Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Wochentag
Namen von Tagen in der Sieben-Tage-Woche ; cy, Llun, Mawrth ; la, dies lunae (Tag des Mondes), dies martis (Tag des Mars) ; lb, Méindeg, Dënsdeg ; it, lunedì …
Inhalt6 Abschnitte
Grundbegriff und Bedeutung
Ein Wochentag ist ein Tag der Woche, der in wiederkehrender Benennung und gleichbleibender Reihenfolge im ganzen Jahr des bürgerlichen Kalenders vorkommt. Im deutschen Sprachraum sind das Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag beziehungsweise Sonnabend und Sonntag.
Wochentage ordnen den Alltag: Arbeit, Schule, Einkaufen, Verkehr, Medien, Kirchenbesuch und viele Termine folgen oft einem Wochenrhythmus. Deshalb hilft die Angabe eines Wochentags zu einem Datum dabei, Termine besser einzuprägen. Umgekehrt kann es bei längeren Urlauben, Aufenthalten in den Bergen oder im Gefängnis, Arbeitslosigkeit oder Corona-Lockdowns schwerer werden, sich spontan an den aktuellen Wochentag zu erinnern. Das wird als Wochentagsamnesie bezeichnet. Feiertage, die oft an festen Kalenderdaten liegen, können einzelne Wochen zusätzlich strukturieren, weil sie die Reihe der Werktage unterbrechen.
Ursprung der Benennung
Die sieben Tage der babylonischen Woche wurden nach den mit bloßem Auge sichtbaren Wandelgestirnen benannt. Wandelgestirne sind Himmelskörper, die sich aus geozentrischer Sicht, also von der Erde aus betrachtet, gegenüber den Fixsternen bewegen. Gemeint waren Sonne, Mond und die fünf Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Zur Zeit der Benennung wurden sie selbst als Götter angesehen.
Die Zuordnung der Wochentage zu diesen Wandelgestirnen geht auf die ägyptische Astronomie zurück. Zuerst wurden die Gestirne nach ihrer siderischen Umlaufzeit in absteigender Reihenfolge geordnet: Saturn ♄ mit ca. 29,4 a, Jupiter ♃ mit ca. 11,9 a, Mars ♂ mit ca. 1,83 a, Sonne ☉ mit 1,0 a, Venus ♀ mit ca. 224,7 d, Merkur ☿ mit ca. 88,0 d und Mond ☽ mit ca. 27,3 d. Diese Reihenfolge entsprach auch der angenommenen abnehmenden Entfernung zur Erde.
Dann wurden die sieben Wandelgestirne in derselben Reihenfolge abwechselnd den 24 Stunden eines Tages zugeordnet. Weil 24 Stunden gleich 3×7+3 sind, ergibt sich nach jedem Tag ein Versatz um drei Planeten. Benannt wird der Wochentag nach dem Gestirn der ersten Stunde des Tages. So folgt auf Saturn die Sonne, dann der Mond und so weiter. Das Heptagramm, ein Sternpolygon mit sieben Seiten, kann diese Zuordnung darstellen: Von einer Ecke zieht man jeweils eine Linie zur drittnächsten Ecke und kommt nach sieben Linien wieder am Ausgangspunkt an. Dieses Muster heißt {7/3}-Sternpolygon.
Nach Cassius Dio war die siebentägige Woche im Römischen Reich spätestens ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. üblich. Im März 321 führte Kaiser Konstantin per Dekret den Sonntag als wöchentlichen Ruhetag ein. Er verfügte, dass alle beruflichen Tätigkeiten außer landwirtschaftlicher Arbeit am venerabili die solis, dem ehrwürdigen Tag der Sonne, ruhen sollten. Das war zugleich eine Widmung an Sol invictus, die unbesiegte Sonne, und ein Zugeständnis an das aufstrebende Christentum.
Deutsche Namen
Die deutschen Wochentagsnamen gehen auf germanische Bezeichnungen zurück. Sie sind Lehnübersetzungen aus dem Lateinischen: Für römische Götter wurden ungefähr entsprechende germanische Gottheiten eingesetzt, etwa Wodan für Mercurius und Donar für Jupiter. Die lateinischen Bezeichnungen gehen wiederum auf babylonische Götternamen zurück.
Montag bedeutet Tag des Mondes, althochdeutsch Mân(i)tag. Dienstag geht auf Tiu, Tyr oder Ziu zurück und hieß althochdeutsch Zîwestag. Mittwoch hieß althochdeutsch Mittiwëhha; eigentlich wäre nach dem Muster der anderen Namen ein Bezug auf Wodan zu erwarten, wie im englischen Wednesday. Donnerstag ist der Tag des Donar, Thor oder Thunar und hieß althochdeutsch Thonarestag. Freitag ist der Tag der Frija, Frigg oder Frigga, althochdeutsch Frî(j)atag. Samstag beziehungsweise Sonnabend steht einerseits mit Saturn, andererseits mit dem Sabbat als Ruhetag in Verbindung; althochdeutsch ist Sambaȥtag belegt. Sonntag ist der Tag der Sonne, althochdeutsch Sunnûntag.
Bei der Christianisierung des althochdeutschen Sprachraums versuchten Missionare, Wochentagsnamen ohne Erinnerung an heidnische römische oder germanische Götter durchzusetzen. Das gelang im deutschen Sprachraum vor allem bei Mittwoch und Samstag. Mittwoch benennt neutral die Mitte der Woche. Für den Tag vor Sonntag wurden im Deutschen vor allem Sonnabend und Samstag wichtig. Sonnabend ist besonders in Nordostdeutschland gebräuchlich und bezeichnet den ganzen Tag vor dem Sonntag, ähnlich wie Heiligabend dort den ganzen Tag vor dem ersten Weihnachtstag bedeuten kann. Samstag entwickelte sich sprachgeschichtlich aus der Bezeichnung für den Sabbat und verbreitete sich über Griechenland, die Donau aufwärts, den romanischen Sprachraum sowie die deutschen Bistümer Mainz und Trier; diese Bezeichnung breitet sich weiter nach Norden aus und verdrängt offenbar allmählich den Sonnabend.
In manchen Dialekten hängt der Dienstag mit dem griechischen Kriegsgott Ares zusammen; aus Arestag werden je nach Gegend Formen wie Ertag oder Irta. Beim Donnerstag erklärt sich mancherorts ein Name wie Pfinsda daraus, dass der Donnerstag früher als fünfter Tag der Woche galt.
Namen in anderen Sprachen
Die Namen der Wochentage zeigen in verschiedenen Sprachen unterschiedliche Systeme. Viele europäische Sprachen bewahren Namen, die auf Mond, Planeten oder Gottheiten zurückgehen. Im Lateinischen heißen die Tage zum Beispiel dies lunae, dies martis, dies mercurii, dies iovis, dies veneris, dies saturni und dies solis: Tag des Mondes, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn und der Sonne. In romanischen Sprachen wie Italienisch, Französisch oder Spanisch erkennt man dieses Muster teilweise wieder, etwa lunedì, lundi oder lunes für Montag.
Andere Sprachen zählen die Tage. Im Portugiesischen werden die Wochentage außer Samstag und Sonntag durchgezählt: Montag heißt segunda-feira, also „zweiter Tag“, Freitag sexta-feira, also „sechster Tag“. Dadurch wird der Samstag, der Sabbat, als siebter Wochentag gerechnet. Ähnlich wird es in Japan gezählt. In China werden die Tage von Montag (1) bis Samstag (6) durchgezählt und entsprechend benannt; der Sonntag heißt jedoch nicht „Tag sieben“, sondern wie im Deutschen Sonntag oder auch „Himmelstag“.
Auch religiöse Bezüge kommen vor. In mehreren Sprachen sind Namen für Samstag mit Sabbat verbunden, etwa französisch samedi, italienisch sabato, russisch Суббота und hebräisch שבת, Schabat. Der Sonntag kann als „Tag des Herrn“ erscheinen, etwa französisch dimanche von dies dominica oder griechisch Κυριακή, kiriakí. In der türkischen Benennung ist Freitag Cuma, also der arabische „Tag der Moschee-Versammlung“, und Samstag Cumartesi, der Tag nach Dschumaa.
Zählung und Wochenordnung
Die Zählung der Wochentage ist nicht überall gleich. Bis Ende 1975 war in der Bundesrepublik Deutschland der Sonntag der erste Wochentag nach mittelalterlicher Wochentagszählung. Danach wurde diese Regelung durch die inzwischen nicht mehr gültige DIN 1355-1 abgelöst, die den Montag zum ersten Wochentag machte. In der DDR trat eine vergleichbare Änderung bereits 1969 in Kraft.
Heute bestimmt auch die gültige ISO 8601 den Montag als ersten Tag der Woche. Seit 1978 ist außerdem auf Beschluss der UNO der Montag international der erste Tag der Woche; Samstag und Sonntag werden zusammen zum Wochenende gerechnet. Dennoch ist der Sonntag in England, Nordamerika und vielen anderen Teilen der Welt weiterhin der erste Wochentag, entsprechend der jüdischen und christlichen Zählung.
In Deutschland gelten Montag bis Samstag als Werktage. Der Sonntag ist ein besonders geschützter Ruhetag.
Symbole und Berechnung
Seit dem Mittelalter wurden die in Astronomie und Astrologie üblichen Planetensymbole auch für Wochentage verwendet. In Kirchenbüchern findet man solche Symbole für Werktage bis ins 18. Jahrhundert. Für den Sonntag wurde dort allerdings nicht das Sonnensymbol benutzt, sondern „Dom.“ oder „dies dominica“. Die Planetennamen entsprechen dabei den römischen Wochentagen: Mond für Montag, Mars für Dienstag, Merkur für Mittwoch, Jupiter für Donnerstag, Venus für Freitag, Saturn für Samstag und Sonne für Sonntag.
Für die Berechnung des Wochentags zu einem bestimmten Datum gibt es verschiedene Verfahren. Genannt werden die Doomsdaymethode, die Gaußsche Wochentagsformel, der Sonntagsbuchstabe, die allgemeine Wochentagsberechnung und Zellers Kongruenz. Diese Methoden dienen dazu, aus einem gegebenen Datum den passenden Wochentag zu bestimmen.