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Oscar/Beste Filmmusik

Mit dem Oscar für die beste Filmmusik werden die Komponisten der Filmmusik eines Films geehrt. Besonders im Bereich der Musik für einen Film gab es im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Preis, Kategorien und Bedeutung
  2. 2. Frühe Preisgeschichte und Musical-Spaltung
  3. 3. Getrennte Kategorien bis zur Vereinheitlichung
  4. 4. Entwicklung seit den 1950er-Jahren
  5. 5. Beispiele bedeutender Auszeichnungen von 1961 bis 2000
  6. 6. Auszeichnungen seit 2001 und Rekorde

Preis, Kategorien und Bedeutung

Der Oscar für die beste Filmmusik ehrt die Komponisten der Musik eines Films. Er zeichnet damit die musikalische Gestaltung eines Films aus, nicht etwa einzelne Songs. Seit 2000 besteht die Kategorie Original Score neben der Kategorie Original Song.

Die Bezeichnungen und Aufteilungen änderten sich mehrfach. Genannt werden unter anderem Music (Scoring), Music (Original Score), Music (Scoring of a Musical Picture), Music (Music Score of a Dramatic or Comedy Picture) und Music (Music Score – substantially original). Diese Veränderungen hingen oft mit dem wechselnden Geschmack des Kinopublikums zusammen; besonders die Hochkonjunktur der Musicals in den 1950er-Jahren führte zu getrennten Kategorien für dramatische beziehungsweise komödiantische Filme und Musicalfilme. Später wurden etwa originale Filmmusik und Musikbearbeitungen beziehungsweise Musik für Songfilme unterschieden, bevor sich die heutige Kategorie etablierte.

Frühe Preisgeschichte und Musical-Spaltung

Die Preisträger sind nach dem Jahr der Verleihung aufgeführt. In den ersten Jahren wurden teils Komponisten zusammen mit Musikabteilungen von Studios ausgezeichnet. 1935 erhielten Louis Silvers, Victor Schertzinger und Gus Kahn mit dem Columbia Studio Music Department den Preis für Das leuchtende Ziel. Es folgten Max Steiner für Der Verräter (1936), Erich Wolfgang Korngold für Ein rastloses Leben (1937) und Charles Previn für 100 Mann und ein Mädchen (1938).

1939 und 1940 gab es jeweils zwei Auszeichnungen: Original Score für eine originale Filmmusik und Scoring für die musikalische Bearbeitung eines Films. Beispiele sind Erich Wolfgang Korngold für Robin Hood – König der Vagabunden und Alfred Newman für Alexander’s Ragtime Band (1939) sowie Herbert Stothart für Das zauberhafte Land und Richard Hagemann, William Franke Harling, John Leipold und Leo Shuken für Ringo (1940).

Getrennte Kategorien bis zur Vereinheitlichung

Von 1941 bis in die 1950er-Jahre wurde meist getrennt nach Drama/Komödie und Musical ausgezeichnet. 1941 gewannen Leigh Harline, Paul J. Smith und Ned Washington für Pinocchio in der Kategorie Original Score, Alfred Newman für Tin Pan Alley in der Kategorie Score. Bedeutende spätere Sieger dieser Aufteilung waren Bernard Herrmann für Der Teufel und Daniel Webster (1942), Max Steiner für Reise aus der Vergangenheit (1943), Miklós Rózsa für Ich kämpfe um dich (1946), Hugo Friedhofer für Die besten Jahre unseres Lebens (1947), Brian Easdale für Die roten Schuhe (1949) und Aaron Copland für Die Erbin (1950).

Bei den Musical-Auszeichnungen gewannen unter anderem Frank Churchill und Oliver Wallace für Dumbo (1942), Ray Heindorf und Heinz Roemheld für Yankee Doodle Dandy (1943), George E. Stoll für Urlaub in Hollywood (1946), Alfred Newman für Es begann in Schneiders Opernhaus (Mother Wore Tights) (1948), Johnny Green und Roger Edens für Osterspaziergang (1949) sowie Roger Edens und Lennie Hayton für Heut’ gehn wir bummeln (On the Town) (1950).

Entwicklung seit den 1950er-Jahren

Auch in den 1950er-Jahren bestanden Kategorien für Drama/Komödie und Musical. Franz Waxman gewann für Boulevard der Dämmerung (1951) und Ein Platz an der Sonne (1952), Dimitri Tiomkin für Zwölf Uhr mittags (1953), Es wird immer wieder Tag (1955) und Der alte Mann und das Meer (1959). Weitere Sieger waren Bronislau Kaper für Lili (1954), Alfred Newman für Alle Herrlichkeit auf Erden (1956), Victor Young für In 80 Tagen um die Welt (1957), Malcolm Arnold für Die Brücke am Kwai (1958) und Miklós Rózsa für Ben Hur (1960).

Unter den ausgezeichneten Musicalmusiken stehen Ein Amerikaner in Paris von Johnny Green und Saul Chaplin (1952), Mit einem Lied im Herzen von Alfred Newman (1953), Eine Braut für sieben Brüder von Adolph Deutsch und Saul Chaplin (1955), Oklahoma! von Robert Russell Bennett, Jay Blackton und Adolph Deutsch (1956), Der König und ich von Alfred Newman und Ken Darby (1957), Gigi von André Previn (1959) sowie Porgy und Bess von André Previn und Ken Darby (1960).

Beispiele bedeutender Auszeichnungen von 1961 bis 2000

In den 1960er-Jahren lauteten die Kategorien teils Score – Substantially Original und Scoring of Music, Adaptation or Treatment. Ausgezeichnet wurden etwa Henry Mancini für Frühstück bei Tiffany (1962), Maurice Jarre für Lawrence von Arabien (1963) und Doktor Schiwago (1966), Richard M. Sherman und Robert B. Sherman für Mary Poppins (1965), John Barry für Frei geboren – Königin der Wildnis (1967) sowie John Barry für Der Löwe im Winter (1969). West Side Story gewann 1962 als Musicalmusik durch Saul Chaplin, Johnny Green, Sid Ramin und Irwin Kostal.

In den 1970er-Jahren gewannen beispielsweise Francis Lai für Love Story (1971), Michel Legrand für Sommer ’42 (1972), Nino Rota und Carmine Coppola für Der Pate – Teil II (1975), John Williams für Der weiße Hai (1976) und Krieg der Sterne (1978), Jerry Goldsmith für Das Omen (1977) sowie Giorgio Moroder für 12 Uhr nachts – Midnight Express (1979). Als Musik für Musical- oder Songfilme wurden unter anderem The Beatles für Let It Be (1971), John Williams für Anatevka (1972), Ralph Burns für Cabaret (1973) und Jonathan Tunick für Das Lächeln einer Sommernacht (1978) geehrt.

Von 1981 bis 2000 sind unter den Gewinnern Vangelis für Die Stunde des Siegers (1982), John Williams für E.T. – Der Außerirdische (1983) und Schindlers Liste (1994), Maurice Jarre für Reise nach Indien (1985), John Barry für Jenseits von Afrika (1986) und Der mit dem Wolf tanzt (1991), Alan Menken für Arielle, die Meerjungfrau (1990), Die Schöne und das Biest (1992) und Aladdin (1993), Hans Zimmer für Der König der Löwen (1995), James Horner für Titanic (1998) sowie John Corigliano für Die rote Violine (2000).

Auszeichnungen seit 2001 und Rekorde

Seit 2001 gewannen unter anderem Tan Dun für Tiger and Dragon, Howard Shore für Der Herr der Ringe: Die Gefährten (2002) und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (2004), Gustavo Santaolalla für Brokeback Mountain (2006) und Babel (2007), A. R. Rahman für Slumdog Millionär (2009), Michael Giacchino für Oben (2010), Trent Reznor und Atticus Ross für The Social Network (2011), Ennio Morricone für The Hateful Eight (2016), Justin Hurwitz für La La Land (2017), Alexandre Desplat für Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (2018), Ludwig Göransson für Black Panther (2019), Hildur Guðnadóttir für Joker (2020), Hans Zimmer für Dune (2022), Volker Bertelmann für Im Westen nichts Neues (2023), Ludwig Göransson für Oppenheimer (2024) und Daniel Blumberg für Der Brutalist (2025). Für 2026 ist Ludwig Göransson mit Blood & Sinners aufgeführt.

Nur vier Frauen gewannen den Preis für die beste Filmmusik: Marilyn Bergman für Yentl gemeinsam mit Michel Legrand und Alan Bergman, Rachel Portman für Emma, Anne Dudley für Ganz oder gar nicht sowie Hildur Guðnadóttir für Joker.

Alfred Newman ist mit 9 Siegen der am häufigsten honorierte Komponist. John Williams ist mit 54 Nominierungen der am häufigsten nominierte Komponist. Alex North und Thomas Newman sind mit jeweils 14 Nominierungen die am häufigsten nominierten Komponisten ohne Sieg.

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