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Konzessivsatz
Mit einem konzessiven Nebensatz drückt man Umstände aus, die der Aussage des Hauptsatzes normalerweise entgegenstehen würden und die den Inhalt des Hauptsatzes …
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Begriff und Funktion
Ein Konzessivsatz, auch Einräumungssatz, ist ein besonderer Typ von adverbialem Nebensatz. Zusammen mit dem zugehörigen Hauptsatz bildet er ein Konzessivgefüge.
Er nennt einen Umstand, der normalerweise gegen die Aussage des Hauptsatzes sprechen würde. Gerade weil der Hauptsatz trotzdem gilt, wirkt sein Inhalt unerwartet. Konzessivsätze können zum Beispiel mit obwohl, obgleich oder wenn auch beginnen. Ein eigenes einfaches Fragewort für dieses Adverbial gibt es nicht.
Erwartung und Gegensatz
Ein Konzessivsatz setzt unausgesprochen eine Erwartung voraus, die sich als Bedingungssatz formulieren lässt: „Wenn es regnet, dann möchten die Leute nicht gerne nach draußen gehen.“
Der Konzessivsatz zeigt, dass diese erwartete Folge im konkreten Fall nicht eintritt: „Obwohl es regnete, brachen die Leute zu einem Spaziergang auf.“ Der Sachverhalt „es regnet“ ist dabei ein „unzureichender Gegengrund“: Er wäre normalerweise ein Grund gegen den Spaziergang, verhindert ihn hier aber nicht.
Anders als ein Adversativsatz beschreibt ein Konzessivsatz nicht einfach gegensätzliche Eigenschaften zweier Dinge. Er drückt einen Gegensatz zu einer erwarteten Folge aus.
Einleitende Konjunktionen
Konzessivsätze werden durch unterordnende Konjunktionen eingeleitet, besonders durch obwohl, wenngleich, obgleich und wiewohl. Beispiele sind: „Obwohl der Junge gerufen wird, kommt er nicht.“ und „Bedenken und Unsicherheit bremsen viele Unternehmen auf dem Weg durch die digitale Transformation, wenngleich das Thema eine Spitzenposition auf ihrer strategischen Agenda einnimmt.“
Häufig sind auch Verbindungen mit wenn: auch wenn, wenn auch sowie die getrennte Stellung wenn … auch. Zum Beispiel: „Auch wenn sie noch so müde war, ließ sie sich doch nichts anmerken.“ oder „Wenn sie auch noch so müde war, so ließ sie sich doch nichts anmerken.“
Wie bei allen Konditionalsätzen mit wenn kann der Hauptsatz auch mit so eingeleitet werden.
Der Sonderfall „trotzdem“
Manchmal leitet trotzdem einen Nebensatz ein und bedeutet dann wie obwohl: „Er hält sich unerwartet gut, trotzdem er von seiner Freundin verlassen wurde.“ Das ist standardsprachlich unerwünscht, kommt aber besonders in der süddeutschen Umgangssprache sowie in älteren Texten vor. In dieser Verwendung steht das Verb am Ende des Nebensatzes und trotzdem wird auf der zweiten Silbe betont: trotezdém.
Davon ist der übliche Gebrauch als Adverb zu unterscheiden: „Seine Freundin hat ihn verlassen. Trotzdem hält er sich sehr gut.“ Hier steht trotzdem nicht im Teil, der den Gegengrund nennt, sondern im folgenden Satz. Als Adverb kann es umgestellt werden, etwa: „Er hält sich trotzdem gut.“ Außerdem steht das Verb an zweiter Stelle. Daher ist diese Konstruktion grammatisch und in ihrer Bedeutung anders aufgebaut als ein Konzessivgefüge.