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Schlacht an der Somme
Sie begann am 1. Juli 1916 im Rahmen einer britisch-französischen Großoffensive gegen die deutschen Stellungen. Sie wurde am 18. November desselben Jahres …
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Kern der Schlacht
Die Schlacht an der Somme war eine der größten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkriegs. Sie dauerte vom 1. Juli bis zum 18. November 1916 und fand an der Somme in Frankreich statt. Britische und französische Truppen griffen deutsche Stellungen an, konnten aber keine militärische Entscheidung erzwingen. Die Offensive wurde schließlich eingestellt; der Ausgang gilt als unentschieden.
Die Schlacht ist besonders wichtig, weil sie mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten die verlustreichste Schlacht der Westfront im Ersten Weltkrieg war. Auf alliierter Seite standen etwa 104 Divisionen mit 2,5 Millionen Soldaten, auf deutscher Seite etwa 50 Divisionen mit 1,2 Millionen Soldaten. Die wichtigsten Befehlshaber waren auf britischer Seite Douglas Haig, Henry Rawlinson und Hubert Gough, auf französischer Seite Ferdinand Foch und Émile Fayolle, auf deutscher Seite unter anderem Erich von Falkenhayn, später Erich Ludendorff, Max von Gallwitz, Rupprecht von Bayern und Fritz von Below.
Planung und Vorbereitung
Auf der Konferenz von Chantilly im Dezember 1915 beschlossen die militärischen Führungen der Triple Entente und ihrer Verbündeten große Offensiven an der Westfront, Ostfront und italienischen Front. An der Westfront sollte der Angriff an der Somme stattfinden, am Berührungspunkt britischer und französischer Heeresgruppen. Ursprünglich hatte Douglas Haig lieber einen Angriff in Flandern geplant, stimmte aber Joseph Joffres Wunsch nach einem Angriff auf französischem Boden zu.
Die Lage änderte sich durch die Schlacht um Verdun, die im Februar 1916 begann. Frankreich war dort stark gebunden, daher sollten die Briten an der Somme stärker die Hauptlast tragen und zugleich die französische Armee entlasten. Haig verfolgte das Ziel, tief in die deutschen Stellungen einzubrechen und das deutsche Heer durch eine Abnutzungsschlacht materiell und personell zu erschöpfen. Viele britische Soldaten waren jedoch unerfahrene Freiwillige.
Vor dem Angriff verlegten die Briten mehrere Divisionen aus dem Mittelmeerraum und andere Verstärkungen nach Frankreich. Der Angriff wurde außerdem durch ein siebentägiges Trommelfeuer vorbereitet: Ab dem 24. Juni 1916 feuerten 1437 britische Geschütze etwa anderthalb Millionen Granaten auf die deutschen Linien. Ziel war, Schützengräben, Stacheldraht und Verteidiger so stark zu zerstören, dass die Infanterie das Niemandsland leicht überqueren könne. Zusätzlich wurden Giftgas und unterirdische Minen eingesetzt. Viele Granaten explodierten aber zu früh oder gar nicht, und deutsche Unterstände blieben in großer Zahl intakt. Der Angriff wurde wegen schlechten Wetters vom 29. Juni auf den 1. Juli verschoben. Recherchen von 2016 zeigten zudem, dass Ort und Datum der Offensive mehrere Wochen vorher an deutsche Verhörer verraten worden waren, sodass die deutsche Seite defensive Vorbereitungen treffen konnte.
Der erste Tag
Am 1. Juli 1916 griff die britische 4. Armee unter Henry Rawlinson östlich von Albert auf einer Breite von 26 Kilometern an. Der Angriff begann nach der Sprengung mehrerer Minen, darunter am Lochnagar-Krater bei La Boisselle und an der Hawthorn Ridge-Mine bei Beaumont-Hamel. Der Ort Maricourt bildete die Verbindung zu den französischen Truppen, die südlich und beiderseits der Somme angriffen.
Die britische Führung ging davon aus, dass das Artilleriefeuer die deutschen Stellungen zerstört habe. Deshalb rückte die Infanterie in dichten Reihen und im Marschtempo vor. Viele Soldaten trugen schweres Schanzwerkzeug, weil sie eroberte Gräben sofort ausbauen sollten. Doch viele Stacheldrahtverhaue und Unterstände waren erhalten geblieben. Als das britische Feuer endete, kamen deutsche Soldaten aus ihren tiefen Unterständen und setzten Maschinengewehre und Artillerie schnell wieder ein. Besonders vor Beaumont-Hamel und Thiepval erlitten das britische VIII. und X. Korps sehr hohe Verluste.
Von etwa 120.000 britischen Soldaten, die am ersten Tag angriffen, wurden etwa 20.000 getötet, fast 36.000 verwundet und etwa 2.100 vermisst. Allein in der ersten halben Stunde starben etwa 8.000 Soldaten. Einzelne Regimenter verloren in wenigen Stunden weit über die Hälfte ihrer Männer. Deshalb gilt der 1. Juli 1916 als „schwärzester Tag der britischen Militärgeschichte“. Als Ursachen für das Scheitern nennt der Artikel unter anderem das blinde Vertrauen in die Wirkung der Artillerie, mangelhafte Gefechtsaufklärung, starre Befehlsführung und die Erfahrung sowie flexible Auftragstaktik der deutschen Verteidiger.
Weiterer Verlauf bis September
Trotz der enormen Verluste ließ Haig die Offensive fortsetzen. Die Briten änderten ihre Strategie und setzten stärker auf begrenzte Überraschungsangriffe statt auf einen einzigen breiten Durchbruch. Auf deutscher Seite stiegen die Verluste ebenfalls, weil Falkenhayn die Aufgabe von Frontabschnitten unabhängig von ihrer strategischen Bedeutung untersagte und Gegenangriffe möglichst sofort erfolgen sollten.
Bis Mitte Juli gewannen die Alliierten nur wenige Kilometer. Orte und Waldstücke wie Mametz, Fricourt, Contalmaison, der Trones-Wald, Delville Wood und Longueval wurden in schweren Kämpfen angegriffen. Am 14. Juli gelang der britischen 4. Armee in der Schlacht von Bazentin Ridge ein tiefer Einbruch in deutsche Stellungen. Der Geländegewinn wurde jedoch mit hohen Verlusten bezahlt: Allein an diesem Tag verloren die Briten 9.194 Mann an Toten und Verwundeten.
Im französischen Abschnitt waren die Angriffe anfangs erfolgreicher. Am 1. und 2. Juli gelang es den Franzosen beiderseits der Somme, die erste deutsche Grabenstellung auf 8 Kilometer Breite zu nehmen. Südlich der Somme rückten sie in Richtung Péronne vor und erreichten bis zum 19. Juli die Linie Cléry – Biaches – Barleux. Auch hier blieb der entscheidende Durchbruch aber aus.
Bei Pozières kämpfte ab Mitte Juli das I. ANZAC-Korps. Die Australier nahmen Pozières in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli und eroberten Anfang August die Höhen östlich des Dorfes. Die Kämpfe um Pozières und Mouquet Farm kosteten die drei eingesetzten australischen Divisionen in sechs Wochen 23.000 Mann, darunter 6.800 Tote oder später an Wunden Gestorbene.
Am 29. August 1916 wurde Erich von Falkenhayn durch Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff abgelöst. Ludendorff ließ eine neue deutsche Abwehrtaktik entwickeln: Die vordersten Linien wurden nicht mehr durchgehend voll besetzt, sondern durch dünnere, flexiblere Linien aus Maschinengewehrnestern verteidigt. Dadurch sanken die deutschen Verluste, auch wenn diese Umstellung zu spät kam, um den Verlauf der Schlacht noch grundlegend zu ändern.
Panzer, letzte Angriffe und Ergebnis
Am 15. September 1916 setzten die Briten bei Flers-Courcelette erstmals in der Kriegsgeschichte Panzer ein. Von ursprünglich 49 Panzern blieben 17 schon auf dem Weg zur Front mit technischen Problemen liegen. Die übrigen Mark-I-Panzer lösten bei einigen deutschen Soldaten zunächst Panik aus, waren aber langsam, technisch unausgereift und im zerstörten Gelände anfällig. Sie halfen bei einzelnen Geländegewinnen, konnten aber keinen entscheidenden Durchbruch schaffen.
Ende September eroberten britische Truppen bei der Schlacht von Morval Combles und Morval und schoben die Front in Richtung Le Transloy vor. Gleichzeitig griffen britische Truppen erneut im Raum Thiepval an. Auch hier kam es zu schweren Kämpfen, aber nicht zum Durchbruch. Im Oktober folgte die Schlacht bei Le Transloy. Regenwetter ab dem 23. Oktober erschwerte alle weiteren Operationen. Die britische Schlussoffensive an der Ancre begann am 13. November. Beaumont-Hamel fiel am Nachmittag in britische Hand, und die Briten nahmen etwa 5000 Gefangene. Da auch hier nur begrenzte Geländegewinne erreicht wurden, ließ Haig die Schlacht Ende November 1916 auslaufen.
Das Ergebnis war militärisch begrenzt: Die deutsche Front wurde um mehrere Kilometer eingedrückt, doch die Alliierten konnten das eroberte Gebiet nicht als Grundlage für einen entscheidenden weiteren Angriff nutzen. Anfang 1917 zogen sich die deutschen Truppen bis vor Cambrai und St. Quentin in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück und verminten das aufgegebene Gebiet. Die Erfahrungen an der Somme trugen dazu bei, dass die deutsche Armee ihre vordersten Linien später schwächer besetzte und stärker auf Gegenangriffe durch Eingreiftruppen setzte.
Verluste und Erinnerung
Die Verluste waren außerordentlich hoch. Über 450.000 Soldaten des Britischen Empires und etwa 200.000 Franzosen wurden getötet oder verwundet. Für das British Commonwealth werden Gesamtverluste von etwa einer halben Million Soldaten genannt, darunter 419.654 für das britische Kontingent, 29.414 für das kanadische, 34.489 für das australische, 9.600 für das neuseeländische, 1.046 für das neufundländische, 4.239 für das südafrikanische, 162 für das indische Kontingent und 2.879 für die Royal Naval Division. Die französischen Verluste werden je nach Zählart mit 194.451 bis 205.000 angegeben. Die deutschen Verluste variieren in den Angaben; offiziell werden 335.688 genannt, der Sanitätsbericht kommt insgesamt auf etwa 465.000 Mann, darunter 57.982 Gefallene, 85.683 Vermisste, 273.132 Verwundete und etwa 48.000 nicht mehr Diensttaugliche.
An die Schlacht erinnern heute zahlreiche Denkmäler und Kriegsgräberstätten. Das 1932 eingeweihte Thiepval-Denkmal erinnert an britische Gefallene. In Albert dokumentiert das Museum Somme 1916 das Geschehen in den Schützengräben. Das Delville Wood South African National Memorial von 1926 erinnert an die südafrikanische Beteiligung, das Beaumont-Hamel Newfoundland Memorial von 1925 an die schweren Verluste des Royal Newfoundland Regiment am ersten Tag. Zum 100. Gedenktag fand am 1. Juli 2016 die zentrale deutsche Veranstaltung auf der Deutschen Kriegsgräberstätte Fricourt statt; britische und französische Gedenkfeiern fanden am Thiepval-Denkmal statt.