodischer Leitfaden galt.
Demgegenüber wollten Jakob Grimm, Völter, Bock und andere Grammatik in der Muttersprache ganz aus der Grundschule fernhalten. Sie sahen Grammatik als störend für die „freie Entfaltung des Sprachvermögens“.
Eine vermittelnde Position nahmen Wilhelm Kellner und Otto ein. Sie hielten grammatischen Unterricht für nötig, aber nur soweit er direkt dem genaueren Verständnis von Gelesenem, der Begründung der Rechtschreibung und dem richtigen schriftlichen und mündlichen Ausdruck diente.
Ziele und Methoden beim Fremdsprachenlernen
Der Unterricht fremder Sprachen kann grundsätzlich zwei Ziele verfolgen. Erstens kann er die Fähigkeit vermitteln, eine Sprache geläufig zu sprechen und zu schreiben. Zweitens kann er darauf zielen, literarische Produkte einer Sprache zu verstehen. Das zweite Ziel gilt meist für Alte Sprachen wie Latein und Griechisch, während bei modernen Sprachen wie Englisch und Russisch eher das aktive Sprechen und Schreiben im Vordergrund steht.
Bei Anfängerinnen und Anfängern, etwa in weiterführenden Schulen, wird meist mit Lehrbüchern gearbeitet. Diese stellen anhand einfacher Texte neue Vokabeln, Redewendungen und grammatische Aspekte vor. Das neu Gelernte wird anschließend gesondert geübt.
Unterricht für Fortgeschrittene besteht oft aus der Lektüre längerer Texte und Diskussionen in der jeweiligen Sprache. Im Mittelpunkt steht dabei die aktive sprachliche Kompetenz. Je nach Ziel werden authentische Literatur oder authentische fachspezifische Texte verwendet, zum Beispiel in der Ausbildung von Dolmetschern und Übersetzern.
Hörverstehen, bilingualer Unterricht und Kultur
Neben der aktiven Beherrschung einer Fremdsprache ist auch das Hörverständnis wichtig. Es kann durch auditive Medien wie Tonbandkassetten, CDs oder durch einen Aufenthalt im Land der Fremdsprache entwickelt werden.
Besonders intensiv ist Sprachunterricht an Schulen mit bilingualem Zweig. Dort werden neben dem eigentlichen Sprachunterricht auch Fächer wie Erdkunde, Geschichte oder Gemeinschaftskunde teilweise in der Fremdsprache unterrichtet. Dadurch müssen die Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache aktiv benutzen und können fachspezifische Vokabeln lernen.
Eng mit dem Erwerb einer Fremdsprache verbunden ist Wissen über Kultur und Land des fremdsprachigen Volkes. Dieses Wissen wird im Landeskundeunterricht vermittelt. Interkulturelles Wissen soll helfen, eine Brücke zwischen Herkunfts- und Zielkultur zu schlagen. Es wird meist in Unterrichtsphasen zur interkulturellen Kommunikation, kurz IKK, behandelt.
Früher Fremdsprachenunterricht
In neuerer Zeit wurden infolge der PISA-Studie Forderungen aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung laut, spielerischen Fremdsprachenunterricht schon für Schülerinnen und Schüler staatlicher Grundschulen oder für Kinder in Kindergärten anzubieten. Diese Forderungen waren nicht unumstritten. An Privatschulen, zum Beispiel Waldorfschulen, ist ein solcher früher Fremdsprachenunterricht teilweise möglich.
Mittlerweile kann man in mehreren deutschen Bundesländern bereits ab der 1. Grundschulklasse Englisch oder Französisch lernen. Manche Experten gehen jedoch davon aus, dass dieser Unterricht keine Vorteile bringt. Die Erwartungen an eine bessere spätere fremdsprachliche Entwicklung treten nicht automatisch ein, anders als man es etwa bei Kindern erwarten kann, die in einem familiären Umfeld zweisprachig aufwachsen.