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Stagnation (Wirtschaft)
In der Wirtschaft bezeichnet Stagnation einen zeitlichen Abschnitt der Konjunktur, in dem die Produktion oder das Wirtschaftswachstum sich verlangsamen oder …
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Begriff und Messung
Stagnation bezeichnet in der Wirtschaft einen zeitlichen Abschnitt der Konjunktur, in dem sich die Produktion oder das Wirtschaftswachstum verlangsamen oder verringern. Sie beschreibt also eine Phase, in der zentrale wirtschaftliche Größen kaum wachsen oder hinter der erwarteten Entwicklung zurückbleiben.
Gemessen wird Stagnation vor allem mit dem Bruttoinlandsprodukt, also der gesamten wirtschaftlichen Leistung innerhalb eines Landes, oder mit dem Bruttonationaleinkommen, das sich auf das Einkommen der Inländer bezieht. Auch bei anderen makroökonomischen Größen kann von Stagnation gesprochen werden, wenn sie nur gering wachsen, zum Beispiel beim Inlandskonsum, bei der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage oder bei der Investitionsnachfrage.
Wenn das Bruttoinlandsprodukt tatsächlich fällt, spricht man nicht mehr nur von Stagnation, sondern von Rezession oder Depression.
Verlauf und Abgrenzung
Stagnation liegt vor, wenn die wirtschaftliche Entwicklung unter ihrem Potenzialwachstum bleibt. Das Potenzialwachstum ist das Wachstum, das eine Wirtschaft bei normaler Auslastung ihrer Möglichkeiten erreichen könnte. Bleibt die tatsächliche Entwicklung darunter, kann dies zum Beispiel zu Arbeitslosigkeit führen.
Hält eine solche Stagnation makroökonomischer Variablen länger an, spricht man von einer Stagnationskrise. Tritt Stagnation zusammen mit Inflation, also steigenden Preisen, und Arbeitslosigkeit auf, heißt dies Stagflation.
Nicht jede Wirtschaft ohne Wachstum wird als Stagnation verstanden. Klassische Ökonomen und moderne Wachstumskritiker können sich auch eine Wirtschaft ohne Wachstum vorstellen, die dennoch Vollbeschäftigung und einen sozial wünschenswerten Zustand erreicht. In diesem Fall spricht man eher von einer stationären Wirtschaft.
Säkulare Stagnation
Der keynesianische US-Wirtschaftswissenschaftler Alvin Hansen prägte in den späten 30er Jahren den Begriff der „säkularen Stagnation“. Damit ist eine besonders langfristige Form von Stagnation gemeint.
Die These der säkularen Stagnation wird heute wieder aufgegriffen und unter anderem von Ökonomen wie Lawrence Summers oder Paul Krugman vertreten. Sie wird auch im Zusammenhang mit einer Niedrigzinsphase diskutiert, etwa bei Nullzinspolitik oder Negativzins.
Nach Hans-Werner Sinn beschreibt säkulare Stagnation eine Situation chronischer Unternachfrage nach den Gütern und Leistungen eines Landes. Diese Unternachfrage zeigt sich daran, dass im Verhältnis zu den Ersparnissen zu wenig investiert wird.