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Sebastian Schlüsselburg
Sebastian Schlüsselburg (* 7. Februar 1983 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (seit 2025 SPD, bis 2024 Die Linke). Er ist seit 2016 Mitglied des …
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Überblick
Sebastian Schlüsselburg (* 7. Februar 1983 in Berlin) ist ein deutscher Politiker. Er gehörte bis 2024 Die Linke an und ist seit Januar 2025 Mitglied der SPD. Seit 2016 ist er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Dort gewann er mehrfach ein Direktmandat im Wahlkreis Lichtenberg 4, also ein Mandat durch die meisten Erststimmen im Wahlkreis.
Herkunft und Bildung
Schlüsselburg wuchs zunächst in West-Berlin auf. Nach der Trennung seiner Eltern zog er mit seiner Mutter nach Bad Segeberg und kehrte 1997 nach Berlin zurück. Nach dem Realschulabschluss besuchte er von 2000 bis 2002 die Oberstufe der Berliner Sophie-Charlotte-Oberschule. Anschließend zog er nach Frankfurt am Main und legte 2004 an der Helmholtzschule das Abitur ab.
Ebenfalls 2004 begann er an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium der Rechtswissenschaften. 2015 bestand er die Erste Juristische Prüfung und erhielt den akademischen Grad Diplom-Jurist. Er ist Vater einer Tochter.
Frühes politisches Engagement
Sein politisches Engagement begann in der Schülervertretung. Von 2000 bis 2002 gehörte Schlüsselburg dem Landesvorstand der Landesschülervertretung Berlin an. In dieser Zeit gab es Diskussionen über eine grundlegende Novellierung des Schulgesetzes sowie den Berliner Bankenskandal. Die Koalition aus SPD und CDU zerbrach daran; es kam zu vorgezogenen Neuwahlen. Auf Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen war Schlüsselburg einer von sechs Trägern eines Volksbegehrens zur Auflösung des Abgeordnetenhauses. Er setzte sich für mehr Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern und für die rechtliche Anerkennung der Landesschülervertretung ein.
Parallel war er von 2001 bis 2002 Mitglied des Bundesvorstandes der Bundesschülervertretung (BSV). Er begleitete die Debatte über die Ergebnisse der ersten PISA-Studie und setzte sich für ein integratives Schulsystem nach skandinavischem Vorbild sowie gegen das Sitzenbleiben ein. Außerdem engagierte er sich im Namen der BSV in der Friedensbewegung im Zusammenhang mit dem Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan.
2002 trat er dem parteiunabhängigen Jugendverband JungdemokratInnen/Junge Linke bei. Dort übernahm er bis 2005 verschiedene Funktionen, darunter den stellvertretenden Bundesvorsitz. Seit 2004 ist er Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Arbeit für Die Linke und politische Positionen
2005 wurde Schlüsselburg Mitglied der Partei des demokratischen Sozialismus (PDS). Im selben Jahr absolvierte er ein Praktikum bei der PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Gemeinsam mit Carola Bluhm und anderen entwickelte er ein Konzept zur Einführung der Gemeinschaftsschule. Nach den Wahlen gehörte er außerdem der Verhandlungsgruppe für Bildungspolitik der zweiten rot-roten Koalition an.
Von 2006 bis 2011 arbeitete er als studentischer Mitarbeiter der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus: zunächst im Fachbereich Bildung, zuletzt im Fachbereich Haushalt und Finanzen. Ab 2012 war er erst studentischer, später wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch. Von 2007 bis 2010 war er Mitglied des Landesvorstandes der Linken in Berlin. 2012 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Lichtenberg; 2013 leitete er dort den Bundestagswahlkampf zur Wiederwahl von Gesine Lötzsch.
Schlüsselburg ist gegen den Weiterbau der A100 von Treptow nach Lichtenberg und versucht, diesen gemeinsam mit dem Aktionsbündnis A100 stoppen zu verhindern.
Mandate und Parteiwechsel
Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September 2016 gewann Schlüsselburg als Direktkandidat im Wahlkreis Lichtenberg 4 mit 32,8 Prozent der Erststimmen. Dies war landesweit das beste Erststimmenergebnis für Die Linke. In deren Fraktion war er Sprecher für Rechtspolitik und Datenschutz. Er arbeitete in den Ausschüssen für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Geschäftsordnung, Verbraucherschutz, Antidiskriminierung sowie Verfassungsschutz und Wissenschaft/Forschung. 2017 wurde er zudem Mitglied des Richterwahlausschusses.
Bei der Abgeordnetenhauswahl 2021 und der Wiederholungswahl 2023 gewann er jeweils erneut das Direktmandat in Lichtenberg 4. Am 23. Oktober 2024 trat er gemeinsam mit Elke Breitenbach, Carsten Schatz, Klaus Lederer und Sebastian Scheel aus Die Linke aus. Nach ihrer gemeinsamen Erklärung fehlten der Partei eine klare Positionierung zum Antisemitismus und zur Solidarität mit der Ukraine. Im Januar 2025 trat Schlüsselburg der SPD bei. Zusammen mit Michael Grunst, der ebenfalls übertrat, warf er der Linken vor, komplexe Themen zu vereinfachen. Beide erhofften sich von der SPD, die „Führungspartei des progressiven Lagers [zu] werden.“