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Sanierung (Wirtschaft)
Absicherung und Erschließung von Finanzierungs- und Kapitalquellen, Zuführung von neuem Eigenkapital durch Eigenfinanzierung (Kapitalerhöhung, Veräußerung …
Inhalt5 Abschnitte
Wesen und Ziel der Sanierung
In der Wirtschaft ist Sanierung der Sammelbegriff für alle Maßnahmen innerhalb einer Unternehmenskrise zur Wiederherstellung einer existenzerhaltenden Ertragslage. Gemeint ist die Gesamtheit betriebswirtschaftlicher, steuerlicher und rechtlicher Maßnahmen, mit denen eine Unternehmenskrise beseitigt werden soll.
Eine Sanierung besteht vor allem aus nachhaltig wirkender Restrukturierung und der Stärkung des Kerngeschäfts. Sie kann Schwachstellen in mehreren Bereichen betreffen: in der Unternehmenspolitik, beim Führungserfolg, bei den Führungszielen, in der Organisation, bei den Produktionstechniken oder in der Finanzwirtschaft. Da jedes Unternehmen und jede Krise einzigartig und komplex ist, gibt es keine allgemein gültigen Patentrezepte. Sanierung und Sanierungsmanagement können als Kernkompetenz des Consulting verstanden werden.
Ziel ist regelmäßig, Verluste dauerhaft zu beseitigen und wieder kapitalerhaltende Gewinne zu erzielen. Eine Sanierung sollte nur versucht werden, wenn begründete Aussicht auf Erfolg besteht.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Sanierung und Turnaround lassen sich nach der Krisenphase unterscheiden, in der die Maßnahmen beginnen. Befindet sich das Unternehmen bereits in einer akuten Krise, spricht man von Sanierung. Beginnen die Maßnahmen früher, also bevor die Krise akut geworden ist, wird eher der Begriff Turnaround verwendet.
Restrukturierung und Reorganisation werden häufig gleichbedeutend mit Sanierung gebraucht. Eine Restrukturierung oder Reorganisation setzt jedoch keine Unternehmenskrise voraus. Sie kann auch Bestandteil des üblichen strategischen Managements sein und dazu dienen, ein Unternehmen langfristig gewinnträchtiger zu machen.
Unternehmenskrise als Anlass
Grund für eine Sanierung ist eine Unternehmenskrise, die sich in vielen Formen auf die Existenz eines Unternehmens auswirken kann. Werden dauerhaft Verluste erwirtschaftet, wird möglicherweise das Eigenkapital angegriffen. In der Folge kann Überschuldung drohen.
Überschuldung ist ebenso ein Insolvenzgrund wie Zahlungsunfähigkeit. Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn fällige Verbindlichkeiten im Wesentlichen nicht mehr bedient werden können. Vor der Auswahl von Sanierungsmaßnahmen müssen deshalb die eigentlichen Ursachen der Verluste ermittelt werden. Die Sanierung soll nicht nur kurzfristig Liquidität verschaffen, sondern die Verlustursachen beseitigen und die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens wiederherstellen.
Vier Arten der Sanierung
Die Sanierungsarten setzen an unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens an:
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Bei der Portfoliosanierung steht die Strategie im Mittelpunkt. Das Unternehmensportfolio wird unter Gesichtspunkten der Wertsteigerung optimiert; dabei werden Risiko, Wachstum und Rendite berücksichtigt. Das Unternehmen konzentriert sich auf seine Kerngeschäftsfelder. Dazu können Desinvestition, Schließung, gegebenenfalls ein Spin-out oder Outsourcing gehören. Die Strategischen Geschäftsfelder (SGF) werden konsequent durch Finanz-, Leistungs- und Marktziele gesteuert.
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Die organisatorische Sanierung betrifft die Konzernarchitektur. Optimiert werden die Aufbauorganisation, die Ablauforganisation sowie Systeme, Schnittstellen und soziotechnische Infrastrukturen. Die Optimierung der Ablauforganisation erfolgt im Dialog mit der Planung der Aufbauorganisation.
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Die finanzielle Sanierung dient der Wertsicherung, Wertgenerierung und Wertverteilung. Finanzierungs- und Kapitalquellen werden abgesichert oder neu erschlossen. Neues Eigenkapital kann durch Eigenfinanzierung, etwa durch eine Kapitalerhöhung oder die Veräußerung von nicht betriebsnotwendigem Vermögen, zugeführt werden. Möglichkeiten der Fremdfinanzierung sind Konsolidierung, Schuldenerlass, Stundung und neue Darlehen. Bei einer reinen Sanierung werden Rücklagen mit dem Jahresfehlbetrag verrechnet; das Nominalkapital ändert sich dadurch nicht. Eine moderne Form ist der Debt Equity Swap, bei dem Fremdkapital in Eigenkapital umgewandelt wird.
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Die behavioristische Sanierung setzt beim Verhalten an. Sie soll die Führungskultur, insbesondere Macht- und Opportunitätslenkung, optimieren. Außerdem werden Verhaltensmuster und Routinen durch Anreiz- oder Sanktionssysteme sowie durch symbolische Führung verbessert.
Sanierungsmaßnahmen und weitere Einteilung
Wenn innerbetriebliche Maßnahmen nicht ausreichen, müssen externe Maßnahmen hinzukommen. Häufig erfolgt die Sanierung in Zusammenarbeit mit Gläubigern, insbesondere Kreditinstituten und Lieferanten. Diese können ihre Forderungen stunden, umschulden oder – als radikalste Maßnahme – im Rahmen eines Schuldenerlasses darauf verzichten. Unter weiteren Voraussetzungen sind Sanierungen steuerfrei. Außerdem ist die Bestellung eines externen Sanierungsberaters ratsam.
Eine weitere Einteilung unterscheidet zwischen Sanierung im engeren und im weiteren Sinne:
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Bei der Sanierung im engeren Sinne werden ausschließlich finanzwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt. Sie sollen Überschuldung und/oder Zahlungsunfähigkeit schnell beseitigen oder abwenden.
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Bei der Sanierung im weiteren Sinne wird das angeschlagene Unternehmen durch finanz- und leistungswirtschaftliche Maßnahmen auf eine solide Grundlage gestellt. Dadurch soll seine Überlebensfähigkeit längerfristig ermöglicht werden.