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Pluraletantum
Ein Pluraletantum (von lateinisch plurale tantum „nur Plural“), Pluralwort oder Mehrzahlwort ist ein Substantiv, das ausschließlich im Plural gebräuchlich …
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Definition und grammatische Merkmale
Ein Pluraletantum, auch Pluralwort oder Mehrzahlwort, ist ein Substantiv, das ausschließlich im Plural gebräuchlich ist. Als Plural von „Pluraletantum“ gelten laut Online-Duden „Pluraletantums“ und „Pluraliatantum“. Das Gegenwort ist „Singularetantum“, also Einzahlwort.
In Sprachen wie dem Deutschen, in denen die grammatischen Genera im Plural zusammenfallen, lässt sich für ein Pluralwort kein eigenes Genus feststellen.
Typische deutsche Beispiele
Zu den deutschen Pluraliatantum gehören „Leute“ (Personen), „Ferien“ (Urlaub), „Kosten“ (Ausgaben), „Diäten“ (Abgeordnetenentschädigungen), „Masern“ (Infektionskrankheit), „Memoiren“ (Erinnerungen), „Prügel“ (Körperstrafe) und „Spesen“ (Verpflegungsmehraufwand).
Auch geografische Bezeichnungen können nur im Plural verwendet werden, beispielsweise „Azoren“, „Tropen“ und „Vogesen“.
Unechte Pluralwörter
Unechte Pluraliatantum sind Substantive, zu denen ein Singular existiert, dessen Form im Nominativ genauso geschrieben wird wie der Plural. Dieser Singular wird häufig nur selten gebraucht.
Beispiele sind „Geschwister“ – „ein Geschwister“, „Möbel“ – „ein Möbel“, „Lebensmittel“ – „ein Lebensmittel“ und „Spaghetti“ – „eine Spaghetti“; daneben gibt es auch „der Spaghetto“.
Regionale und bedeutungsabhängige Einzahlformen
Einige überwiegend im Plural gebrauchte Wörter besitzen regional eine Einzahlform. Zu „Trümmer“ wird in Bayern, Schwaben und Österreich der Singular „Trumm“ verwendet. Er hat allerdings eine andere Bedeutung: ein großes oder schweres Teil statt etwas Zerstörtem.
Bei anderen Wörtern ist der vorhandene Singular auf bestimmte Bedeutungen beschränkt. Zu „Daten“ gehört „Datum“: Es bezeichnet etwa als Kalenderdatum einen bestimmten Zeitbezug oder als geodätisches Datum einen bestimmten Raumbezug.
Ein weiterer Sonderfall ist die Pluralendung „-leute“ bei manchen Zusammensetzungen mit „-mann“ und „-frau“. Beispiele sind „Fachleute“ – „Fachmann/Fachfrau“, „Feuerwehrleute“ – „Feuerwehrmann/Feuerwehrfrau“, „Kaufleute“ – „Kaufmann/Kauffrau“, „Landsleute“ – „Landsmann/Landsfrau“, „Ombudsleute“ – „Ombudsmann/Ombudsfrau“, „Seeleute“ – „Seemann/Seemännin“ und „Vertrauensleute“ – „Vertrauensmann/Vertrauensfrau“. Bei „Hauptleute“ beziehungsweise „Hauptmänner“ lautet der Singular „Hauptmann“; zu „Geschäftsleute“ werden „Geschäftsmänner“ und „Geschäftsfrauen“ genannt.
Ersatzformen für den Singular
Wenn ein Pluraletantum keine gewöhnliche Einzahlform hat, lässt sich ein entsprechender einzelner Sachverhalt häufig durch ein Kompositum, also ein zusammengesetztes Wort, ausdrücken. So wird aus „Ferien“ der „Ferientag“, aus „Kosten“ der „Kostenanteil“, aus „Eltern“ der „Elternteil“ und aus „Geschwister“ der „Geschwisterteil“.
Fachsprachlich sind daneben die Formen „der oder das Elter“ sowie „das Geschwister“ möglich.
Beispiele in anderen Sprachen
Auch andere Sprachen besitzen Pluraliatantum. Im Englischen stehen „clothes“ für „Kleider“, „trousers“ für „die Hose“, „thanks“ für „der Dank“ und „scissors“ für „die Schere“.
Französische Beispiele sind „les lunettes“ für „die Brille“, „les ciseaux“ für „die Schere“ und „les fiançailles“ für „die Verlobung“.