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Dow Jones Industrial Average

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) – in Europa auch kurz Dow-Jones-Index genannt – ist einer von mehreren Aktienindizes, die von den Gründern des Wall …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Varianten
  2. 2. Berechnung und Grenzen der Aussagekraft
  3. 3. Entstehung und wichtige historische Einschnitte
  4. 4. Entwicklung seit 2000, Handelspausen und Kennzahlen
  5. 5. Zusammensetzung und andere US-Indizes

Bedeutung und Varianten

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA), in Europa oft Dow-Jones-Index genannt, ist ein US-amerikanischer Aktienindex. Er wurde 1884 von Charles Dow und Edward Jones, den Gründern des Wall Street Journal und von Dow Jones, geschaffen, um die Entwicklung des US-Aktienmarkts zu messen. Der an der New York Stock Exchange (NYSE) und Nasdaq gehandelte Index umfasst heute 30 große US-Unternehmen. Nach dem Dow Jones Transportation Average ist er der älteste noch bestehende Aktienindex der USA und gilt trotz Kritik als wichtigster Aktienindex mit weltweitem Einfluss.

Die in Medien übliche klassische Version ist ein Kursindex: Sie berücksichtigt nur Aktienkurse, nicht aber Dividenden, Bezugsrechtserlöse oder Sonderzahlungen. Der Dow Jones Industrial Average Total Return Index (DJITR) ist dagegen ein Performanceindex. Er rechnet Dividenden mit ein, als würden sie reinvestiert, und begann am 30. September 1987 bei 2.639,20 Punkten. Der Dow Jones Industrial Average Net Total Return Index enthält Kurse plus Nettobardividende; diese ist die Dividende nach Abzug von 30 Prozent Quellensteuer.

Berechnung und Grenzen der Aussagekraft

Der DJIA ist preisgewichtet. Sein Stand ergibt sich aus der Summe der Kurse p aller enthaltenen Aktien geteilt durch den Dow-Divisor d: DJIA = Σp / d. Deshalb beeinflusst eine Aktie mit hohem Einzelkurs den Index stärker als eine Aktie mit niedrigem Kurs. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens und die Zahl seiner frei handelbaren Aktien (Streubesitz) spielen keine Rolle.

Der Herausgeber S&P Dow Jones Indices entscheidet ohne feste Regeln über Aufnahmen und Ausschlüsse. Während der NYSE-Handelszeit von 9:30 bis 16:00 Uhr Ortszeit, entsprechend 15:30 bis 22:00 Uhr MEZ, wird der Wert jede Sekunde aktualisiert. Der Divisor wird bei Änderungen der Zusammensetzung und bei Kapitalmaßnahmen wie Aktiensplits, Zusammenlegungen, Übernahmen oder Ausgliederungen angepasst. So sollen diese Maßnahmen allein den Indexwert nicht verändern. Die Formel lautet: d_neu = d_alt × (ΣC_neu / ΣC_alt), wobei C_alt die Schlusskurse vor und C_neu die für denselben Handelstag mit umgesetzter Maßnahme sind. Seit 4. November 2021 beträgt der Divisor 0,15172752595384; eine gemeinsame Kursbewegung der Indexaktien um 1 US-Dollar entspricht damit 6,5908 Punkten.

Kritisiert wird, dass die Eröffnungskurse der 30 Aktien nicht gleichzeitig verfügbar sind; teils wird deshalb noch der Schlusskurs des Vortags verwendet. Außerdem überbetont die Preisgewichtung hohe Aktienkurse. Weil Dividenden fehlen, eignet sich der DJIA nicht zur langfristigen Bewertung der gesamten Anlageperformance, wohl aber zur langfristigen Betrachtung der Kursentwicklung seiner Aktien. Seine Zusammensetzung folgt auch historischen Erwägungen, nicht vor allem dem Börsenwert. Daher enthält er vergleichsweise viele traditionsreiche Unternehmen und schwankt laut Artikel weniger stark als etwa DAX oder EuroStoxx 50.

Entstehung und wichtige historische Einschnitte

Vorläufer war der Dow Jones Railroad Average, den Charles Dow am 3. Juli 1884 erstmals veröffentlichte. Er enthielt zunächst elf Werte, überwiegend Eisenbahngesellschaften. Der eigentliche Dow Jones Industrial Average erschien am 26. Mai 1896 erstmals im Wall Street Journal, bestand aus zwölf Aktien und startete bei 40,94 Punkten. Charles Dow bildete dafür das arithmetische Mittel der Aktienkurse. Am 1. Oktober 1928 wurde die Zahl der Werte auf 30 erhöht und der Divisor eingeführt.

Prägende Krisen zeigen, dass ein Aktienindex stark fallen kann: Nach dem Höchststand von 381,17 Punkten am 3. September 1929 fiel der DJIA im Bärenmarkt der Weltwirtschaftskrise bis 8. Juli 1932 auf 41,22 Punkte, ein Minus von 89,19 Prozent. Den Stand von 1929 übertraf er auf Schlusskursbasis erst am 23. November 1954 wieder. Der größte tatsächliche prozentuale Tagesverlust war am 19. Oktober 1987, dem Schwarzen Montag: −22,61 Prozent auf 1.738,74 Punkte. Die oft genannte Angabe von −24,39 Prozent am 12. Dezember 1914 beruht dagegen auf einer Neuberechnung nach einer geänderten Indexzusammensetzung, nicht auf einem realen Kurssturz.

Meilensteine waren ein Schlusskurs über 1.000 Punkten am 14. November 1972, über 10.000 Punkten am 29. März 1999 und das damalige Rekordhoch von 11.722,98 Punkten am 14. Januar 2000. In der Finanzkrise sank der Index vom Hoch am 9. Oktober 2007 mit 14.164,53 Punkten bis zum 9. März 2009 auf 6.547,05 Punkte, also um 53,8 Prozent.

Entwicklung seit 2000, Handelspausen und Kennzahlen

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase erreichte der DJIA am 9. Oktober 2002 7.286,27 Punkte; das waren 37,9 Prozent weniger als am Hoch vom 14. Januar 2000. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 blieb die NYSE vier Handelstage geschlossen; am 17. September fiel der Index bei Wiedereröffnung um 7,13 Prozent. Während der COVID-19-Pandemie ging er ab dem Hoch vom 12. Februar 2020 von 29.551,42 Punkten innerhalb von vier Wochen um mehr als 20 Prozent zurück. Der stärkste Gewinn an einem Tag war am 15. März 1933 mit +15,34 Prozent, die beste Woche endete am 6. August 1932 mit +22,67 Prozent und der beste Monat war April 1933 mit +40,18 Prozent. Die schlechteste Woche endete am 10. Oktober 2008 mit −18,15 Prozent, der schlechteste Monat war September 1931 mit −30,70 Prozent. Das beste Jahr war 1915 mit +81,66 Prozent, das schlechteste 1931 mit −52,67 Prozent.

Bei außergewöhnlicher Volatilität konnte die SEC nach der Rule 80B den Handel aussetzen; am 27. Oktober 1997 geschah dies nach einem Minus von 554,26 Punkten erstmals. Seit 2011 richtet sich die Handelsaussetzung jedoch nach dem breiter gefassten S&P 500, nicht mehr nach dem Dow Jones.

Auf Schlusskursbasis lag das Allzeithoch am 5. August 2026 bei 54.349,12 Punkten, im Handelsverlauf bei 54.744,33 Punkten. Der Index schloss am 6. Februar 2026 erstmals über 50.000 Punkten. Für langfristige Vergleiche ist der DJITR geeigneter als der Kursindex: Von 31. Dezember 1987 bis 31. Dezember 2012 stieg er von 1.956,03 auf 24.987,40 Punkte, also um 1.177,5 Prozent; die durchschnittliche Jahresrendite betrug 10,7 Prozent.

Zusammensetzung und andere US-Indizes

Die 30 Mitglieder stammen aus unterschiedlichen Branchen. Stand 4. November 2025 waren dies Goldman Sachs, Caterpillar, Microsoft, Home Depot, American Express, Sherwin-Williams, Visa, Amgen, UnitedHealth, JPMorgan Chase, McDonald’s, IBM, Travelers, Apple, Salesforce, Amazon, Honeywell International, Johnson & Johnson, Boeing, Nvidia, 3M, Chevron, Procter & Gamble, Disney, Walmart, Merck & Co., Cisco, Coca-Cola, Nike und Verizon Communications.

Weil der Index preisgewichtet ist, richtet sich das Gewicht nicht nach der Unternehmensgröße. Am genannten Stichtag hatten Goldman Sachs 10,45 Prozent, Caterpillar 7,18 Prozent und Microsoft 6,53 Prozent Gewicht; Verizon Communications hatte 0,53 Prozent. General Electric war das letzte noch enthaltene Gründungsmitglied von 1896 und wurde am 26. Juni 2018 durch Walgreens Boots Alliance ersetzt. Am 31. August 2020 wurden nach dem 1:4-Aktiensplit von Apple Amgen, Salesforce und Honeywell International aufgenommen; ExxonMobil, Pfizer und Raytheon Technologies schieden aus.

Weitere wichtige US-Aktienindizes sind der NYSE Composite für alle NYSE-Unternehmen, der Nasdaq Composite für alle Nasdaq-Unternehmen, der Nasdaq-100 für die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen der Nasdaq, der S&P 500 für 500 große US-Aktiengesellschaften, der S&P 100, der Russell 2000 für 2.000 US-Nebenwerte und der Wilshire 5000 für alle US-Aktiengesellschaften.

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