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Sklavenaufstände im Römischen Reich
Die Sklavenaufstände im Römischen Reich, genannt auch Sklavenkriege, waren eine Reihe von Revolten am Ende der Römischen Republik.
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Ursachen und beteiligte Sklaven
Die Sklavenaufstände im Römischen Reich, auch Sklavenkriege genannt, waren eine Reihe von Revolten am Ende der Römischen Republik. Die größeren Aufstände fanden zwischen 136 und 71 v. Chr. statt und gingen vor allem von ländlichen Sklaven aus.
In der Frühzeit Roms wurde der Sklavenbedarf hauptsächlich durch Schuldsklaverei gedeckt. Nach dem Zweiten Punischen Krieg änderte sich dies: Durch die Versklavung von Kriegsgefangenen stieg das Angebot an Sklaven. Gleichzeitig vergrößerte sich die Nachfrage, weil viele Bauern hohe Verluste erlitten hatten. Großgrundbesitzer kauften deshalb leerstehende Güter auf und bewirtschafteten sie mit großen Mengen an Sklaven.
Viele Unfreie arbeiteten in Bergwerken. Nach Polybios waren in den Silberbergwerken von Carthago Nova bis zu 40.000 Mann beschäftigt. Die Arbeitsbedingungen waren besonders hart. Varro bezeichnete Sklaven als instrumenti genus vocale („sprechende Werkzeuge“). Sie mussten meist in Ketten arbeiten; bei Fehlern oder größeren Vergehen drohten Auspeitschung, Folter oder Kreuzigung. Kranken Sklaven wurde nach der Überlieferung des älteren Cato nicht einmal die volle Lebensmittelration gegeben.
Die ländlichen Sklaven revoltierten vor allem wegen ihrer schlechten Behandlung. Viele von ihnen waren außerdem zuvor freie Bürger in den hellenistischen Staaten gewesen. Städtische Sklaven wurden meist weniger schlecht behandelt; ihnen wurde häufig eine Freilassung in Aussicht gestellt, sodass sie eher abwarteten. Besonders häufig schlossen sich Hirten an, die für ihre Arbeit vergleichsweise viele Freiräume hatten. Auch Gladiatoren konnten eine wichtige Rolle spielen, wie das Beispiel des Spartacus zeigt.
Die Kommunikation zwischen den Sklaven war eingeschränkt. Deshalb blieben die Unruhen meist örtlich begrenzt. Die ersten Revolten überraschten die römische Gesellschaft, die ihre Gefährlichkeit anfangs deutlich unterschätzte. Im Zusammenhang mit den Kämpfen nach dem Tod des pergamenischen Königs Attalos III. († 133 v. Chr.) könnte auch Aristonikos die Sklavenbefreiung als Teilziel verfolgt haben; dies wird im Artikel als Möglichkeit angegeben.
Erster Sklavenkrieg auf Sizilien
Der Erste Sklavenkrieg fand von 136 bis 132 v. Chr. auf Sizilien statt. Eine Gruppe schlecht behandelter Sklaven eroberte die Stadt Enna. Ihr Anführer war der Syrer Eunus, den sie zum König machten. Er nahm den seleukidischen Königsnamen Antiochos an.
Die Aufständischen schlossen sich mit einer zweiten Gruppe unter Führung des Kilikers Kleon zusammen. Zwischen 136 und 135 v. Chr. besiegten sie vier römische Prätoren; um 134 und 133 v. Chr. schlugen sie außerdem zwei Konsuln. Immer mehr Sklaven schlossen sich an, sodass die Zahl der Aufständischen angeblich auf 200.000 Mann anwuchs.
Erst das Eingreifen des römischen Militärs unter dem Konsul Publius Rupilius beendete den Aufstand. 132 v. Chr. eroberte das römische Heer die Städte Tauromenium und Enna und schlug die Revolte nieder. Der Überlieferung zufolge wurden 20.000 Unterlegene von Felsen gestürzt oder gekreuzigt.
Um 130 v. Chr. kam es außerdem in anderen Gebieten zu kleineren Konflikten, unter anderem auf Delos, in Attika, in Sinuessa, in Minturnae und im westlichen Kleinasien.
Zweiter Sklavenkrieg
Der Zweite Sklavenkrieg begann auf Sizilien kurz nach einem Beschluss des römischen Senats aus dem Jahr 104 v. Chr. Der Senat wollte Sklaven freilassen, die aus mit Rom verbündeten Ländern stammten. Sizilianische Sklavenhalter, die domini genannt wurden, verhinderten jedoch die Umsetzung der Maßnahmen durch den Proprätor Publius Licinius Nerva. Danach entstand ein neuer großer Sklavenaufstand.
Der Aufstand ähnelte dem Ersten Sklavenkrieg. Er ging von zwei Gruppen aus: einer unter Athenion und einer unter Salvius, der teilweise auch Tryphon genannt wurde. Nachdem die Zahl ihrer Anhänger auf 30.000 gestiegen war, musste erneut das römische Heer eingreifen. Unter Führung des Konsuls Manius Aquillius konnte es den Aufstand 101 v. Chr. beenden.
Im Jahr 71 v. Chr. ließ ein Enkel des Konsuls Manius Aquilius als Münzmeister einen Denar prägen, der an diesen Erfolg erinnerte. Auf der Rückseite hilft ein Legionär der personifizierten Sizilia auf; der Münzabschnitt trägt die Aufschrift SICIL für Sizilien. Da im selben Jahr der Dritte Sklavenkrieg von einem Konsul aus einer anderen Familie beendet wurde, liegt als mögliche Erklärung nahe, dass die Prägung in einer Zeit starker Konkurrenz senatorischer Familien zusätzlich an den 30 Jahre zurückliegenden Erfolg der Familie des Münzmeisters erinnern sollte.
Spartacus-Aufstand und Ende der Sklavenkriege
Der Dritte Sklavenkrieg, die Revolte des Spartacus, war der bekannteste und für Rom gefährlichste Sklavenkrieg. Er begann 73 v. Chr., als der Thraker Spartacus mit 78 weiteren Gladiatoren aus einer Gladiatorenschule in Capua floh. Zu seinen Anhängern gehörten neben Sklaven aus der Landwirtschaft auch verarmte und landlose Freie.
Das von Spartacus angeführte und befreite Sklavenheer umfasste angeblich bis zu 200.000 Mann. Spartacus marschierte zunächst nach Norden, um die Anhänger in ihre Heimat Gallien beziehungsweise Thrakien zurückzuführen. Am Vesuv besiegte das Heer drei Legaten des Prätors Publius Varinius und anschließend Varinius selbst. Weitere Erfolge folgten: Die beiden Konsuln des Jahres, Gnaeus Cornelius Lentulus Clodianus und Lucius Gellius Publicola, wurden geschlagen. Später besiegten die Aufständischen bei Mutina auch den Prokonsul Gaius Cassius Longinus.
Danach wandten sie sich aus ungeklärten Gründen wieder nach Süden. Ihr Plan war offenbar, über Sizilien und später Brundisium mit Schiffen zu fliehen. 71 v. Chr. wurde Spartacus an der Südwestspitze Italiens vom Prätor Licinius Crassus mit acht Legionen eingekesselt. Zwar bahnte sich Spartacus einen Weg durch die feindlichen Linien, doch ein von ihm getrenntes Heeresteil wurde geschlagen und vollständig aufgerieben.
Spartacus wurde von seinen Anhängern zur Schlacht in Lukanien gezwungen. Er unterlag und fiel. In der Schlacht wurden 60.000 Sklaven getötet. Die 6.000 Überlebenden ließ man entlang der Via Appia zwischen Capua und Rom kreuzigen. Der aus Spanien zurückkehrende Pompeius vernichtete anschließend den letzten Rest des Sklavenheeres.