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Schwarzer Freitag

Schwarzer Freitag ist die Bezeichnung eines Freitags, der wegen eines an diesem Tag vorgefallenen Unglücks als besonders denkwürdig erachtet wird.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Finanzkrisen im 18. und 19. Jahrhundert
  3. 3. Börsenkrachs in Wien, Berlin und New York
  4. 4. Katastrophen und politische Gewalt
  5. 5. Arbeitskämpfe

Grundbedeutung

Ein Schwarzer Freitag ist ein Freitag, der wegen eines an diesem Tag geschehenen Unglücks als besonders denkwürdig gilt. Der Ausdruck wird für schwere Krisen im Finanzwesen, für politische Gewalt, Katastrophen, Streiks und andere Unglückstage verwendet. Er kann sich auf Ereignisse mit internationaler Bedeutung beziehen, aber auch auf regionale, betriebliche, sportliche, politische oder private Zusammenhänge.

Die Bezeichnung hat eine ältere sprachliche Tradition: Schon in der römischen Antike wurde ein Unglückstag als dies ater, also „Schwarzer Tag“, bezeichnet. Später wurde diese Art der Benennung auch mit Wochentagen verbunden. Der Freitag galt in christlicher Tradition und im daran anknüpfenden Aberglauben als besonderer Unglückstag, weil Passion und Kreuzigung Christi an einem Freitag, dem Karfreitag, stattgefunden hatten.

Finanzkrisen im 18. und 19. Jahrhundert

Historisch lässt sich die Bezeichnung Schwarzer Freitag für bedeutsame Unglückstage bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Der erste wirtschaftliche Schwarze Freitag, der von Zeitgenossen so genannt wurde, war der 6. Dezember 1745 in London. An diesem Tag erreichte die Nachricht die Stadt, dass der Kronprätendent Charles Edward Stuart nach seiner Landung in Schottland bis Derby vorgedrungen war. Aus Angst vor einer französischen Invasion und einer Rückkehr der Stuarts kam es in London vorübergehend zu einem Zusammenbruch des Bankwesens und Wirtschaftslebens.

Ein weiterer wichtiger Fall war der 11. Mai 1866 in London. Der Bankrott der Diskontbank Overend, Gurney and Co. Ltd. löste Panik in der Londoner City und eine Krise des britischen Finanzwesens aus. Die Londoner Times beschrieb diesen Freitag am nächsten Tag als Unglückstag, der lange als Schwarzer Freitag in Erinnerung bleiben werde. Durch die Internationalisierung der Geldmärkte und des Pressewesens verbreitete sich die Bezeichnung im 19. Jahrhundert auch in anderen Ländern.

Weltweit bekannt wurde der Ausdruck außerdem durch die amerikanische Finanzkrise vom 24. September 1869. Sie entstand durch Goldspekulationen der Unternehmer Jay Gould und James Fisk sowie durch Gegenmaßnahmen der Regierung der Vereinigten Staaten.

Börsenkrachs in Wien, Berlin und New York

Im deutschsprachigen Raum wurden besonders zwei Börsenereignisse als Schwarze Freitage bezeichnet: der Wiener Börsenkrach vom 9. Mai 1873, auch Gründerkrach genannt, und der Kurssturz an der Berliner Börse vom 13. Mai 1927. Beim Berliner Ereignis brach der Aktienindex des Statistischen Reichsamtes um 31,9 Prozent ein.

Besonders bekannt ist der Zusammenbruch der New Yorker Börse 1929, der die Weltwirtschaftskrise auslöste. In Europa gilt dabei der 25. Oktober 1929 als Schwarzer Freitag, weil wegen der Zeitverschiebung die Ereignisse des amerikanischen „Schwarzen Donnerstags“ hier bereits nach Mitternacht wahrgenommen wurden. Genau genommen war der 25. Oktober aber kein Tag besonders großer Kursverluste: Am 23. Oktober fiel der Dow Jones Industrial Average von 326,51 auf 305,85. Am 24. Oktober, dem Black Thursday, sank er um weitere 6,38 Punkte auf 299,47. Am Freitag stieg der Index sogar wieder um 1,75 Punkte. Die größten Verluste folgten am Montag, als er von 298,97 auf 260,64 fiel, und am „Schwarzen Dienstag“ oder „Tragic Tuesday“, als er weiter auf 230,07 sank.

Katastrophen und politische Gewalt

Der Ausdruck Schwarzer Freitag wurde auch für nichtwirtschaftliche Unglückstage verwendet. In der Geschichte der schottischen Fischerei gilt der 14. Oktober 1881 als Schwarzer Freitag: Beim Unglück von Eyemouth starben durch eine Sturmkatastrophe insgesamt 189 Fischer.

Am 18. November 1910 bezeichnete Schwarzer Freitag einen Tiefpunkt der Frauenwahlrechtsbewegung in London. Etwa 300 Suffragetten unter Leitung von Emmeline Pankhurst wollten zum Palace of Westminster ziehen, um einen Entwurf für ein reformiertes Wahlrechtsgesetz mit Frauenwahlrecht zu diskutieren. Am Parliament Square wurden sie von Polizisten und Gegnern des Frauenwahlrechts angegriffen. Viele Frauen wurden schwer verletzt, über 100 Frauenwahlrechtskämpferinnen wurden im Holloway-Gefängnis inhaftiert, und mehrere Frauen starben später an den Folgen ihrer Verletzungen. Vier Tage danach verkündete Premierminister Herbert Henry Asquith die Ablehnung des Antrags zu einem reformierten Wahlrecht.

Am 8. September 1978 kam es auf dem Jaleh-Platz in Teheran zu einem Schusswechsel zwischen Armee und Demonstranten gegen die Regierung von Schah Mohammad Reza Pahlavi. Am Ende waren 64 Tote zu beklagen. Seitdem wird dieser Tag im Iran als Schwarzer Freitag bezeichnet. Auch im Zusammenhang mit den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Frankreich verwendeten Medien den Begriff Schwarzer Freitag.

Arbeitskämpfe

Ein weiteres Beispiel ist der Generalstreik in Brisbane in Queensland, Australien. Am 18. Januar 1912 verbot die Leitung des Straßenbauunternehmens Australian Tramway Employees Association ihren Mitarbeitern, Abzeichen der Straßenbahner-Gewerkschaft zu tragen. Daraufhin riefen diese noch am selben Tag zum Generalstreik auf.

Das Streikkomitee wollte am 2. Februar 1912 einen weiteren Marsch in Brisbane veranstalten. Polizeikommissar William Geoffrey Cahill lehnte dies ab. Gegen die Ablehnung demonstrierten rund 15.000 Streikende auf dem Market Square. Unter Cahills Führung ging die teils berittene Polizei mit Knüppeln und Bajonetten gegen Gewerkschafter und Unterstützer vor, darunter etwa 600 Frauen, viele von ihnen Suffragetten, sowie Kinder. Der Tag ging zunächst als Knüppel-Freitag, später als Schwarzer Freitag in die Geschichte ein.

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