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Staatsbürgerkunde
Staatsbürgerkunde (von den Schülern meist „Stabü“ abgekürzt) war in der DDR in der 9. und 10. Klasse und ab 1969 von der 7. bis zur 10.
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Bedeutung und zeitlicher Rahmen
Staatsbürgerkunde, von Schülern meist „Stabü“ abgekürzt, war ein Unterrichtsfach in der DDR. Es wurde an den Polytechnischen Oberschulen (POS) zunächst in der 9. und 10. Klasse und ab 1969 von der 7. bis zur 10. Klasse unterrichtet. An den Erweiterten Oberschulen (EOS) gab es das Fach bis zur 12. Klasse; außerdem gehörte es zur Berufsschule.
Im Zuge der Wende und friedlichen Revolution in der DDR setzte das Ministerium für Volksbildung am 6. November 1989 die Lehrpläne für Staatsbürgerkunde gemeinsam mit denen des Wehrunterrichts außer Kraft. Dies geschah unter dem Druck der Öffentlichkeit.
Inhalte und theoretische Grundlagen
Der Unterricht führte in zentrale Bestandteile der marxistisch-leninistischen Theorie ein. Dazu gehörten:
- die Marxistische Philosophie,
- die Politische Ökonomie des Kapitalismus und des Sozialismus,
- der Wissenschaftliche Sozialismus.
Außerdem vermittelten die Lehrkräfte Wissen über den Staatsaufbau der DDR, die Rechte und Pflichten der DDR-Bürger sowie die Ideologie des Marxismus-Leninismus. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die seit 1968 in der Verfassung festgeschriebene „führende Rolle der SED“.
Ziele und politische Ausrichtung
Staatsbürgerkunde war Teil des „einheitlichen sozialistischen Bildungssystems der DDR“. Im Mittelpunkt stand die Herausbildung des „Klassenstandpunktes“ der Schüler. Der Unterricht sollte ein „gefestigtes Klassenbewusstsein“, das „Bekenntnis zum Arbeiter- und Bauernstaat“ und die Erziehung zu „bewussten Staatsbürgern“ der DDR fördern.
Das Fach war eng mit den politischen Jugendorganisationen Pioniere und FDJ verbunden, die in die Schulen integriert waren. Bei der Wissensvermittlung stand das „Kollektiv“ im Mittelpunkt. Eine entsprechende Losung lautete: „Der Schritt erfolgt vom Ich zum Wir“.
Das sozialistische System wurde dem kapitalistischen System als überlegen gegenübergestellt. Der Sieg des Sozialismus beziehungsweise Kommunismus über den Kapitalismus wurde als gesetzmäßig dargestellt. Ebenso wichtig war die Vermittlung der „unverbrüchlichen Freundschaft“ der DDR mit der Sowjetunion. Die herrschenden Klassen in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland wurden als „Klassenfeinde“ bezeichnet.