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Hauptsatz (Grammatik)

Bei Adverbialsätzen (erstes Beispiel unten, Kausalsatz) ist eine solche Weglassung des Nebensatzes unproblematisch, ebenso bei Attributsätzen, wie dem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Merkmale
  2. 2. Angereihter Nebensatz
  3. 3. Gleichrangige Hauptsätze
  4. 4. Integrierte Nebensätze
  5. 5. Hauptsatzfragment

Begriff und Merkmale

Ein Hauptsatz ist in der Grammatik der Gegenbegriff zum Nebensatz. Die genaue Definition hängt von der grammatischen Tradition ab. Als Hauptsatz kann gelten:

  • der nicht untergeordnete Teil eines größeren Satzgefüges,
  • ein nicht untergeordneter Teil, der selbst einen vollständigen Satz bildet,
  • oder allgemein jeder selbständige, nicht untergeordnete Satz, also auch ein freistehender einfacher Satz ohne Nebensatz.

Im Deutschen ist ein Hauptsatz typischerweise an der Verb-Zweit-Stellung zu erkennen: Das finite, also nach Person und Zeit bestimmte Verb steht gewöhnlich an zweiter Stelle. Das Verhältnis eines Hauptsatzes zu anderen Teilen eines Satzgefüges kann unterschiedlich sein.

Angereihter Nebensatz

Ein selbständig verwendbarer Hauptsatz kann von einem Nebensatz begleitet werden. Der Nebensatz ist untergeordnet und kann beispielsweise durch eine Konjunktion, also ein Bindewort, eingeleitet sein. Er folgt dem Hauptsatz lediglich nach und ist nicht in dessen Inneres integriert.

Beispiel: „Die Feuerwehr traf schnell ein, sodass der Brand ohne Mühe gelöscht werden konnte.“

„Die Feuerwehr traf schnell ein“ ist der Hauptsatz. Das finite Verb „traf“ steht an zweiter Stelle. Der mit „sodass“ eingeleitete Nebensatz ist dem Hauptsatz angereiht.

Gleichrangige Hauptsätze

Zwei selbständige Sätze können durch eine nebenordnende Konjunktion wie „und“, „aber“ oder „denn“ verbunden werden. Sie sind dann gleichrangige Teilsätze: Keiner ist dem anderen untergeordnet, weshalb beide als Hauptsätze bezeichnet werden.

Beispiel: „Die Kinder bastelten(,) und der Großvater las die Zeitung.“

Die beiden Teile „Die Kinder bastelten“ und „der Großvater las die Zeitung“ könnten jeweils selbständig stehen. Das in Klammern gesetzte Komma zeigt, dass an dieser Stelle beide Schreibweisen möglich sind.

Integrierte Nebensätze

Ein Nebensatz kann als Satzglied oder als Attribut in einen übergeordneten Satz integriert sein. Ein Gliedsatz übernimmt die Funktion eines Satzgliedes; ein Attributsatz bestimmt einen Ausdruck näher. Traditionell nennt man den Teil, der nach dem Abzug dieses Nebensatzes übrig bleibt, Hauptsatz.

Bei einem Adverbialsatz, der beispielsweise einen Grund angibt, ist die Weglassung meist unproblematisch: „Wir mussten auf den Frühling lange warten, weil der Winter ungewöhnlich hart war.“ Der mit „weil“ eingeleitete Kausalsatz nennt den Grund; „Wir mussten auf den Frühling lange warten“ bleibt als vollständiger Hauptsatz bestehen.

Auch bei einem Attributsatz kann der verbleibende Teil vollständig sein: „Das Wetter, das wir diesen Winter hatten, war ungewöhnlich.“ Der Relativsatz „das wir diesen Winter hatten“ beschreibt „Das Wetter“ näher. Ohne ihn bleibt „Das Wetter war ungewöhnlich“.

Hauptsatzfragment

Eine Schwierigkeit entsteht, wenn der integrierte Nebensatz das Subjekt oder Objekt des übergeordneten Satzes bildet. Nach seiner Entfernung bleibt dann kein vollständiger Satz zurück.

Beispiel: „Niemand verstand, was mit dieser Behauptung gemeint war.“ Der mit „was“ eingeleitete Nebensatz ist das Objekt zum Verb „verstehen“. Der verbleibende Teil „Niemand verstand“ ist in diesem Zusammenhang unvollständig, weil das benötigte Objekt fehlt.

Nach der traditionellen Einteilung wäre dieser Rest trotzdem der „Hauptsatz“, obwohl er allein keinen vollständigen Satz bildet. Die IDS-Grammatik unterscheidet deshalb zwischen Hauptsatz und Hauptsatzfragment. In diesem Beispiel gilt „Niemand verstand“ als Hauptsatzfragment: Es ist der nicht eingebettete Teil des Satzgefüges, aber kein vollständiger Satz.

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