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Satzgefüge

Konzessivgefüge: Der enthaltene Nebensatz ist ein Konzessivsatz. Beispiel: „Obwohl es regnete, wollten die Leute spazieren gehen.“ etc. Komplexe Satzgefüge.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grunddefinition und Abgrenzung
  2. 2. Bestandteile erkennen
  3. 3. Einfache Satzgefüge und ihre Typen
  4. 4. Komplexe Satzgefüge analysieren

Grunddefinition und Abgrenzung

Ein Satzgefüge ist ein komplexer Satz, der mindestens aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz besteht. Es kann auch mehrere Nebensätze enthalten. Grundlage ist die Hypotaxe, also die Unterordnung von Nebensätzen unter einen anderen Satzteil.

Davon unterscheidet sich die Satzreihe: Sie verbindet zwei oder mehr Hauptsätze und beruht auf Parataxe, also auf Gleichordnung. Parenthesen sind ebenfalls abzugrenzen. Sie werden als unabhängige Äußerungen in den Redefluss eingeschoben. Eine komplexe Äußerung mit Nebensätzen und Parenthesen kann daher eher als Satzperiode bezeichnet werden.

Bestandteile erkennen

Der Hauptsatz ist der Satzteil ohne Formmerkmale der Abhängigkeit. Im Deutschen steht sein finites Verb normalerweise an zweiter Stelle; er ist somit ein Verbzweit-Satz.

Nebensätze erkennt man häufig an:

  • einer einleitenden Konjunktion wie „dass“, „ob“, „weil“ oder „obwohl“;
  • einem einleitenden Frage- oder Relativpronomen, Frage- oder Relativadverb zusammen mit der Endstellung des Verbs;
  • bestimmten Nebensätzen mit Voranstellung des Verbs, also mit V1-Stellung. Daneben können auch Verbzweitsätze als Nebensätze vorkommen.

Für die Analyse muss zunächst der Hauptsatz bestimmt werden. Danach wird untersucht, welche Nebensätze unmittelbar in den Hauptsatz eingebettet sind, welche gleichrangig nebeneinander stehen und welche innerhalb eines anderen Nebensatzes vorkommen.

Einfache Satzgefüge und ihre Typen

Ein einfaches Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz. Es kann nach der Art des Nebensatzes benannt werden. Ein Konditionalgefüge enthält beispielsweise einen Konditionalsatz, also einen Bedingungssatz: „Wenn es regnet, gehen wir nicht spazieren.“

Ein Konzessivgefüge enthält einen Konzessivsatz, der einen Gegensatz oder eine trotzige Bedingung ausdrückt: „Obwohl es regnete, wollten die Leute spazieren gehen.“ Weitere Bezeichnungen sind grundsätzlich nach der jeweiligen Funktion und Art des enthaltenen Nebensatzes möglich.

Komplexe Satzgefüge analysieren

In komplexen Satzgefügen können mehrere Nebensätze vorkommen. Ein Nebensatz kann seinerseits einen weiteren Nebensatz enthalten; dadurch entsteht eine Verschachtelung. Einen Satz, der einen anderen Satz enthält, nennt man Matrixsatz. Ein Matrixsatz kann selbst ein Hauptsatz oder ein Nebensatz sein.

Stehen mehrere Nebensätze an verschiedenen Stellen direkt im Hauptsatz, liegt keine Verschachtelung vor. Im Satz „Um ein Satzgefüge zu zerlegen, muss als erstes geklärt werden, welcher Teil der Hauptsatz ist“ steht der Um-zu-Satz als Adverbial im Hauptsatz. Der Satz „welcher Teil der Hauptsatz ist“ bildet das Subjekt der Passivkonstruktion „geklärt werden“. Beide Nebensätze haben denselben Einbettungsgrad. Das Schema lautet: „DAZU muss DAS geklärt werden.“

Nebensätze können auch koordiniert, also gleichrangig und parataktisch verbunden sein. In „Es muss geklärt werden, welche Nebensätze einem anderen Nebensatz untergeordnet sind und wo Nebensätze nebeneinander vorkommen“ bilden zwei durch „und“ verbundene indirekte Fragen gemeinsam einen Objektsatz zum Verb „klären“. Schematisch: „[S₁ UND S₂] muss geklärt werden“. Die W-Wörter leiten die indirekten Fragen ein; das vorangestellte „es“ ist ein Füllpronomen.

Bei einer Verschachtelung kann ein Relativsatz in einem anderen Nebensatz stehen. In „Um ein Satzgefüge zu zerlegen, das verschachtelt ist, muss man noch mehr Aufwand treiben“ enthält der Um-zu-Satz den Relativsatz „das verschachtelt ist“. Der Relativsatz bezieht sich auf „ein Satzgefüge“ und kann entweder im Nachfeld oder im Mittelfeld des Um-zu-Satzes stehen: „Um ein Satzgefüge, das verschachtelt ist, zu zerlegen …“. Der Um-zu-Satz ist ein Nebensatz ersten Grades, der Relativsatz ein Nebensatz zweiten Grades.

Eine weitere Verschachtelung zeigt: „Ich finde, die Fenster müssten geputzt werden, bevor der Besuch kommt.“ Das Verb „finden“ kann als Brückenverb einen Nebensatz mit Verbzweitstellung einbetten. In diesen Satz ist der „bevor“-Satz als Zeitadverbial eingebettet; er gibt an, wann die Fenster geputzt werden sollen. Grammatisch ist auch eine andere Gliederung möglich, besonders in „Ich fand, die Fenster müssten geputzt werden, schon bevor der Besuch kam“. Dann kann der „bevor“-Satz die Zeit der Meinungsäußerung bestimmen. In diesem Fall wären beide Nebensätze jeweils Satzglieder des Hauptsatzes.

Einbettung und Koordination können beliebig weiter kombiniert werden. Für ein Satzgefüge muss jedoch stets mindestens ein Nebensatz vorkommen. In „Ich habe sie oft besucht, und wenn sie in guter Stimmung war, saßen wir bis spät in die Nacht zusammen“ sind zunächst zwei Hauptsätze mit „und“ koordiniert. Ihre finiten Verben sind „habe“ und „saßen“. Der zweite Hauptsatz enthält zusätzlich ein Konditionalgefüge, weil ihm der „wenn“-Satz vorangestellt ist.

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