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Numerus

Der Numerus (Mehrzahl: Numeri; deutsch: Zahl, Anzahl, Zahlform) ist in der Grammatik eine Zählform zur Bestimmung von Mengenwertigkeiten, also zur …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Numerus im Deutschen
  3. 3. Formen der Pluralbildung
  4. 4. Pluralwörter und Quantoren
  5. 5. Verbindlichkeit der Pluralmarkierung
  6. 6. Plural bei Mengenangaben

Grundbegriff

Der Numerus, Mehrzahl Numeri, ist in der Grammatik eine Zählform. Er dient dazu, Mengenwertigkeiten zu bestimmen, also die Anzahl festzulegen oder zu unterscheiden. Je nach Sprache gibt es verschiedene Numeri, zum Beispiel Singular (Einzahl), Dual oder Dualis (Zweizahl), Paral, Trial, Quadral, Paukal, Plural (Mehrzahl) und Distributiv.

Sprachen unterscheiden sich stark darin, ob und wie sie Numerus grammatisch ausdrücken. Das klassische Arabisch, das Slowenische und das Sorbische besitzen zum Beispiel Dualformen für sämtliche Substantive und Verben. Im Hebräischen gibt es Dualformen nur für paarweise auftretende Körperteile wie Hände oder Lippen und für einige Zeitbegriffe. Viele außereuropäische Sprachen, etwa das Chinesische, kennen Numerus dagegen nicht als grammatische Kategorie. Dort kann Anzahl zum Beispiel durch Zahlwörter, Mengenangaben oder Reduplikation ausgedrückt werden; wenn die Anzahl eindeutig ist, kann die Angabe auch fehlen.

Numerus im Deutschen

In der deutschen Grammatik werden vor allem zwei Numeri unterschieden: Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl). Numerusformen bilden im Deutschen mehrere Wortarten: Substantiv, Adjektiv, Artikel, Pronomen und Verb.

Es gibt auch Wörter, die nur in der Einzahl oder nur in der Mehrzahl vorkommen. Wörter, die nur im Singular vorkommen, heißen Singularetantum, zum Beispiel Lärm. Wörter, die nur im Plural vorkommen, heißen Pluraletantum, zum Beispiel Ferien.

Bei deutschen Substantiven kann der Plural sehr unterschiedlich gebildet werden. Manchmal sind Singular und Plural gleich, etwa Lehrer – Lehrer. Manchmal ändert sich nur der Stammvokal, etwa Apfel – Äpfel. In anderen Fällen kommt eine Endung hinzu, etwa Kind – Kinder, Programm – Programme oder Sofa – Sofas. Bei manchen Wörtern schwankt die Mehrzahlbildung, zum Beispiel Atlas – Atlanten oder Atlasse.

Formen der Pluralbildung

Die meisten Sprachen besitzen eine syntaktische Technik, um anzuzeigen, ob ein oder mehrere Gegenstände gemeint sind. Eine besonders häufige Möglichkeit ist die Veränderung der morphologischen Form des Substantivs. Morphologisch bedeutet hier: Die Form des Wortes selbst wird verändert.

Solche Veränderungen können unterschiedlich aussehen. Ein Präfix steht vor dem Wort, ein Suffix steht nach dem Wort. Im Deutschen ist Hund – Hunde ein Beispiel für Pluralbildung durch ein Suffix. Andere Sprachen können Plural durch Tonveränderung, Reduplikation oder eine Veränderung innerhalb des Substantivstammes ausdrücken. Reduplikation bedeutet, dass ein Wort oder ein Wortteil wiederholt wird, wie im Indonesischen rumah – rumah-rumah. Eine Stammveränderung zeigt zum Beispiel Dinka mit kat – kɛt.

Pluralwörter und Quantoren

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, Pluralität nicht am Substantiv selbst zu markieren, sondern durch freie Morpheme an anderer Stelle in der Nominalphrase. Solche freien Morpheme heißen Pluralwörter. Beispiele sind Teiwa buku – buku non und Tagalog bahay – mga bahay.

Es gibt außerdem Sprachen ohne morphologischen Plural. Auch in solchen Sprachen kann Pluralität ausgedrückt werden, etwa durch Mengenwörter oder Quantoren, die Art und Anzahl von Entitäten angeben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Sprachen Numerus als grammatische Kategorie besitzen. Der Artikel nennt als Vergleich, dass two und both im Englischen keinen Dual anzeigen, weil ein Dual in der englischen Grammatik nicht notwendig ist.

Verbindlichkeit der Pluralmarkierung

Sprachen unterscheiden sich darin, ob Plural an Substantiven markiert werden muss. Die Pluralmarkierung kann obligatorisch, optional oder gar nicht vorhanden sein. Außerdem kann sie davon abhängen, welche Art von Substantiv vorliegt: menschlich, belebt oder unbelebt.

Eine obligatorische Pluralmarkierung aller Substantive findet sich in ganz West- und Nord-Eurasien, zum Beispiel im Deutschen und Englischen, sowie in den meisten Teilen Afrikas. Eine optionale Pluralmarkierung aller Substantive ist besonders in Südost- und Ostasien sowie Australien verbreitet. Das vollständige Fehlen einer Pluralmarkierung findet sich besonders in Neuguinea und Australien.

In manchen Sprachen muss Plural nur bei menschlichen Substantiven obligatorisch markiert werden. In anderen Sprachen, etwa im Kontrast zu Chinesisch und Japanisch, kommt optionale Pluralmarkierung nur bei menschlichen Substantiven vor. Es gibt auch Sprachen, in denen der Plural bei unbelebten Substantiven optional, bei menschlichen Substantiven aber obligatorisch ist.

Plural bei Mengenangaben

Normalerweise kann Plural obligatorisch sein, aber häufig weggelassen werden, wenn ein Substantiv mit Ziffern oder anderen Mengenwörtern verbunden ist. Das gilt nicht als Beweis dafür, dass der Plural grundsätzlich optional ist. Im Artikel wird dies vielmehr als indirekter Beweis für die Verbindlichkeit gewertet. Wenn Plural wirklich optional ist, muss dies ausdrücklich beschrieben werden.

Ein Beispiel ist Yoruba. Das Pluralwort àwọn steht in àwọn ìwé mi, wörtlich [PL book my], und bedeutet „my (various) books“. Ohne Pluralwort, ìwé mi, kann die Bedeutung „my (collection of) books“ oder „my book“ sein. Das Pluralwort àwọn wird verwendet, wenn eine Gruppe einzelner Individuen gemeint ist; ohne Pluralwort ist die Bedeutung kollektiv.

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