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François Hollande

François Gérard Georges Nicolas Hollande [[fʁɑ̃s'wa ɔl'ɑ̃d]] (* 12. August 1954 in Rouen, Seine-Maritime) ist ein französischer Politiker der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Ausbildung
  2. 2. Parteipolitischer Aufstieg
  3. 3. Kandidatur und Wahl 2012
  4. 4. Regierungszeit und politische Entscheidungen
  5. 5. Rückzug, Rückkehr und weitere Angaben

Profil und Ausbildung

François Gérard Georges Nicolas Hollande wurde am 12. August 1954 in Rouen im Département Seine-Maritime geboren. Er ist Politiker der französischen Sozialistischen Partei (PS) und war von Mai 2012 bis Mai 2017 Staatspräsident der Französischen Republik. Von 1997 bis 2008 führte er die PS als Parteivorsitzender.

Hollande besuchte das Lycée Pasteur in Neuilly-sur-Seine. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Paris II. Zusätzlich erwarb er Abschlüsse am Institut d’études politiques de Paris (SciencesPo), an der Handelshochschule École des hautes études commerciales (HEC) und an der École nationale d’administration (ENA). Nach dem Abschluss der ENA begann er 1980 seine berufliche Tätigkeit am Rechnungshof. An der ENA lernte er Ségolène Royal kennen, mit der er fast 30 Jahre in einer Beziehung lebte.

Parteipolitischer Aufstieg

Hollande trat 1979 der Sozialistischen Partei bei. Durch Jacques Attali wurde er Wirtschaftsberater von François Mitterrand und folgte Mitterrand nach dessen Wahlsieg 1981 als Berater in den Élysée-Palast. Seine erste Kandidatur für die Nationalversammlung 1981 gegen Jacques Chirac blieb erfolglos.

1983 wurde Hollande Gemeinderat von Ussel und Büroleiter der Pressesprecher des Kabinetts Mauroy. 1988 gewann er ein Abgeordnetenmandat im Département Corrèze. Im selben Jahr begann er, an der SciencesPo Ökonomie zu unterrichten; diese Tätigkeit dauerte bis 1991. 1989 wechselte er in den Gemeinderat von Tulle und wurde Beigeordneter des Bürgermeisters. 1993 verlor er sein Abgeordnetenmandat, arbeitete als Rechtsanwalt und leitete bis 1997 den politischen Club Club Témoin unter Jacques Delors.

1994 wurde Hollande Parteisekretär der PS für Wirtschaftsfragen. 1995 war er Pressesprecher von Lionel Jospin in dessen Präsidentschaftswahlkampf und anschließend Pressesprecher der PS. 1997 wurde er erneut Abgeordneter für Corrèze und im selben Jahr Parteivorsitzender der PS, nachdem Jospin Premierminister geworden war. Das Abgeordnetenmandat verteidigte er 2002 und 2007. 1999 war Hollande Mitglied des Europäischen Parlaments, legte dieses Mandat aber im Dezember desselben Jahres nieder. Außerdem wurde er 1999 Vizepräsident der Sozialistischen Internationale und 2001 Bürgermeister von Tulle.

Nach Jospins Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2002 und dem Rückzug Jospins übernahm Hollande die Führungsrolle innerhalb der PS. Unter seiner Leitung gewannen die linken Parteien bei den Regional- und Kantonalwahlen 2004 in 20 von 22 Regionen im europäischen Frankreich und Guadeloupe; in 51 der 100 Generalräte der Départements stellten sie den Präsidenten. Bei der Europawahl im Juni 2004 erhielt die PS 29 Prozent der Stimmen.

In der Auseinandersetzung um die Europäische Verfassung setzte sich Hollande für eine Zustimmung ein. Ein von ihm angeregtes parteiinternes Referendum bestätigte diese Linie. Die Ablehnung der Europäischen Verfassung in einem nationalen Referendum 2005, bei der viele PS-Anhänger mit „Nein“ stimmten, schwächte seine Position. 2008 gab Hollande den Parteivorsitz an Martine Aubry ab.

Kandidatur und Wahl 2012

Am 31. März 2011 kündigte Hollande seine Bewerbung um die PS-Nominierung für die Präsidentschaftswahl 2012 an. Die Partei entschied erstmals in einer offenen Vorwahl, den primaires citoyennes. Im ersten Wahlgang im Oktober 2011 erhielt Hollande 39 Prozent der Stimmen, Martine Aubry 30 Prozent. Die Stichwahl gewann Hollande mit rund 57 Prozent und wurde damit Präsidentschaftskandidat der PS.

Im Wahlkampf bezeichnete er die Finanzwelt als seinen „wahren Gegner“. Zugleich versprach er, ein „normaler“ Präsident zu sein. Dieser Ausdruck richtete sich gegen den als polarisierend und sprunghaft wahrgenommenen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und wurde zum zentralen Wahlkampfthema. Unter dem Slogan „Le Changement, c’est maintenant“ trat Hollande für stärkere Umverteilung und mehr soziale Gerechtigkeit ein. Dazu gehörten ein Spitzensteuersatz von bis zu 75 Prozent für Einkommen über einer Million Euro sowie die Forderung, den Europäischen Fiskalpakt neu zu verhandeln und um einen „Wachstumspakt“ zu ergänzen.

Hollande gewann den ersten Wahlgang am 22. April 2012 mit 28,6 Prozent der Stimmen. Vor der Stichwahl erhielt er unter anderem Unterstützung von Jean-Luc Mélenchon, Eva Joly und überraschenderweise auch vom Zentristen François Bayrou. Am 6. Mai 2012 gewann Hollande die Stichwahl gegen Sarkozy mit 51,6 Prozent der Stimmen. Damit wurde er nach François Mitterrand der zweite sozialistische Präsident der Fünften Republik.

Regierungszeit und politische Entscheidungen

Hollande hatte vor seiner Wahl keine Regierungserfahrung. Er ernannte Jean-Marc Ayrault zum Premierminister. Bei der Parlamentswahl im Juni 2012 erhielt die PS eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung, sodass es nicht zu einer Cohabitation, also einer geteilten politischen Führung von Präsident und parlamentarischer Mehrheit, kam. Hollandes erster Antrittsbesuch führte nach Berlin zu Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein vom Rechnungshof angeordneter Kassensturz ergab am 2. Juli 2012, dass im Haushalt allein 2012 sechs bis zehn Milliarden Euro fehlten, wenn internationale Sparverpflichtungen eingehalten werden sollten. Für 2013 wurden Kürzungen von 33 Milliarden Euro prognostiziert, um die Defizitgrenze von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einzuhalten. Tatsächlich lag das Haushaltsdefizit 2012 bei 4,8 Prozent des BIP. Der Gesamtschuldenstand betrug Ende 2012 1,834 Billionen Euro beziehungsweise 90,2 Prozent des BIP.

Mehrere Wahlversprechen stießen auf Schwierigkeiten. Trotz Hollandes Ankündigung, die umstrittenen Roma-Abschiebungen zu beenden, wurden im August 2012 landesweit Roma-Wohnsiedlungen geräumt und hunderte Menschen nach Rumänien und Bulgarien abgeschoben. Der geplante Spitzensteuersatz von 75 Prozent wurde im Dezember 2012 vom französischen Verfassungsrat als verfassungswidrig aufgehoben. Die Regierung kündigte eine überarbeitete Fassung an.

Hollande beendete 2012/2013 die französische Beteiligung am Krieg in Afghanistan. Im Januar 2013 ordnete er auf Bitte der malischen Regierung und mit Billigung der Vereinten Nationen die Militärintervention Opération Serval in Mali an. Im Frühjahr 2013 führte er trotz teils gewalttätiger konservativ-katholischer Proteste die gleichgeschlechtliche Ehe ein. Im September 2013 befürwortete er im syrischen Bürgerkrieg einen Militärschlag gegen Baschar al-Assad.

Die Arbeitslosigkeit stieg während seiner Amtszeit zunächst weiter: Im März 2013 waren 3,225 Millionen Menschen arbeitslos, ein Höchstwert der französischen Geschichte; im Februar 2013 lag die Arbeitslosenquote bei 10,8 Prozent. Bis Ende 2013 erhöhte sich die Arbeitslosenzahl auf 3,303 Millionen.

Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 ordnete Hollande Staatstrauer an und bezeichnete die ermordeten Journalisten und Zeichner als „unsere Helden“. Nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 kündigte er an, die „Armee der Fanatiker zu zerstören“. 2016 war seine Popularität gering. Eine interne PS-Umfrage im August 2016 ergab, dass er eine parteiinterne Kampfabstimmung gegen Arnaud Montebourg verloren hätte.

Rückzug, Rückkehr und weitere Angaben

Am 1. Dezember 2016 erklärte Hollande in einer Fernsehansprache, dass er bei der Präsidentschaftswahl 2017 nicht kandidieren werde. Zu dieser Entscheidung trug auch ein zuvor veröffentlichtes Buch zweier auf Affären spezialisierter Reporter bei. Seit Beginn der Fünften Republik hatte zuvor noch kein Präsident nach seiner ersten Amtszeit eine weitere Kandidatur ausgeschlossen. Hollande galt deshalb am Ende seiner Amtszeit als „Lame Duck“, also als politisch geschwächter Amtsinhaber. In den Medien wurde er häufig „Flanby“ genannt; außerdem wurde der Beiname „Pinguin“ aufgegriffen.

Nach den Europawahlen 2024 und der anschließenden Auflösung der Nationalversammlung durch Präsident Emmanuel Macron kandidierte Hollande im Juni 2024 für das Linksbündnis. Er begründete seine Rückkehr mit der nach seiner Einschätzung besonders ernsten politischen Lage. Am 7. Juli 2024 gewann er in der Stichwahl im Département Corrèze mit rund 43 Prozent und kehrte in die Nationalversammlung zurück.

Seine Wahlmandate umfassten unter anderem das Amt des Staatspräsidenten von 2012 bis 2017, Abgeordnetenmandate in der Nationalversammlung von 1988 bis 1993, von 1997 bis 2012 und seit 2024 sowie das Amt des Präsidenten des Generalrates von Corrèze von 2008 bis 2012. Er war außerdem Bürgermeister von Tulle von 2001 bis 2008, Mitglied des Europäischen Parlaments im Jahr 1999 und Mitglied regionaler und kommunaler Vertretungen.

Zu den im Artikel genannten Auszeichnungen gehören das Großkreuz der Ehrenlegion, das Großkreuz des Ordre national du Mérite, der Orden vom Weißen Adler Polens, der Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis, das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der ukrainische Orden der Freiheit. Hollande veröffentlichte politische Bücher und Interviewbände, darunter La Gauche bouge (1985), Le rêve français (2011), Un destin pour la France (2012), Les Leçons du pouvoir (2018) und Le défi de gouverner (2024).

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