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Shape of Water – Das Flüstern des Wassers
Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Originaltitel: The Shape of Water, deutsch: „Die Form des Wassers“) ist ein Spielfilm von Guillermo del Toro aus …
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Überblick
Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Originaltitel: The Shape of Water, „Die Form des Wassers“) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Guillermo del Toro aus dem Jahr 2017. Der 123 Minuten lange, englischsprachige Film verwendet außerdem US-amerikanische Gebärdensprache. Er verbindet Fantasy, Liebesgeschichte und Elemente weiterer Genres. Im Mittelpunkt steht die stumme Reinigungskraft Elisa Esposito, die sich Anfang der 1960er-Jahre in einem geheimen US-Labor in ein dort gefangen gehaltenes amphibisches Wesen verliebt.
Regie führte Guillermo del Toro; das Drehbuch schrieb er mit Vanessa Taylor. Produzenten waren del Toro und J. Miles Dale, die Kamera übernahm Dan Laustsen, den Schnitt Sidney Wolinsky und die Musik Alexandre Desplat. Sally Hawkins spielt Elisa, Doug Jones den Amphibienmenschen, Michael Shannon den Sicherheitschef Richard Strickland, Richard Jenkins Elisas Nachbarn Giles und Octavia Spencer ihre Kollegin Zelda.
Die Premiere fand am 31. August 2017 bei den 74. Filmfestspielen in Venedig statt. Dort erhielt der Film den Goldenen Löwen. In ausgewählten US-Kinos lief er ab 8. Dezember 2017, in Deutschland ab 15. Februar 2018. Die deutsche Synchronisation entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH in Berlin; Elisa wird von Anna Grisebach gesprochen.
Handlung
Baltimore zu Beginn der 1960er-Jahre: Elisa Esposito lebt allein über einem kaum besuchten Kino. Sie wurde als Kleinkind am Flussufer ausgesetzt, wuchs als Waise auf und ist stumm. Sie verständigt sich durch Gebärdensprache. Nachts arbeitet sie als Reinigungskraft im geheimen Occam Aerospace Research Center der US-Regierung. Ihre engsten Vertrauten sind der schwule, alternde Plakatkünstler Giles und ihre Arbeitskollegin Zelda, die häufig für sie übersetzt.
Während des Kalten Krieges bringen Strickland und der Wissenschaftler Dr. Hoffstetler ein am Amazonas gefangenes Wesen in das Labor. Es ist halb Amphibie, halb Mensch und wurde dort wie ein Gott verehrt. Die US-Seite will es untersuchen, um im Wettlauf mit dem sowjetischen Raumfahrtprogramm voranzukommen. Nachdem das Wesen Strickland zwei Finger abbeißt, begegnet Elisa ihm beim Reinigen des Labors. Sie besucht es heimlich, bringt ihm hartgekochte Eier, spielt Musik vor und bringt ihm Gebärdensprache bei. Strickland misshandelt das Wesen mit einem Elektroschocker.
Als die USA eine Vivisektion anordnen und sowjetische Agenten seine Vergiftung verlangen, organisiert Elisa mit Giles, Zelda und Hoffstetlers unerwarteter Hilfe die Befreiung. Hoffstetler, eigentlich Dimitri, ist ein für die Sowjets arbeitender KGB-Infiltrator. Elisa versteckt das Wesen in ihrer Badewanne und plant, es bei Regen über einen vollgelaufenen Kanal ins Meer zu bringen. Zwischen beiden entsteht eine Liebesbeziehung, zu der auch Geschlechtsverkehr gehört. Giles beobachtet, dass das Wesen Verletzungen durch Handauflegen heilen kann.
Strickland findet heraus, dass Reinigungskräfte das Wesen befreit haben. Er foltert Hoffstetler und erfährt über Zeldas Ehemann, dass Elisa beteiligt ist. Am Kanal schießt Strickland Elisa und das Wesen nieder. Das Wesen heilt sich selbst, tötet Strickland und flieht mit Elisa ins Wasser. Dort erweckt es sie wieder zum Leben. Elisas seit Langem vorhandene Halsnarben erweisen sich als Kiemen: Sie kann unter Wasser atmen. Giles hofft aus dem Off, dass Elisa und die Kreatur glücklich bleiben.
Gestaltung und Herstellung
Del Toro begann im Dezember 2011 mit dem Drehbuch. Nach Vorarbeiten zu Kreatur und Ausstattung sowie zwei Jahren eigener Vorfinanzierung kam 20th Century Fox hinzu. Das Studio stimmte einer ursprünglich vorgesehenen Schwarzweißfassung nicht zu. Die Dreharbeiten dauerten von August bis Anfang November 2016 und fanden in Toronto und Hamilton statt. Das Elgin Theatre diente als Kino über Elisas Wohnung, weitere Drehorte waren unter anderem die Massey Hall, die Dundas Street West, die Cinespace Studios und die City Hall in Hamilton.
Das Szenenbild von Paul Denham Austerberry, Jeffrey A. Melvin und Shane Vieau stellt Gegensätze heraus: Elisas blau und cyan gestaltete Wohnung sowie Giles’ goldfarben wirkende Wohnung stehen dem stählern-grauen, brutalistisch angelegten Labor gegenüber. Die Forschungseinrichtung sollte Wissenschaft und Krieg ausstrahlen, zugleich aber an einen südamerikanischen Tempel erinnern. Der Wassertank war nicht tatsächlich mit Wasser gefüllt, sondern mit Rauch; Ventilatoren und Zeitlupe erzeugten den Eindruck von Unterwasserbewegung. Für Unterwasserszenen in Elisas Wohnung wurden Möbel aufgehängt sowie Blasen und Fische digital ergänzt.
Luis Sequeira entwarf die Kostüme. Die Laborbeschäftigten tragen überwiegend gedämpfte Braun-, Grün- und Grautöne. Elisas rote Schuhe heben sich später deutlich ab und sollen ihre zunehmende Stärke zeigen. Das Design des Amphibienmenschen stammt von Dave Grasso und David Meng.
Alexandre Desplat komponierte die Musik. Nach seiner Aussage sollte sie der stummen Elisa eine Stimme für ihre Gefühle geben und auch die im Film gezeigten Außenseiter hörbar machen. Der Soundtrack mit 26 Stücken erschien am 8. Dezember 2017 bei Decca Records. Auch Madeleine Peyroux’ Version von La Javanaise, die im ersten Trailer verwendet wurde, ist enthalten.
Genre, Themen und Unterricht
Der Film wird als Mischung aus Märchen, Gruselfilm, Comic, Monsterfilm, Liebesdrama, Kalter-Krieg-Spionagethriller und Musical beschrieben. Del Toro nannte insbesondere Fantasyfilm, Spionagethriller und Musical als miteinander verbundene Formen. Die Gestaltung verbindet fantastische und realistische Elemente, romantische Szenen, düstere Monstergenre-Elemente sowie Anspielungen auf ältere Tanz- und Revuefilme.
Das Leitmotiv Wasser erscheint etwa in der Eröffnungssequenz, im Bad und im Regen. Del Toro erklärt, Wasser nehme die Form seines Gefäßes an und sei zugleich sanft, stark und verformbar; entsprechend könne auch Liebe jede Form annehmen, unabhängig davon, ob sie einem Mann, einer Frau oder einer Kreatur gilt. Im Film verbindet Wasser unterschiedliche Figuren und Welten.
Ein zentrales Thema ist Anderssein. Elisa ist stumm, Giles ist schwul, Zelda ist schwarz; zusammen mit Hoffstetler helfen sie dem Wesen gegen das autoritäre System des Labors. Der Film wird deshalb als Plädoyer gegen Ausgrenzung sowie für Diversität, Humanismus und Solidarität der gesellschaftlich Schwächeren gedeutet. Auch Sexualität und Weiblichkeit sind wichtig: Elisa wird als erwachsene, selbstbestimmte Figur gezeigt; ihre Beziehung zur Kreatur wird als Liebesbeziehung zweier verletzter Außenseiter dargestellt.
Kinofenster.de empfiehlt den Film für Englisch, Deutsch, Kunst, Geschichte, Medienkunde und Ethik. Im Unterricht können besonders Stilmittel, filmhistorische Verweise, die Eröffnungssequenz, das Wassermotiv, die Motivgestaltung und das Außenseiterthema untersucht werden. Die Handlungszeit der 1960er-Jahre ist dafür ebenfalls bedeutsam.
Rezeption, Freigabe und Auszeichnungen
In Deutschland ist der Film ab 16 Jahren freigegeben (FSK 16), in Österreich JMK 14. In den USA erhielt er ein R-Rating, entsprechend einer Freigabe ab 17 Jahren. Die FSK begründet die Freigabe damit, dass Jugendliche ab 16 Jahren die Geschichte als irreale Fantasy erkennen und dadurch Abstand zu den dramatischen Ereignissen halten könnten. Vereinzelte drastische Gewaltszenen seien in diesem Alter einordenbar; die Liebesgeschichte und humorvolle Momente wirkten entlastend. ProSieben zeigte am 3. Mai 2020 zunächst eine wegen der Altersfreigabe gekürzte Fassung; spätere Ausstrahlungen waren ungekürzt.
Bei Rotten Tomatoes überzeugte der Film bislang 92 Prozent der Kritiker und erreichte durchschnittlich 8,4 von 10 Punkten. Häufig wurden Vergleiche mit Die fabelhafte Welt der Amélie, Die Schöne und das Biest, E.T. – Der Außerirdische und Der Schrecken vom Amazonas gezogen. Den Produktionskosten von 19,5 Millionen US-Dollar stehen weltweite Kinoeinnahmen von bislang 195,2 Millionen US-Dollar gegenüber. In Deutschland wurden bislang 487.644 Besucher verzeichnet.
Der Film gewann den Goldenen Löwen in Venedig 2017 und bei der Oscarverleihung 2018 vier Oscars: Bester Film, Beste Regie für Guillermo del Toro, Beste Filmmusik für Alexandre Desplat und Bestes Szenenbild für Paul Denham Austerberry, Shane Vieau und Jeff Melvin. Hinzu kamen unter anderem Golden Globes für Beste Regie und Beste Filmmusik sowie Critics’ Choice Movie Awards für Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik.