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Singer-Songwriter
Ein Singer-Songwriter ist ein Musiker, der Lieder vorträgt, die er selbst komponiert und getextet hat. Man nennt so überwiegend Künstler aus der Pop- oder …
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Kernbegriff
Ein Singer-Songwriter ist ein Musiker, der Lieder vorträgt, die er selbst komponiert und getextet hat. Der Begriff wird vor allem für Künstler aus der Pop- oder Rockmusik verwendet. Wörtlich bedeutet er „Sänger-Liedschreiber“ und wird als Anglizismus auch im Deutschen benutzt.
In der amerikanischen Fachliteratur bezeichnet „Songwriter“ einen Urheber, der Liedtexte und Musik entwirft, ausarbeitet und zu einem Musikstück zusammenfügt. Der allgemeine Begriff kann aber auch nur einen Liedtexter oder nur einen Komponisten meinen. Wenn ein Songwriter seine selbstverfassten Musiktitel auch selbst interpretiert, spricht man von einem Singer-Songwriter.
Entwicklung im englischsprachigen Raum
Zu den frühen Vertretern des Genres gehörten seit den 1930er Jahren Woody Guthrie und Pete Seeger. Um 1962 wurde nach einem Begriff für eine Musik- und Darbietungsform gesucht, die besonders durch Joan Baez und Bob Dylan populär wurde. Die ersten Interpreten wurden Hootenannys genannt. Wegen der oft politischen Inhalte wurden ihre Lieder häufig als Protestlieder eingeordnet, obwohl sie nicht nur eigene Stücke, sondern auch Lieder anderer Künstler interpretierten.
Ab den späten 1960er Jahren prägten Musikerinnen und Musiker wie Joni Mitchell, Laura Nyro, Tim Buckley, Patti Smith, Donovan, Cat Stevens und Leonard Cohen ein eigenes Genre. Im Unterschied zu Folkbands, die ihre Stücke gemeinsam entwickelten, schrieben Singer-Songwriter Musik und Texte meist allein. Sie traten teils solo mit Gitarre oder Klavier auf, teils mit kleiner Begleitband.
Musikalische Merkmale
Das Genre ging über traditionelle Folk- oder Country-Musik mit Akustikgitarre und Mundharmonika hinaus. Der Einsatz von E-Gitarren wurde üblich, und Rockelemente flossen stärker in die Musik ein. Inhaltlich standen nicht mehr nur politische Themen im Vordergrund, sondern auch private Themen. Musikalische Einflüsse kamen außerdem aus Soul, Jazz und Psychedelic Rock.
Wichtige Erfolge und Beispiele
Carole King gehörte zu den Künstlerinnen, die das Genre Anfang der 1970er Jahre endgültig etablierten. Ihr Album „Tapestry“ von 1971 verkaufte sich mehr als 25 Millionen Mal. Bei den Grammy Awards 1972 erhielt sie vier Auszeichnungen; bis dahin war das noch keiner Künstlerin gelungen. Ihr Song „You’ve Got a Friend“ gilt als Meilenstein des Genres. Auch Paul Simon konnte sich ab Anfang der 1970er Jahre etablieren.
Ab Ende der 1980er Jahre schlossen sich wieder vor allem weibliche Künstlerinnen der Singer-Songwriter-Tradition an, zum Beispiel Suzanne Vega. In den 1990er Jahren waren Tracy Chapman, K. D. Lang, Alanis Morissette, Sheryl Crow und Tori Amos erfolgreich. Zu den jüngeren international erfolgreichen Singer-Songwritern zählen James Blunt, Katie Melua, Amy Macdonald, Ed Sheeran, Alicia Keys und Milow.
Deutschsprachiger Raum
Im deutschsprachigen Raum entspricht dem Singer-Songwriter häufig der Liedermacher. Auch hier verbindet sich in vielen Fällen die Rolle von Textdichter, Komponist und Sänger. Diese Einheit gab es bereits seit dem Mittelalter, etwa bei Bänkelsängern.
Der Begriff „Liedermacher“ wurde 1961 von Wolf Biermann geprägt. Er meinte damit einen Künstler, der zugleich Texter, Komponist und Sänger ist und sich oft selbst mit der Gitarre begleitet. Biermann bezog sich dabei auf Bert Brechts Begriff des „Stückeschreibers“, der den handwerklichen Prozess betonen sollte. Thematisch reicht das Spektrum von politischen Liedern, etwa bei Wolf Biermann und Franz-Josef Degenhardt, bis zu privaten oder alltäglichen Problemen, etwa bei Georg Kreisler, Reinhard Mey und Hannes Wader. Die Grenzen zwischen diesen Themen und zu Gattungen wie Agitprop, Chanson, Kabarettlied und Schlager sind fließend.
Frankreich und Italien
Im französischen Sprachgebiet heißen Singer-Songwriter „Auteur-compositeur-interprètes“ oder „Chansonniers“. Als Beispiele nennt der Artikel Georges Brassens und Jacques Brel.
Im italienischen Sprachgebiet lautet die Bezeichnung „Cantautori“. Beispiele dafür sind Giorgio Gaber und Luigi Tenco.